Ujazd (Oppeln)
Ujazd (deutsch Ujest, 1936?45: Bischofstal) ist eine der Woiwodschaft Oppeln angehörige Stadt- und Landgemeinde im südwestlichen Teil Polens und liegt rund 45 km südöstlich von Oppeln und 50 km nordwestlich von Kattowitz an der Klodnitz und dem Gleiwitzer Kanal. Nahe der Grenze zur Woiwodschaft Schlesien und zwischen K?dzierzyn-Ko?le und Pyskowice gelegen, gehört der Ort dem Landkreis Strzelce an.
Geschichte
Die erste Erwähnung des circuitio iuxta Cozli als Besitz des Bistums_Breslau stammt aus dem Jahre 1155. Unter dem Bischof Lorenz begründete 1223 der Neisser Vogt die Stadt Ujest mit den Dörfern Alt Ujest (Stary Ujazd), Niesdrowitz (Niezdrowice), Jarischau (Jaryszów) und Kaltwasser (Zimna Wódka), 1239 kam noch Klutschau (Klucz) hinzu. Dies ist auch die älteste nachweisliche Besiedelungstätigkeit durch das Bistum Breslau überhaupt.
Der Ujester Halt, wie der bischöfliche Besitz im Herzogtum Oppeln genannt wurde, wurde noch um mehrere Dörfer erweitert, und der Versuch der Herzöge, mit der bischöflichen Kolonisation zu konkurrieren, scheiterte bald und dem herzöglichen Slawentzitz wurden die Stadtrechte wieder entzogen.
Der Ujester Halt wurde 1443 aus dem bischöflichen Besitz verkauft und war seitdem im Besitz verschiedener Adelshäuser, die 1580 das Schloss Ujest errichteten und mehrfach umbauten.
1837 gelangte der Ujester Halt an die Fürsten von Hohenlohe-Öhringen, die damit ihren umfangreichen Grundbesitz an der Klodnitz und Birawka, der bereits Slawentzitz und Bitschin (Bycina) umfasste, erweiterten.
1861 wurde Fürst Hugo zu Hohenlohe-Öhringen der Titel Herzöge von Ujest verliehen. Das Herzogtum Ujest umfasste 1910 eine Fläche von 416 km², dazu gehörten drei Fideikommisse (Ujest, Slawentzitz und Bitschin).
Die Stadt erlangte nur kirchliche Bedeutung, der wirtschaftliche und industrielle Aufschwung Oberschlesiens ging an ihr vorbei.
Bis 1945 gehörte Ujest, das am 3. September 1936 in Bischofstal umbenannt wurde, dem Landkreis Groß Strehlitz an.
Das Schloss der Fürsten von Hohenlohe-Öhringen in Ujest wurde 1945 zerstört und ist seitdem eine Ruine.
Seit 2006 ist der Ort offiziell zweisprachig.
Persönlichkeiten
• von Heyden] leitete bis 1859 als Generalbevollmächtigter die Bergwerke im Ujester Halt.
Einwohnerentwicklung
1787: 960 Einwohner
1825: 1.718
1905: 2.214
1939: 2.196
1961: 3.192
1971: 2.600
Landgemeinde
Zur Gemeinde Ujazd gehört neben der Stadt auch eine ländliche Gemeinde von fünf Ortschaften.
* Jariszów (Jarischau)
* Klucz (Klutschau, 1936?45: Schlüsselgrund)
* Olszowa (Olschowa, 1936?45: Erlenbusch)
* Sieroniowice (Schironowitz, 1936?45: Grünheide O.S.)
* Zimna Wódka (Kaltwasser)
Literatur
V. Loewe: Geschichte der Stadt Ujest, Oppeln, 1923

