Myanmar
Myanmar [] ? nach wie vor auch unter dem früheren Namen Birma bzw. dessen englischer Entsprechung Burma bekannt ? ist ein Staat in Südostasien. Neben der offiziellen Bezeichnung (siehe rechts) nennen die Einwohner den Staat auch kurz Myanma Naingngan (Myanmarischer Staat). Zurzeit wird über eine neue Verfassung beraten. Im Entwurf wird als neuer offizieller Name Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan Daw (Union der Republik von Myanmar) vorgeschlagen. Außerdem sind eine Änderung von Staatsflagge und Staatssiegel geplant.
Geographie
Myanmar grenzt im Norden und Osten an die Volksrepublik China, Laos und Thailand und im Süden an den Indischen_Ozean. Das Andamanische_Meer trennt Myanmar von den südwestlich gelegenen indischen Inseln Andamanen und Nikobaren. Im Westen grenzt Myanmar an Bangladesch und die indischen Bundesstaaten Mizoram, Manipur, Nagaland und Arunachal Pradesh.
Städte
Größte Stadt des Landes ist mit 4.477.782 Einwohnern (Stand 2005) Rangun, welche bis November 2005 auch Hauptstadt des Landes war. Seit Dezember 2005 waren die Regierungsbehörden nach und nach in die neue Hauptstadt Pyinmana, ungefähr 320 km nördlich von Rangun gelegen, verlegt worden. Am 6. Februar 2006 war der Umzug sämtlicher Ministerien offiziell abgeschlossen. Die neue Hauptstadt ist für Zivilisten und Ausländer gesperrt und wurde am 22. März 2006 Naypyidaw (königliche Stadt) getauft. Weitere große Städte sind Mandalay, Mawlamyaing, Bago, Pathein.
Siehe auch: Liste der Städte in Myanmar
Klima
Myanmar befindet sich ? mit Ausnahme des äußersten Nordens ? im Einflussbereich des Indischen_Monsuns. Durch das Relief bedingt sind die Ausprägungen des Monsuns unterschiedlich in den einzelnen Landesteilen.
Im Wesentlichen lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden:
* Regenzeit von Ende Mai bis Mitte Oktober,
* Kühle Jahreszeit von Ende November bis Ende März und
* Heiße Jahreszeit in den Monaten April/Mai und Oktober/November.
Bild:Klimadiagramm-metrisch-deutsch-Rangun.Myanmar.png|Klimadiagramm Rangun
Bild:Klimadiagramm-metrisch-deutsch-Mandalay.Myanmar.png/'>Klimadiagramm Christen sind. 2,4 % gehören zu den Mon. Die Palaung gehören zur Sprachgruppe der Mon-Khmer und umfassen ca. 150.000 Personen. Sie leben im südlichen Kachin- und im Shanstaat. 2,2 % sind Chin (Tschin) und 1,4 % Kachin. Hauptsächlich im Rakhaing-Staat leben etwa 730.000 Arakanesen. Andere Quellen geben ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung sogar mit 4 % an. Ebenfalls im Rakhaing-Staat leben die Rohingya, denen der Status als Volksgruppe verwehrt wird und die von der Regierung als
Religionen
*Religion: Buddhismus (89 %), Christentum (4 %), Islam (4 %), Stammesreligionen und andere (3 %)
Die am weitesten verbreitete Religion in Myanmar ist der Buddhismus. Einige der berühmtesten buddhistischen Kunstwerke (Statuen) im asiatischen Raum befinden sich hier. Vorherrschend ist die frühbuddhistische Theravada-Schule, die im 20. Jahrhundert auch maßgeblichen Einfluss auf die Buddhismus-Rezeption im Westen hatte. So fußen viele der Standardwerke der Vipassana-Meditation (z. B. Nynaponika: ?Geistesschulung durch Achtsamkeit?) auf den Lehren birmanischer Dharma-Meister wie Mahasi Sayadaw, Chanmyay Sayadaw U Janaka, Ledi Sayadaw oder Sayadaw U Pandita. Zu den wichtigsten Heiligtümern zählen vor allem die Shwedagon-Pagode in Rangun, der Goldene_Fels in der Nähe von Bago und der Mount Popa in der Nähe von Bagan.
