Vogelschlag
nach einem Vogelschlag]]Vogelschlag bezeichnet den Zusammenprall von Vögeln mit Objekten am Boden oder in der Luft. Dabei kann zwischen Vogelschlag durch sich bewegende und ruhende Objekte unterschieden werden.
Vogelschlag an ruhenden Objekten
Ebenso wie andere Lebewesen erkennen Vögel manchmal natürliche oder von Menschenhand geschaffene Hindernisse nicht oder missinterpretieren sie und kollidieren mit ihnen. Dies kann zu Verletzungen oder zum Tod der Tiere führen. Die Schäden am Hindernis sind meist gering.
Typische Hindernisse sind Stromleitungen, Fensterscheiben und Lärmschutzwände.
Große Fensterscheiben wurden in den 1970er und 1980er Jahren häufig mit den Silhouetten von Greifvögeln beklebt. Kleinere Vögel, die zu den Beutetieren der Greifvögel gehören, sollten dadurch von der Scheibe ferngehalten werden. Dies gelingt in gewissem Maße mit bunten, kaum jedoch mit schwarzen Silhouetten. Eine neue Lösung zur Verhinderung von Vogelschlag an Fensterscheiben verspricht die Fähigkeit vieler Singvogelarten, das für Menschen unsichtbare UV-Licht zu sehen. Ein Muster aus einem für Vögel sichtbaren UV-Farbstoff könnte die Tiere vor dem Hindernis in ihrem Flugraum warnen, ohne für den menschlichen Betrachter störend zu seinhttp://www.spinnennetz-effekt.de/artikel.pdf Wissenschaftlicher Fachaufsatz zum Thema Vogelschlag-Ursachen und -Verhütung.
Vogelschlag an sich bewegenden Objekten
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Moderne Verkehrsmittel stellen für Vögel eine zum Teil erhebliche Gefahr dar. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten führt eine Kollision in der Regel zu schweren Verletzungen oder zum Tod des Tieres.
Jedoch ist das Auftreffen von Vögeln auf Luftfahrzeuge, Automobile oder Hochgeschwindigkeitszüge auch eine Gefahr für die Fahrzeuge selbst und deren Insassen, da der Fahrzeugführer im einfachsten Fall durch den Aufschlag abgelenkt und erschreckt, im schlimmsten Fall durch das Bersten der Windschutzscheibe verletzt werden kann und dann nicht mehr in der Lage ist, das Fahrzeug weiter zu steuern.
Viele Flugzeuge (wie auch die meisten Hochgeschwindigkeitszüge) werden daher in speziellen Versuchseinrichtungen auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Vogelschlag untersucht. In zunehmendem Maße wird die Auswirkung eines Vogelschlags auch mit Computerberechnungen simuliert. Zum Beispiel am Deutschen_Zentrum_für_Luft-_und_Raumfahrt in Stuttgart werden Flugzeugstrukturen sowohl im Versuch als auch in der Computeranalyse einem künstlichen Vogelschlag ausgesetzt und die Folgen für das Flugzeug untersucht. Dabei kommen künstliche_Ersatzvögel zum Einsatz
Vogelschlag an Luftfahrzeugen
Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Problem des Vogelschlags in der Luftfahrt zu, wo weltweit jährlich ein Schaden von über einer Milliarde US-Dollar entsteht und die Flugsicherheit zum Teil erheblich gefährdet ist.
Geraten Vögel beispielsweise in die Triebwerke von Flugzeugen, in der Luftfahrt als Foreign Object Damage, (FOD) bezeichnet, kann ein Triebwerksausfall die Folge sein. Die Kollisionen mit Flugzeugen kommen während der Start- oder Landephase und Flughöhen unter etwa 3000 m vor. Ein Triebwerksausfall in dieser Situation ist besonders kritisch für die Fluglage. Moderne Triebwerke müssen eine Vogelschlag-Resistenz aufweisen. Ähnliches gilt für die Flugzeugstruktur, wo ein Vogelschlag nicht zu einer katastrophalen Flugsituation führen darf. Entsprechende Tests für Turbine und Struktur eines Flugzeugs schreiben die Zulassungsbehörden wie EASA und FAA vor.
