Birrhard
Birrhard ist eine politische Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt rund fünf Kilometer südöstlich des Bezirkshauptorts.
Geographie
Das lang gestreckte Strassendorf mit den Ortsteilen Ausserdorf, Unterdorf und Inlauf befindet sich am östlichen Rand des ausgedehnten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Birrfelds. Unmittelbar östlich der Bebauung fällt diese Ebene steil zum Ufer der Reuss ab; der Höhenunterschied beträgt dabei rund fünfzig Meter. Die Reuss bildet die östliche Gemeindegrenze und fliesst hier durch eine rund hundert Meter breite Schlucht.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 300 Ha, davon sind 97 Ha bewaldet und 42 Ha überbaut. Die höchste Stelle liegt auf 412 m, die tiefste auf 340 m an der Reuss.
Nachbargemeinden sind Mülligen im Norden, Birmenstorf im Osten, Wohlenschwil und Mägenwil im Süden, Brunegg im Südosten sowie Birr und Lupfig im Westen.
Geschichte
"Birharth" wurde erstmals 1254 urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich war das Dorf aber schon im 8. Jahrhundert von den Alemannen bewohnt, denn 1925 wurde ein Grab mit Beigaben aus jener Zeit entdeckt. Birrhard gehörte zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Grafen von Habsburg, deren Stammsitz nur wenige Kilometer entfernt ist. 1397 wurden die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch übertragen.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; das Eigenamt wurde ein Untertanengebiet der Stadt Bern und lag damit im so genannten Berner Aargau. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden säkularisiert; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übte nun sämtliche Rechte aus.
Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Birrhard gehört seither zum Kanton Aargau. Seit 1803 gehören auch die östlichen und südlichen Nachbargemeinden dazu, nachdem der Kanton Baden aufgelöst und die Franzosen wieder abgezogen waren.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Birrhard ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Von 1850 bis 1960 sank die Bevölkerungszahl um über einen Drittel. Der Aufschwung setzte ein, als sich in den Nachbargemeinden Birr und Mägenwil zahlreiche Industriebetriebe ansiedelten;, seither ist die Bevölkerung um mehr als das Doppelte gewachsen.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Rot über gewelltem weissem Schildfuss ausgerissener grüner Birnbaum mit gelben Früchten." Das Wappen erschien erstmals 1872 auf dem Gemeindesiegel. Das heutige überarbeitete Design entstand aufgrund eines Schülerwettbewerbs im Jahr 1965.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2006 lebten 643 Menschen in Birrhard, der Ausländeranteil betrug 8,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 51,5 % reformiert und 33,2 % römisch-katholisch; 2,6 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 95,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,3 % Italienisch, 1,0 % Albanisch, 0,9 % Französisch.
Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Windisch. Das Dorf ist durch die Postautolinie Brugg - Mellingen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.
Auf dem Gemeindegebiet liegt das Autobahndreieck Birrfeld, wo die A3 auf die A1 trifft. Der nächste Autobahnanschluss befindet sich rund drei Kilometer nordwestlich zwischen Lupfig und Hausen.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über ein Schulhaus, in dem der Kindergarten und die Primarschule untergebracht sind. Die Realschule kann in Birr, die Sekundarschule in Birr oder Lupfig und die Bezirksschule in Windisch oder Mellingen besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.
Weblinks
• Offizielle Website der Gemeinde Birrhard
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• Postautolinie Brugg - Birrhard - Mellingen