Zum Christentum bekennen sich 4% der Bevölkerung, vor allem in den Volksgruppen der Chin und der Karen, die einem kürzlich bekannt gewordenen Regierungsprogramm "zur Zerstörung der christlichen Religion in Birma" zufolge, systematisch vertrieben werden sollen.Daily Telegraph: [http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/01/21/wburma21.xml Burma 'orders Christians to be wiped out'], 21. Januar 2007 Besonders bei den ethnischen Minderheiten ist der Geisterglaube noch weit verbreitet (vgl. Weblinks: DLF).
Demographische Daten
*Bevölkerungswachstum: 1,5 % (1998); 1,2 % (2002)
*Lebenserwartung: 57,2 Jahre (2002)
*Säuglingssterblichkeit: 77 pro Tausend (2002)
*Ca. 1 bis 2% der Bevölkerung wird als HIV-positiv geschätzt
*Alphabetisierung: 85,3 % (2002)
*Umgesiedelte im eigenen Land:1.000.000
*Anteil am BiP: Landwirtschaft (63%), Industrie (9%), Dienstleistung (18%)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Myanmars
Im 11. Jahrhundert gründet König Anawrahta das erste birmanische Reich. Im 19. Jahrhundert fällt Birma nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft. Der letzte König von Birma wird mit seiner Familie durch die britische Besatzung ins Exil nach Indien geschickt, wo er auch stirbt. Birma wird Teil von Britisch-Indien. Im 2._Weltkrieg wird es von Japan okkupiert, aber nach Kriegsende wieder von den Briten zurückerobert. 1948 wird Birma in die Unabhängigkeit entlassen. Nach einer kurzen demokratischen Phase wird Birma von verschiedenen Militärregimen kontrolliert.
Am 18. Oktober 1965 verabschiedet der Revolutionsrat ein Gesetz, nach dem alle Wirtschaftsunternehmen verstaatlicht werden. Wenig später werden alle christlichen Missionare zum Ende des Jahres 1966 ausgewiesen. Am 8. August 1988 gipfeln monatelange Unruhen wegen der Wirtschaftspolitik des Militärs unter Führung von General Ne Win in der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in der Hauptstadt Rangun mit mehreren Tausend Toten. Der Tag geht mit seinem symbolträchtigen Datum 8.8.88 in die Geschichte ein. Ein neues Militärregime unter General Saw Maung etabliert sich als Staatsrat für die Wiederherstellung von Recht und Ordnung (SLORC). 1989 wird das Land in Myanmar umbenannt. Als 1990 bei demokratischen Wahlen die oppositionelle Nationale_Liga_für_Demokratie_(NLD) einen Erdrutschsieg erringt, werden die Wahlen vom Militärregime für ungültig erklärt, und es kommt zu einer blutigen Niederschlagung von friedlichen Studentenprotesten. Das Regime bleibt an der Macht.
Die am 9. Januar 1993 erstmals einberufene Nationale Versammlung, die eine neue Verfassung erarbeiten soll, wird nach mehreren Sitzungen am 31. Mai 1996 endgültig ausgesetzt. Die NLD war nach Protesten gegen die vom Militär vorgegebenen Verfahrensvorschriften am 29. November 1995 von der Nationalen Versammlung ausgeschlossen worden.
Bis zur Jahrtausendwende vereinbart General Khin Nyunt mit einigen der Minderheitenvölker Myanmars Waffenstillstandsabkommen. Die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wird willkürlich freigelassen und erneut unter Hausarrest gestellt, zuletzt nach einem blutigen Überfall auf ihre Wagenkolonne in Zentralbirma im Mai 2003. Nach einer scheinbaren Öffnung des Regimes im Jahre 2003 gewinnen die Hardliner gegen Ende des Jahres 2004 wieder die Oberhand; die Menschenrechtssituation ist katastrophal.
