Jean-Baptiste Billot
Jean-Baptiste Billot (15. August 1828 zu Chaumeil (Corrèze); ? 31. Mai 1907 in Paris) war ein französischer General und Staatsmann.Billot trat am 1. Dezember 1847 in die Militärschule_von_Saint-Cyr ein, wurde 1849 als Unterleutnant in den Generalstab versetzt und diente mit Ausnahme des mexikanischen Feldzugs beinahe immer in Algerien. In rascher Folge stieg er 1852-69 vom Leutnant bis zum Oberstleutnant auf, wurde 1870 beim Ausbruch des deutsch-französischen_Kriegs von Afrika nach Frankreich berufen und zum Obersten in der Loirearmee ernannt.
Er schloss sich der republikanischen Partei an und erlangte die besondere Gunst Gambettas und Freycinets, die ihn an die Spitze des neugebildeten 18. Korps stellten und ihn sehr bald zum Brigadegeneral, dann zum Divisionsgeneral au titre auxiliaire ernannten. An der Spitze seines Korps nahm er am Gefecht von Beaune la Rolande (28. Nov.) teil, kam aber dem 19. Korps unter General Crouzat so spät zu Hilfe, dass dieser Beaune nicht nehmen konnte und zurückweichen musste.
Er gehörte darauf zur Armee Bourbakis und bildete in der Schlacht an der Lisaine den äußersten linken Flügel. Durch die Kommission für die Revision der militärischen Grade wurde er nur als Brigadegeneral bestätigt.
Als Mitglied der Nationalversammlung, zu welchem ihn im Februar 1871 sein heimisches Departement Corrèze wählte, schloss er sich der republikanischen Linken an, die ihn bald zu ihrem Präsidenten erwählte, und beteiligte sich lebhaft an den Verhandlungen über die Armeereform. Ende 1875 wurde er zum unabsetzbaren Senator ernannt, widersetzte sich den monarchischen Restaurationsplänen mit großem Eifer und bewirkte hauptsächlich im Februar 1878 die Reform des französischen Generalstabes nach preußischem Muster. Nach dem Sieg der Republik bewirkte sein Freund Gambetta seine Ernennung zum Divisionsgeneral und Kommandeur der 1. Division des 1. Armeekorps in Lille. 1879 bereits wurde er zum kommandierenden General des l. Korps in Marseille ernannt und übernahm im Januar 1882 im Kabinett Freycinet das Kriegsministerium, das er bis 1883 behielt; 1884 erhielt er das Kommando des 1. Armeekorps in Lille. Vom 29. April 1896 bis 27. Juni 1898 war er im Kabinett Méline erneut Kriegsminister.

