Bistum Dresden-Meißen
Das Bistum Dresden-Meißen (lat. Dioecesis Dresdensis-Misnensis) ist ein Bistum der römisch-katholischen_Kirche mit Sitz in Dresden. Die Diözese wurde 1921 wiedererrichtet. Kathedrale ist die unter Kurfürst Friedrich_August_II. 1739?1751 errichtete ehemalige Hofkirche St. Trinitatis in Dresden.
Bistumsgebiet
Das Gebiet des Bistums erstreckt sich nahezu über den gesamten Freistaat_Sachsen (ausgenommen die ehemals preußischen Teile der Oberlausitz und den Südosten der preußischen Provinz Sachsen [Gebiet zwischen Torgau und Delitzsch]). Zusätzlich gehören zum Bistum Teile des Freistaat_Thüringens mit den ehemaligen Gebieten der Thüringer Kleinstaaten:
* Herzogtum Sachsen-Altenburg (Altenburg, Eisenberg_(Thür.), Kahla, Ronneburg, Rositz, Schmölln, Stadtroda)
* Fürstentum Reuß jüngere Linie (Gera, Bad Lobenstein, Schleiz)
* Fürstentum Reuß ältere Linie (Greiz, Zeulenroda-Triebes).
Bistumsgliederung
Das Bistum Dresden-Meißen ist ein Suffraganbistum von Berlin und gliedert sich in neun Dekanate:
Bautzen
Chemnitz
Dresden
Gera
Leipzig
Meißen
Plauen
Zittau
Zwickau
Geschichte
Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Im Zuge der Reformation hörte das katholische Bistum 1581 auf zu existieren. Papst Benedikt XV. errichtete 1921 mit der Apostolischen_Konstitution Sollicitudo omnium ecclesiarum das Bistum Meißen mit dem Sitz Bautzen wieder. 1923 fand die erste Bistumssynode im Kloster St. Marienstern statt; dabei wurden vor allem Beschlüsse über die Organisation der Pfarreien und der Diözesanverwaltung gefasst. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte das kleine Diaspora-Bistum sehr unter den Attacken der besonders kirchenfeindlichen sächsischen NS-Führung zu leiden, wenngleich nur wenige Katholiken sich aktiv am Widerstand beteiligten. Drei Priester der Diözese starben im KZ.
Nach 1945 hat sich die Zahl der im Bistum Meißen lebenden Katholiken durch die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im Osten mehr als verdoppelt. Infolge dessen wurden zahlreiche neue Pfarreien und Seelsorgsstellen eingerichtet. 1969 berief Bischof Otto Spülbeck die zweite Diözesansynode ein. Der Bischof hatte eine päpstliche Dispens besorgt, wodurch erstmals die Teilnahme von Laien an einer Bistumssynode ermöglicht wurde. Die Kirchenversammlung fasste verschiedene Beschlüsse zur Umsetzung der Intentionen des Zweiten_Vatikanischen_Konzils auf der Bistumsebene. In der Berliner Bischofskonferenz stießen diese fortschrittlichen Intentionen auf den Widerstand vieler Bischöfe. Trotzdem führte, als Spülbeck 1970 plötzlich verstarb, sein Nachfolger Gerhard Schaffran die Synode in dessen Geist zu Ende.
Im Jahr 1979 wurde die Bezeichnung des Bistums auf Dresden-Meißen geändert und Bischof Gerhard Schaffran verlegte im folgenden Jahr den Bischofssitz nach Dresden.
Seit seiner Wiedererrichtung 1921 war das Bistum exemt, d.h. direkt dem Heiligen_Stuhl unterstellt, bis es 1994 durch Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Certiori christifidelium, die die Erhebung des Bistums_Berlin zum Erzbistum verfügte, zur Kirchenprovinz Berlin zugeordnet wurde.
Zur Geschichte des Bistums vor der Reformation siehe auch: Bistum Meißen
Frühere Bischöfe
Dr._Christian_Schreiber (1921?1930)
Conrad Gröber (1931?1932)
Petrus Legge (1932?1951)
Heinrich Wienken (1951?1957)
Dr._Otto_Spülbeck (1958?1970)
Gerhard Schaffran (1970?1987)
siehe auch:
• der Bischöfe von Dresden-Meißen]
• der Weihbischöfe von Meißen]
Kirchliche Einrichtungen
Klöster
Kloster St. Marienstern (Zisterzienserinnen)
Kloster St. Marienthal (Zisterzienserinnen)
Kloster Wechselburg (Benediktiner)
Studentengemeinden
*KSG Chemnitz
*KSG Dresden
*Studentengemeinde Freiberg
• Leipzig]
*Studentengemeinde Mittweida
Wallfahrtsstätten
* Wallfahrtskirche Rosenthal
* Wallfahrtskirche Wechselburg
Bildungs- und Tagungshäuser
* Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz
* Haus HohenEichen (Exerzitienhaus) in Dresden
* Jugendbildungsstätte Winfriedhaus in Schmiedeberg
* Fort- und Weiterbildungsstätte in Trebsen/Seelingstädt
Schulen
St. Benno-Gymnasium Dresden
* Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau
* Maria-Montessori Schule Leipzig
Literatur
*Hans Friedrich Fischer: Die Wiedererrichtung des Bistums Meissen 1921 und ihre Vorgeschichte. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 34), Leipzig 1992.
* Dieter Grande & Daniel Fickenscher (Hrsg.): Eine Kirche ? zwei Völker. Deutsche, sorbische und lateinische Quellentexte und Beiträge zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen. Von der Wiedererrichtung 1921 bis 1929, Bautzen/Leipzig 2003. ISBN 3-7420-1926-0
*Birgit Mitzscherlich: Diktatur und Diaspora. Das Bistum Meißen 1932?1951, Paderborn 2005. ISBN 3-506-71799-5
*Dieter Grande & Peter-Paul Straube (Hrsg.): Die Synode des Bistums Meißen 1969 bis 1971. Die Antwort einer Ortskirche auf das Zweite Vatikanische Konzil, Leipzig 2005. ISBN 3-7462-1806-3
*Dieter Grande: Die Verhandlungen zum Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Sachsen vom 2. Juli 1996 aus der Sicht der katholischen Kirche, in: Reiner Tillmanns (Hrsg.): Staatskirchenverträge im Freistaat Sachsen (= Leipziger juristische Studien. Öffentlich-rechtliche Abt. 8), Leipzig 2001, S. 151?162. ISBN 3-935693-27-3.
*Heinrich Meier: Die Ordensgemeinschaften im Gebiet des 1921 wiedererrichteten Bistums Meißen. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 33), Leipzig 1990.
Weblinks
• Bistum Dresden-Meißen

