Motorradgottesdienst
MotorradgottesdienstAnfang der 80er gab es die ersten kirchlichen Bemühungen, Motorradfahrer in Gottesdienste zu integrieren.
Eine Gründerfigur ist der inzwischen verstorbene Hamburger Polizeipastor Reinhold Hinze, der 1983 den ersten Motorradgottedienst vor 300 Motorradfahrern hielt. Er rief auch das Erkennungszeichen des gelben Bandes ins Leben.
Mittlerweile finden Motorradgottesdienste (einfach MOGO genannt) aller Konfessionen in ganz Europa und weltweit immer größeren Zuspruch. Es gibt hierbei sowohl in der Gestaltung des Gottesdienste als auch in der Größe unterschiedliche Ausprägungen. Der Bogen spannt sich von überschaubaren Gottesdiensten mit 10 Teilnehmern, bis hin zum international beachteten Megaevent mit weit mehr als 35.000 Motorradfahrern.
Im Jahr 2005 fanden allein in Deutschland über 100 Gottesdienste für Motorradfahrer statt.
Die Motorräder und die Motorradfahrer in ihren individuellen Erscheinungen sind Bestandteil des Gottesdienstes. Eine Unterscheidung zwischen Harley, Joghurtbecher oder Tourer wird nicht gemacht. Oftmals werden farbige Bänder verteilt, die den Zusammenhalt der Biker symbolisieren. Diese werden an den Motorrädern oder als Accessoire an der Kleidung befestigt.
Der Gottesdienst wird je nach Prägung des Ausrichters in mehr oder weniger traditioneller Form durchgeführt. Die Motorradfahrer nehmen selbstverständlich in Leder und mit abgesetztem Helm an dem Gottesdienst teil. Oftmals werden die Predigt und ggf. ein Totengedenken in der Sprache der Motorradfahrer mit Themen aus dem Bikerleben besetzt, ohne Nichtbiker auszuschließen.
In einigen Bundesländern werden die Maschinen geweiht.
Wenn möglich, wird ein Motorradgottesdienst in einer fahrerisch reizvollen Umgebung abgehalten, z.B. auf einem Bauernhof nahe einer kurvenreichen Strecke oder im Biergarten eines Bikertreffs. In anderen Fällen wird bewusst die Nähe zu einer Kirche gesucht, z.B. beim Hamburger MOGO.
Kraftvoll und spektakulär wird dann oftmals im Anschluss eine Konvoifahrt über eine durch die Polizei abgesperrte Strecke unternommen.
Bei dem Hamburger MOGO starten dazu bis zu 40.000 Motorräder und fahren über die eigens dafür abgesperrte Autobahn in das Hamburger Umland. Hier vergehen vom Konvoistart bis zum Passieren der letzten Motorrades 1 1/2 bis 2 Stunden.
Weblinks
www.bikershelpline.de/ Seelsorge-Notruf und Hilfe für Motorradfreunde in Not
• Übersicht über die christliche Motorradszene in Deutschland
• Urgestein der christlichen Bikerszene
• Touren und Freunde - Portal
• Fotos und Videos

