Bistum Leitmeritz
Das Bistum Leitmeritz ist eine katholische Diözese in Nordböhmen. Das Bistum wurde im Jahre 1655 kanonisch errichtet und ist als Suffragan dem Erzbistum Prag unterstellt. Derzeit umfasst es 9.380 km². Hier leben 2002 189.200 Katholiken (14,4% der Gesamtbevölkerung) in 437 Pfarreien mit 82 Diözesan- und 37 Ordenspriestern, 13 Diakonen und 67 Ordensschwestern.Geschichte
In Leitmeritz bestand seit 1057 ein Kollegiatkapitel an der Stephanskirche. Wenn dieses auch in seinen Besitzungen im Verlauf der Jahrhunderte wesentliche Einbußen erlitt, so bildete es doch die materielle Grundlage für das neue Bistum, welches im Rahmen der Gegenreformation nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand. Kaiser Ferdinand_III. nominierte den Propst des Stiftes, Maximilian Rudolf von Schleinitz, 1647 zum ersten Bischof. Doch ließ die päpstliche Ernennung, und damit die Errichtung des Bistums, noch bis zum 3. Juli 1655 auf sich warten, da man noch auf die Bereitstellung des Propsteigutes und weiterer Mittel wartete.
Das Nominationsrecht für das Bistum blieb beim König, der bis dahin bereits das Nominationsrecht für den Propst besaß. Bestand das Domkapitel bei seiner Errichtung auch nur aus einem Dekan und einem Kanoniker, so wurden in den Jahren 1671, 1680 und 1717 vier weitere Kanonikate eingerichtet.
Die Diözese, welche aus dem Erzbistum Prag herausgenommen und diesem als Suffraganbistum unterstellt wurde, umfasste bei ihrer Errichtung ein kleines Gebiet zwischen Bilin, Böhmisch Leipa und Rumburg, wie auch kleine Enklaven in der Lausitz. Damit umfasste es den Leitmeritzer Kreis, der sich 1647 in zwei Vikariate mit 62 Pfarreien gliederte, bis 1670 aber bereits auf sechs Vikariate anstieg. 1784 wurde das Bistum um die Kreise Bunzlau und Saaz erweitert.
Bereits der erste Bischof baute anstelle der alten Stiftskirche eine barocke Kathedrale, was ihm die Einnahmen des Bistums und der Einsatz seines eigenen Vermögens ermöglichten. Zur Errichtung eines eigenen Priesterseminares schritt man 1738.
Die Diözese war im 19. und 20. Jahrhundert vom Nationalitätenstreit zwischen Tschechen und Deutschen stark betroffen, da beide Volksgruppen einen etwa gleich großen Anteil an der Diözesanbevölkerung hatten.
1948 zählte das Bistum 449 Pfarreien mit 268 Diözesanpriestern, 83 Ordenspriestern und 637 Ordensschwestern.
Siehe auch
Liste der Bischöfe von Leitmeritz
Liste der katholischen Bistümer
Katholische Kirche in Tschechien
Weblinks
• Bistum Leitmeritz