Nach dem Erdbeben im Indischen Ozean 2004 am 26. Dezember und der hierdurch ausgelösten Flutwelle verweigert das Regime internationalen Hilfskräften die Einreise und stellt so niedrige Zahlen über die Opfer zur Verfügung, dass sie von ausländischen Organisationen angezweifelt werden.
Im November 2005 beginnt die Regierung mit der Verlegung des Regierungssitzes von Rangun nach Kyappyay in der Nähe der Stadt Pyinmana (Mandalay-Division). Nicht einmal die direkten Anrainerstaaten waren vorab hierüber informiert worden. Begründet wird der Schritt offiziell mit der gegenüber Rangun zentralen Lage der neuen administrativen Kapitale. Inoffizielle Spekulationen reichen von der Furcht vor einer ausländischen Invasion vom Meer aus bis zur Abschottung des Regimes aus Furcht vor möglichen neuen Volksaufständen.
Die im August 2003 vom zwischenzeitlichen Premierminister Khin Nyunt verkündete ?Road Map? für den Weg zur Demokratie nimmt mit der erneuten Einberufung der Nationalen Versammlung, die eine neue Verfassung erarbeiten soll, ihren Lauf. Zwischen dem 17. Mai 2004 und dem 29. Dezember 2006 tritt sie vier Mal für insgesamt acht Monate zusammen, ohne dass eine neue Verfassung entstanden ist.
In der Reihe der Kritiker des Regimes erscheinen im Dezember 2005 erstmalig auch die ASEAN-Staaten. Bereits im März 2005 hatte Myanmar auf die turnusmäßige Übernahme des jährlich wechselnden Vorsitzes innerhalb ASEAN zugunsten der Philippinen verzichtet. Ein von den USA im Weltsicherheitsrat eingebrachter Resolutionsentwurf, der das Militärregime zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Freilassung aller politischen Gefangenen auffordern soll, wird im Januar 2007 mit den Stimmen der Vetomächte China und Russland abgelehnt.
Birma/Burma oder Myanmar?
Eigentlich handelt es sich bei Burma und Myanmar nicht um zwei unterschiedliche Bezeichnungen. Bama mit undeutlich ausgesprochenem ersten ?a?, von dem sich die englisch ausgesprochene Schreibweise Burma (und davon in anderen Sprachen wiederum Birma) herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen Sprache und für ihr Land. Dazu kommen Unterschiede in der Aussprache durch die Dialekte, denn je nachdem wie stark man die Lippen schließt und wie viel Druck beim ersten Konsonanten entsteht, ist der Übergang von ?B? zu ?M? fließend. Der Begriff Myanma soll bis auf das 6. Jahrhundert zurückgehen. Er entstammt der Schriftsprache und findet sich daher eher in historischen Dokumenten, während Bama umgangssprachlich verwendet wird. Seit den 1920er-Jahren gab es Bestrebungen, einen einheitlichen Begriff für alle im jetzigen Myanmar beheimateten Volksgruppen zu finden. So wurde mehrmals Bama durch Myanma ersetzt und umgekehrt.Die offizielle Umbenennung des Landes in Union Myanmar (Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw) durch das Militär war daher in erster Linie ein Vorhaben mit Außenwirkung. Das Land sollte sich als selbstbewusster Staat präsentieren, der die Kolonialzeit endgültig überwunden hat. Kritiker bemängeln, dass die Umbenennung durch die Willkür der Machthaber geschehen sei, ohne eine Volksabstimmung hierüber durchführen zu lassen.
Die Umbenennung erfolgte aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89 vom 18. Juni 1989, das auch die offizielle Schreibweise vieler Ortschaften neu bestimmte. Hierfür wurden die Namen in ihrer ursprünglichen Form, also unter Ausschluss derjenigen Veränderungen, welche sie durch den kolonialen Einfluss erfahren hatten, nach ihrer aktuellen Aussprache ins lateinische Alphabet transkribiert.