Vogelschlagvermeidung an Luftfahrzeugen
In Deutschland befasst sich der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) http://www.davvl.de Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e.V. seit Mitte der 60er Jahre mit diesem Problem. Er gibt unter anderem eine Vogelzugvorhersage heraus und verbreitet Vogelzugwarnungen, sog. BIRDTAMs (in Anlehnung an NOTAMs), die vom Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr herausgegeben werden. Dieses bietet die Möglichkeit, Infos zur Vogelschlaggefahr in einer Region auf der Basis von Radarvogelzugbeobachtungen zu bekommen. Er gibt auch das Online-Journal "Vogel und Luftverkehr" heraus und erstellt eine Auflistung schwerer, vogelschlagbedingter Flugunfälle. http://www.davvl.de/Seite531d.htm Schwere Vogelschläge
Neben der Vorhersage und Vogelschlagwarnung dient hauptsächlich das Instrument des Biotopmanagements der Vogelschlagverhütung. Flughäfen und deren Umgebung werden dabei in einer Weise gestaltet, dass große, den Flugbetrieb gefährdende oder in großen Schwärmen auftretende Vogelarten ihre ökologischen Ansprüche an einen Lebensraum nicht erfüllt finden. Kleine, oft seltene Arten, die in der überwiegend durch industrialisierte Landwirtschaft geprägten Umwelt kaum noch eine Chance haben, finden dort hingegen einen geeigneten Lebensraum. Nur in Situationen, in denen das Biotopmanagement zur Sicherung der biologischen Flugsicherheit nicht hinreichend Wirkung zeigt, was u. U. nach Schneefall oder Mahd etc. der Fall sein kann, wird in Deutschland Vergrämungstechnik angewendet. Es handelt sich in der Regel um Pyrotechnik, die aus Signalrevolvern verschossen wird. Der erzeugte Knall vertreibt die Vögel. Im Gegensatz zu Nordamerika werden in Deutschland keine letalen Maßnahmen ergriffen, um das Vogelschlagproblem an Flughäfen zu lösen.
An großen Flughäfen im Ausland wird gelegentlich mit Hilfe von Greifvögeln und anderen Maßnahmen (Beschallung von Tonträgern mit Tierstimmen) versucht, das Terrain vogelfrei zu halten. Den Vögeln werden dort auch Möglichkeiten zum Brüten genommen (keine Sträucher oder Bäume).
Große Flugzeuge schalten unter 3000 m (10.000 ft) prinzipiell (auch tagsüber) die Landescheinwerfer an, um für Vögel (und andere Flugzeuge) besser sichtbar zu sein.
Um einem entgegenkommendem Flugzeug zu entkommen, weichen Vögel nach unten im Sturzflug aus, da sie so wesentlich schneller die Höhe ändern können, als im Steigflug. Zur Vermeidung von Vogelschlag sollte der Pilot (wenn die Reaktionszeit noch reicht) deshalb Vögeln nach oben oder zur Seite ausweichen.
Vogelschlag an Windenergieanlagen
Der Vogelschlag an Windenergieanlagen (WEA) stellt ebenfalls ein Problem dar. Nach einer Studie des NABU von 2005 sterben in Deutschland jährlich etwa eintausend Vögel durch Kollision mit einer WEA. Betroffen sind insbesondere Greifvögel und Fledermäuse. Demgegenüber stehen etwa zehn Millionen getöteter Vögel durch Straßenverkehr und Stromleitungen (BUND-Schätzung). Der NABU hatte 127 internationale Studien ausgewertet und kam zum Schluss, dass durch Windenergie in Deutschland keine Vogelart gefährdet sei.
Weblinks
• Spinnennetz-Effekt gegen Vogelschlag an Fensterscheiben
• Tipps zum Vogelschutz

