Biligtü Khan
Biligtü Khan (eigentl. Name Ajurchiridhara, *1338 / ? 1378) war als Sohn Toghan Timurs Khan der Mongolen zwischen 1370 und seinem Tod 1378.Herrschaftsübernahme
Der Einfluss seiner Mutter -einst koreanische Nebenfrau und später erste Kaiserin Qi- verhalf Biligtü Khan zur Thronfolge. Schon zu Zeiten seines Vaters war er in destruktive Machtkämpfe bei Hofe verwickelt, die schließlich 1364 zu seiner vorübergehenden Vertreibung durch einen Gouverneur namens Bolod Timur führten.
Vertreibung aus China
Nachdem die Mongolen unter der Regierung seines Vaters Toghan Timur (reg. 1333-1368/70) 1368 von den Ming aus China vertrieben worden waren, bestand zumindest für sie die Yuan-Dynastie weiterhin fort. Deshalb übernahm der Biligtü Khan 1370 die Herrschaft über die "Nördliche Yuan", welche im wesentlichen nur noch aus dem Gebiet der heutigen Mongolei bestand. Ein bei Ausgrabungen in Karakorum gefundenes Amtssiegel mit teils chinesischer und Phags-pa-Schrift beweist diese Verhältnisse.
Rückzug nach Karakorum
Nach der Vertreibung der Mongolen aus China (1368) musste er sich vor den weiterhin angreifenden Ming noch bis nach Karakorum zurückziehen und sammelte dort die verbliebenen Kräfte. Sein wichtigster Partner war hier der fähige Militär Köko Timur (? 1375), der am 7. Juni 1372 Hongwus besten Feldherren Hsü-Ta an der Tula schlug und so die Invasion der Ming stoppte. Umgekehrt versuchten die Mongolenführer Biligtü Khan, Köko Timur und Naghachu ihren Einfluss in Kansu, Liaoning und der Mandschurei aufrechtzuerhalten.
Tod und Nachfolge
Biligtü Khan verstarb 1378 in Karakorum und ihm folgte als Herrscher sein Bruder Toquz Timur (* 1342, ermordet 1388), der schließlich von den Ming am Buyursee 1387 vernichtend geschlagen wurde. Die Chinesen drangen danach bis nach Karakorum vor, zerstörten die einstige Hauptstadt des Mongolenreiches vollständig und die Dynastie der Kublaiden wurde Geschichte. Stattdessen stiegen um 1400 die Oiraten auf. Siehe auch: Kaiser der Yuan-Dynastie