Die Vereinten_Nationen übernahmen den neuen Namen des Staates wenige Tage nach der Verkündung durch das Militär. Dem sind mittlerweile viele Staaten gefolgt, während die Vereinigten_Staaten und Australien sowie weitere Staaten und Nichtstaatliche Organisationen als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma festhalten. Auch Aung San Suu Kyi sprach sich 1996 für die Beibehaltung von Burma aus, zum einen wegen der fehlenden Mitwirkung des Volkes, zum anderen, da der Begriff Myanmar eben nicht die Vielfalt der Volksgruppen im Lande widerspiegele.
Im Birmanischen bedeutet die Silbe Myan ?schnell?, die Silbe Mar ?hart?oder "stark".
Zum Namenskonflikt gibt es viele Meinungen und Ansichten in der wissenschaftlichen Literatur. Eine Auswahl:
* Arthur Phayre: History of Burma. Bangkok 1998 (Nachdruck der Ausg. 1883), S. 2. (Bibliotheca orientalis - Burma ; 7). ISBN 9748299007.
* Christina Fink: Living Silence : Burma under military rule. Zed Books 2001. S. 4ff, 70 (Politics in Contemporary Asia). ISBN 1-85649-926-X.
* Uta Gärtner: Myanmar verstehen : Sprachlehrbuch. Berlin 2002, S. XIII. (SOA-Arbeitsmaterialien der HU Berlin). ISSN 1619-3377.
Politik
• SPDC/'>Militärdiktatur] unter dem Namen 'Staatsrat für Frieden und Entwicklung ([[State Peace and Development Council/'>SPDC)', bestehend aus zwölf Mitgliedern. Die letzte Verfassung der Sozialistischen Republik von 1974 ist seit dem 18. September 1988 außer Kraft gesetzt.
*Staatschef: General Elite. Lernfreiheit und freie Fächerwahl besteht nicht, dafür ist es möglich gewisse Fächer per Fernkurs zu studieren.
Verwaltungsgliederung
Myanmar gliedert sich in sieben States und sieben Divisions. Die Landesteile, die überwiegend von der größten Volksgruppe Myanmars, den Bamar besiedelt sind, heißen Division, die Bereiche, die überwiegend von Minderheiten bewohnt werden, State.
Die Minderheiten-States bilden zum überwiegenden Teil die Außengrenzen Myanmars: im Uhrzeigersinn beginnend im Südwesten:
*(1) Rakhaing (Arakan) (Hauptstadt: Akjab)
*(2) Chin (Hauptstadt: Hakha)
*(3) Kachin (Hauptstadt: Myitkyina)
*(4) Shan (Hauptstadt: Taunggyi)
*(5) Kayah (Hauptstadt: Loi-kaw)
*(6) Kayin oder Karen (Hauptstadt: Pa-an)
*(7) Mon (Hauptstadt: Mawlamyaing)
Von den sieben Divisions verfügen zwei über Außengrenzen auf dem Festland, die übrigen fünf liegen entweder im Binnenland oder am Meer:
*(8) Sagaing (Hauptstadt: Sagaing)
*(9) Tanintharyi (Tenasserim) (Hauptstadt: Tavoy)
*(10) Irawadi (Hauptstadt: Pathein)
*(11) Yangon (Hauptstadt: Yangon)
*(12) Bago (Pegu) (Hauptstadt: Bago)
*(13) Magwe (Hauptstadt: Magwe)
*(14) Mandalay (Hauptstadt: Mandalay)
States und Divisions sind weiter untergliedert in Distrikte und Gemeinden.
Wirtschaft
einiger Länder in Südostasien, Barrels pro Tag
Mit einem Bruttosozialprodukt von weniger als 622 Euro (2001) pro Einwohner gehört Myanmar zu den ärmsten Ländern der Welt. 70 % der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft; in ihr werden 60 % des BIP erzeugt, während die Industrie 9 % und der Dienstleistungssektor 31 % beitragen. Vor der Diktatur stand das Land wirtschaftlich sehr gut da und wurde auch ?Kornkammer Südostasiens? genannt, bekannt auch als Kupfer- und Edelsteinlieferant.
