Bistum Brünn
Das Bistum Brünn (tschechisch Diecéze brn?nská; lat.: ecclesia Brunensis) ist eine Suffragandiözese des Erzbistums_Olmütz in Tschechien.Vorgeschichte
Nach den Grenzverschiebungen der Schlesischen_Kriege, die endgültig 1763 im Hubertusburger Frieden festgelegt wurden, sollten auch die Bistumsgrenzen an die neuen Staatsgrenzen angepasst werden. Bei den hierzu 1773-1774 geführten Geheimverhandlungen zwischen Österreich, Preußen und dem Heiligen_Stuhl, die die Schaffung der Bistümer Troppau und Brünn vorsahen, konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Nach dem Tod des Olmützer Bischofs Maximilian_Reichsgraf_von_Hamilton wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, scheiterten jedoch an der ablehnenden Haltung Preußens, das auf große Teile des Erzbistums_Breslau, die nunmehr in Österreichisch-Schlesien lagen, hätte verzichten müssen. Die böhmische Königin Maria Theresia gab deshalb die Gründung eines Bistums Troppau auf und verhandelte Anfang 1777 mit dem Heiligen Stuhl um die Errichtung des Bistums Brünn, dessen Notwendigkeit sie mit seelsorglichen Aspekten begründete.
Gründung
Papst Pius VI. gründete im Sommer 1777 für den mittleren und südlichen Teil Mährens das Bistum Brünn, dem die Kreise Brünn, Znaim und Iglau sowie die Herrschaften Chirlowitz und Wischen zugewiesen wurden. Gleichzeitig erhob er das Bistum Olmütz zum Erzbistum und Brünn zu dessen Suffragandiözese.
Das neue Bistum Brünn bestand aus 18 Dekanaten mit 151 Pfarreien und 28 Lokalien. Kathedrale wurde die Brünner Kollegiatskirche St. Peter und Paul. Das dort seit 1298 bestehende Kollegiatskapitel wurde zum Domkapitel erhoben, und dessen Propst Matthias_Franz_Reichsgraf_von_Chorinský zum ersten Bischof ernannt.
18. und 19. Jahrhundert
Große Probleme ergaben sich für das neu gegründete Bistum bei der Priesterausbildung, nachdem 1773 die Jesuitenkollegien in Brünn, Znaim und Iglau aufgehoben worden waren. Da Brünn Sitz der mährischen Landesregierung war, wurde 1778 die Universität_Olmütz mit der Theologischen Fakultät nach Brünn verlegt, geriet jedoch bald in Auseinandersetzungen zwischen Reformern und konservativen Theologen, auf deren Seite Bischof Chorinský stand, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Die Universität wurde 1782 nach Olmütz zurückverlegt und im selben Jahr auf Diözesangebiet auf Weisung Josephs_II. acht Klöster, darunter die bedeutende Abtei Klosterbruck, aufgelöst.
Chorinskýs Nachfolger Johann Baptist Lachenbauer, ein Anhänger der Josephinischen_Reformen, war bestrebt, diese mustergültig umzusetzen. Erst in der Amtszeit des Bischofs Vinzenz_Joseph_Graf_von_Schrattenbach konnte im Gebäude des ehemaligen Dominikanerklosters das Brünner Priesterseminar errichtet werden.
20. Jahrhundert
Nach dem Tod des Bischofs Karel Skoupý 1972 trat bis 1989 eine Sedisvakanz ein, da die die kommunistischen Machthaber der damaligen Tschechoslowakei eine Neueinsetzung verhinderten. Erst nach der politischen_Wende von 1989 konnte Vojt?ch Cikrle zum neuen Bischof von Brünn ernannt und geweiht werden. Ihm steht seit 1999 Petr Esterka als Weihbischof zur Seite.
Gegenwart
Das Bistum Brünn umfasst ein Gebiet von 10597 m², das in 20 Dekanate und 450 Pfarreien aufgeteilt ist. Von den rd. 1.354.500 Menschen, die in diesem Gebiet wohnen, bekennen sich rd. 533.250 zum katholischen Glauben. Bischof ist seit 1990 Vojt?ch Cikrle.
Siehe auch
• der Bischöfe von Brünn]
• Kirche in Tschechien]
Literatur
Erwin Gatz: Bistum Brünn. In: Die Bistümer des Heiligen Römischen Reiches von ihren Anfängen bis zur Säkularisation. S. 154-155, ISBN 3-451-28075-2
Weblinks
*http://www.biskupstvi.cz/