Probleme
In Myanmar herrscht eine starke Inflation, die einheimische Währung Kyat verlor im Zeitraum von 1990 bis 2001 durchschnittlich 34,6 % pro Jahr an Wert; in den Jahren 2002/03 beschleunigte sich die Inflationsrate auf durchschnittlich 46,9 %.
Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Myanmar belegt einen der untersten Plätze in der Korruptionsstatistik der Organisation Transparency International. Ein anderes großes Problem sind die exorbitanten Ausgaben für Militär, Polizei und Geheimdienste, die seit Jahren über 50 % des Staatsbudgets ausmachen.
Außenhandel
Die Handelsbilanz war im Zeitraum 2002/03 bei Importen im Wert von 2,391 Milliarden Euro und Exporten im Wert von 2,185 Milliarden Euro negativ. Wichtigste Exportgüter sind Erdgas sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, während die Importe zu einem großen Teil aus Konsumgütern, Halbfertigwaren und Investitionsgütern bestehen. Vergeblich versuchen vornehmlich westliche Staaten, die Militärjunta mit Handelsbeschränkungen zur Vorantreibung der Demokratisierung des Landes zu bewegen. Während sich eine ganze Reihe europäischer und amerikanischer Firmen wegen zu schlechter wirtschaftlicher Aussichten, wegen übertriebener Bürokratie oder der Menschenrechtslage aus Myanmar wieder zurückzogen, expandieren dorthin besonders Firmen aus Japan, Korea, Singapur und China.
Bekamen Touristen früher nur Visa für maximal eine Woche, so öffnete sich das Land vor einigen Jahren aus wirtschaftlichem Druck und wirbt zunehmend aktiv für den Devisen bringenden Tourismus. Dafür wurden Flughäfen und Straßen auch mit Zwangsarbeitern ausgebaut. Viele Menschenrechtsorganisationen und tourismuskritische Vereinigungen (z.B. Tourism Concern) rufen Touristen jedoch zum Boykott des Landes auf, da diese ihrer Ansicht nach durch Reisen nach Myanmar das Militärregime unterstützten und ihre Devisen nicht bei der Bevölkerung ankämen.
Aus der Bevölkerung zwangsrekrutierte Arbeiter wurden auch beim Großprojekt der umstrittenen Gaspipeline nach Thailand eingesetzt. Wegen mannigfacher Verstöße gegen ihre Regularien erwägt die International Labour Organization den Ausschluss ihres Mitglieds Myanmar. Umweltschäden großen Ausmaßes entstehen durch das Abholzen eines der letzten ursprünglichen Teakholzwälder der Erde zwecks Devisenbeschaffung.
Bodenschätze
Weiterhin werden in Myanmar hochwertige Jade und Edelsteine gefördert. Berühmt sind die Taubenblut-Rubine aus den Minen in der Nähe der Stadt Mogok. Dort kommen auch Spinell, Saphir und einige andere Minerale und Edelsteine in hervorragender Qualität vor. Einzigartig ist das Vorkommen von Painit. Gold wird ebenfalls gewaschen, wobei eine beträchtliche Menge davon von Pilgern in Form von hauchdünnen Blättchen auf Zedis (Stupas), Buddha-Statuen und den Goldenen_Felsen geklebt wird.
Schattenwirtschaft
An der Grenze zu Laos und Thailand - hat Myanmar Anteil am sogenannten Goldenen_Dreieck, in dem Schlafmohn angebaut wird, um aus ihm Opium zur Heroinproduktion zu gewinnen. Die Bedeutung Myanmars als Lieferant für den weltweiten Heroinmarkt ist durch das Wiedererstarken der Drogenproduktion in Afghanistan nach dem Absetzen der Taliban spürbar gesunken. Myanmar nimmt in der Welt jedoch eine Spitzenposition bei der Produktion von Amphetaminen ein, die auf chemischem Weg leichter, billiger und von der Witterung unabhängiger als Mohn produziert werden können. Sie werden in schwer auffindbaren Dschungel-Fabriken tonnenweise hergestellt und vor allem über Thailand und China in die ganze Welt exportiert. Teilweise sollen die Regierungsvertreter daran mitverdienen, indem mit den involvierten aufständischen Ethnien Waffenstillstände gegen Beteiligungen an den Einnahmen aus dem Rauschgifthandel ausgehandelt wurden.
Infrastruktur
Eisenbahn
Der Ursprung des ausschließlich in der Spurweite von 1000 mm errichteten Eisenbahnnetzes geht auf die britische Kolonialzeit zurück. Die erste Eisenbahnlinie wurde 1869 zwischen Rangun und dem nordwestlich gelegenen Letpadan eröffnet. 1889 folgte die Linie von Rangun nach Mandalay, die später noch weiter nordwärts bis Myitkyina verlängert wurde.Mike's Railway History: [http://mikes.railhistory.railfan.net/r044.html Burma's Metre-gauge System], (Zugriff 30. September 2006) Im Zweiten Weltkrieg ließen die Japaner von Kriegsgefangenen die sogenannte Todeseisenbahn von Thanbyuzayat nach Thailand errichten. Diese Strecke erlangte durch den Film Die Brücke am Kwai große Berühmtheit. Sie wurde aber bereits kurz nach Ende des Krieges demontiert. Heute hat das Streckennetz eine Länge von 3955 km (2005).CIA - The World Fact book: [https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/bm.html#Trans Burma] (Zugriff 30.9.2006) Grenzüberschreitende Linien existieren nicht. Rückgrat des Netzes ist die von Mawlamyaing über Rangun und Mandalay nach Myitkyina verlaufende Nord-Süd-Strecke. Innerhalb dieser Strecke kommt dem 622 km langen Abschnitt zwischen Rangun und Mandalay eine besondere Bedeutung zu, die sich unter anderem in seinem teilweise zweigleisigen Ausbau und dem Einsatz moderner und auch nach westlichen Gesichtspunkten komfortabler Expresszüge ausdrückt. Von der Nord-Süd-Strecke führen Stichstrecken u. a. nach Lashio, Shwenyaung, Bagan und Pyay.
Fehlende Investitionen haben den Verschleiß der Strecken begünstigt, so dass diese sich heute weitgehend in einem schlechten Zustand befinden. Der Verkehr wird von der staatlichen Gesellschaft Myanma Railways (MR) weitgehend mit Diesellokomotiven und einigen Dampflokomotiven abgewickelt. Die eingesetzten Züge erreichen oftmals nur Reisegeschwindigkeiten von 30 km/h oder weniger. Selbst die zwischen Rangun und Mandalay verkehrenden Expresszüge benötigen für die 622 km ca. 16 Stunden. Fahrpläne existieren zwar, sie sind aber für den täglichen Betriebsablauf kaum von Bedeutung, da Verspätungen von bis zu mehreren Stunden aufgrund des mangelhaften Streckenzustandes und wegen Unfällen an der Tagesordnung sind. Ebenso kommen aber auch Abfahrten mehrere Stunden vor dem Plan vor. Bei großen Verspätungen lässt die Bahngesellschaft auch schon einmal Züge ausfallen, um die Wagen- und Lokumläufe wieder zu ordnen. Angesichts einer Netzlänge von fast 4000 km ist die Zahl der täglich eingesetzten Zugpaare mit etwa 100 vergleichsweise gering. Die im Süden des Landes zwischen Pyuntaza und Madauk noch regelmäßig verkehrenden Dampfzüge werden zunehmend auch von Touristen als nostalgisches Bahnerlebnis genutzt.zum Zustand und Betrieb der Eisenbahn siehe die Reiseberichte [http://www.seat61.com/Burma.htm#Yangon%20(Rangoon)%20-%20Bagan hier], [http://www.weltumrundung.de/reisen/myanlisp2000/myanlisp2000kap1.html hier] und [http://www.frank-engel.de/index.htm hier] (30.9.2006)
Straßennetz
Der Straßenverkehr hat sich in Myanmar zum wichtigsten Verkehrsträger entwickelt. Das Straßennetz ist insgesamt 27.000 km lang (2005). Allerdings sind nur 3200 km asphaltiert.CIA - The World Fact book: [https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/bm.html#Trans ] (30.9.2006) Der Straßenverkehr sieht sich allerdings mit schwierigen klimatischen Verhältnissen konfrontiert. Während der Regenzeit sind zahlreiche Straßen wegen Unterspülungen unterbrochen, in der Trockenzeit reißt die Sonne hingegen den Asphalt auf. Allerdings sind die Einheimischen sehr einfallsreich, um derartige Hindernisse zu überwinden, wie folgender Auszug eines Reiseberichtes belegt:
Am Tag darauf müssen wir eine unfreiwillige Pause auf unserer Weiterfahrt einlegen. Was gestern noch eine Straße war, ist jetzt ein flacher, aber reißender Fluss. (...) Während wir uns bestaunen lassen, hat Lay Ko einen Traktor angeheuert, der unser Auto durch die rund 200 Meter breiten Fluten ziehen soll. Der Motorblock wird in eine Plastikplane gepackt, der Wagen hinter den Traktor gespannt und (...) schon finden wir uns mitten im Wasser wieder, das bis in den Fußraum schwappt. Aber es geht gut: Am anderen Ufer springt unser Auto klaglos an.Susanne Weingarten: Ein Land für die Götter. In: Die Zeit. Ausgabe vom 21.9.2006. S. 89
Zudem ist Benzin rationiert. Privatfahrer erhalten offiziell nur neun Liter Benzin am Tag.Susanne Weingarten: Ein Land für die Götter. In: Die Zeit. Ausgabe vom 21.9.2006. S. 89
Siehe auch
• in_Burma]_(Burmese_Days)_ist_ein_Roman_von_George_Orwell,_der_in_den_1920er-Jahren_im_von_Engländern_besetzten_Birma_spielt.
•_
_Myanmar-Galerie_
Bild:burma01.jpg/'>In_der_Shwedagon-Pagode
Bild:burma02.jpg|Abendstimmung_in_der_Shwedagon
Bild:burma03.jpg|Birmanische_Kinder
Bild:burma04.jpg|Meditation_im_Freien
Bild:burma05.jpg|Beinruderer_auf_dem_Inlesee
Bild:burma06.jpg|Inlesee-Kloster
Bild:burma07.jpg|Ochsenkarren
Bild:burma08.jpg|Pagode_in_Mingun
Bild:burma09.jpg|In_Mandalay
Bild:burma10.jpg|Die_U-Bein_Brücke
Bild:burma11.jpg|Blick_über_Bagan
Bild:burma12.jpg|Der_Sulamani-Tempel
Bild:burma13.jpg|Bagan_im_Morgennebel
Bild:burma14.jpg|Bagan_Impression
Bild:burma15.jpg|Der_Ananda-Tempel
Bild:burma16.jpg|Am_Strand_von_Ngapali
_Weblinks_
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*Menschenrechte_in_Myanmar_?_[http://www.ahrchk.net_Asiatische_Menschenrechtskommission]
•_
•_
*_Audio-Beitrag_des_[[Deutschlandfunk (englisch)
• Botschaft der Union Myanmar in Deutschland
• Daw Aung San Su Kyi (englisch)
• The Chin Forum(englisch)
• Democratic Voice of Burma Nachrichten aus Myanmar (englisch)
*Menschenrechte in Myanmar ? [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
• Analyse der OpenNet Initiative zur Zensur in Myanmar
• Die Sprachen Myanmars (Birmas)
* Audio-Beitrag des [[Deutschlandfunks (DLF): [http://www.dradio.de/aod/html/?mod=aod&station=&search=geisterglaube&day1=26&month1=04&year1=2006&day2=26&month2=04&year2=2006&search_station=0&broadcast=&theme=&ACTION_SEARCH=Suchen
• Myanmar - ausführliche Reiseinformationen auf Wikivoyage
Online-Zeitungen:
• The New Light of Myanmar (regierungsabhängig und zensiert, englisch)
• Myanmar Times (regierungsabhängig und zensiert, englisch)
• The Irrawaddy (unabhängig, mit Sitz in Thailand, englisch)
• PING LONG - Myanmar Travel Info (englisch)
• Nachrichtenagentur www.shanland.org (Englisch)
Literatur
Sachbücher
* Jens Freyler: Road to Mandalay - Reisen in Myanmar/Birma (200), ISBN 978-3937274393.
* Bertil Lintner: Burma in Revolt - Opium and Insurgency since 1948 (1988), ISBN 9747100789.
* Roland Bless: Divide et impera? Britische Minderheitenpolitik in Burma 1917-1948 (1990), ISBN 3515056548.
* Alan Clemens: Der Weg der Freiheit. Aung San Suu Kyi - Friedensnobelpreisträgerin. Gespräche (1997).
* Klemens Ludwig: Birma. Aktuelle Länderkunde (1997), ISBN 3406398707.
* Shelby Tucker: Among Insurgents - Walking through Burma (2000), ISBN 0007127057.
Ma Thanegi: Pilgerreise in Myanmar (2002), ISBN 3-293-20289-6.
*Rolf Opalka: Burma im Griff der Militärjunta, in: Blockierte Demokratien in der Dritten Welt Hrsg: Gunter Schubert, Reiner Tetzlaff (1998), ISBN 3-8100-2011-7.
*Martin Smith: Burma. Insurgency and the politics of ethicity (1991).
* Inge Sargent: Mein Leben als Sao Thusandi - Prinzessin der Shan (1997), ISBN 340461920X - Autobiographischer Bericht einer Österreicherin, die bis 1962 in Birma lebte.
* Klaus R. Schröder: Myanmar/Burma - Reisen im Land der Pagoden.
* Inge Sargent, Cecile G. Lecaux: Dämmerung über Birma - Mein Leben als Shan-Prinzessin (Juni 2006) (ISBN 3293203574, Unionsverlag)
* Hans-Bernd Zöllner: Birma zwischen "Unabhängigkeit zuerst - Unabhängigkeit zuletzt", Lit Verlag Münster (2000), ISBN 3825843602.
Belletristik
* Alexandra Jones: Mandalay. Der Roman einer geheimnisvollen Stadt in Burma (1988) - ISBN 3453028902.
Amitav Ghosh: Der Glaspalast (2000), ISBN 3442730368 - Historischer Roman von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart.
Rudyard Kipling: The Road to Mandalay (Gedicht) - Kipling hat Mandalay nie betreten!
* Daniel Mason: Der Klavierstimmer Ihrer Majestät (2004), ISBN 3442458250 - Schauplatz: das Shan-Hochland.
* Richard Mason: Denn der Wind kann nicht lesen (1956) - Kriegsroman aus Burma.
George Orwell: Tage in Burma (2002), ISBN 325720308X - OT: 'Burmese Days' (1926), kolonialkritischer Roman Orwells, der als Polizeioffizier in Birma diente.
* Takeyama Michio: Die Harfe von Burma (Biruma no Tategoto, 1947) - Verfilmt 1956 und 1985 von Kon Ichikawa.
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen (2005), Roman
Anmerkungen und Quellen
dv:??????
frp:Birmanie
hsb:Burmahy:???????ilo:Myanmarkk:??????
ks:?????????ky:??????
my:???????????????????????????????????
nov:Myanmar
pms:Myanmarqu:Myanmar
sw:Myanmar
tet:Birmánia
tg:?????
vo:Myanmän

