Offenbach-Rumpenheim
Rumpenheim ist ein Stadtteil von Offenbach am Main und liegt im Mainbogen zwischen dem Stadtteil Bürgel und der Stadt Mühlheim am Main.
Statistisches
In Rumpenheim leben 4672 Menschen (Stand: 31. Dezember 2005).
*Ortsteil Biebernsee:
*Ortsteil Waldheim: .
Ortsname
Der Ortsname Rumpenheim lässt durch seine Endung auf -heim darauf schließen, dass es sich um eine fränkische Gründung handelt, welche ab 496 hier siedelten. In der römischen_Mainuferstraße mehrere Siedlungen, unter anderem Rumpenheim gegründet. Der erste Teil des Ortsnamens bezieht sich wohl auf einen Personennamen. Demnach könnte der Gründer des Ortes Rumpo oder Rumpho geheißen haben, dies ist die Kurzfassung von Rumpraht. Rumpenheim hieße demnach: Siedlung des Rumpo/Rumpho und seiner Leute. Eine andere Theorie geht davon aus, dass es sich bei dem ersten Teil des Ortsnamens um eine Abwandlung von Rumpe handelt. Dies ist ein korbartiges Weidengeflecht, das zum Fischfang benutzt wurde. In der Folgezeit wurde der Ort zwischen 770 und 850 immer als Rumphenheim geschrieben. 1380 wird Rumpinheim, 1343 Rümpinheim, 1390 wieder Rumphenheim geschrieben. 1451 wird das Dorf als Rumppenheym, 1576 Rumpelhaim, 1616 Rumpelheim und 1625 als Rumpellum erwähnt.
Geschichte
Hochmittelalter
Rumpenheim wurde erstmalig am 1. Juni 770 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt, als der Rumpenheimer Gunthardt an das Kloster Lorsch einen Weingarten schenkt. Es zählt damit zu den am frühesten erwähnten Orten der Region. In dieser Zeit war Rumpenheim Teil des fränkischen Maingaus. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten folgen 16 weitere Schenkungen an das Kloster Lorsch. Es werden Wohngebäude, Äcker, Wald, Wiesen ein goldenes Kreuz und 40 Hörige verschenkt. Durch die Schenkungen hatte das Kloster einen Besitz von 600 bis 700 Morgen Land. Später gelangte das Dorf ganz in den Besitz des Lorscher Reichsklosters, das in jener Zeit von zentraler Bedeutung für das Reich war.
Abt_Winther (auch Winitherius) verkaufte 1077 dem Pfalzgrafen einen Teil des Klosterbesitzes, unter anderem auch Rumpenheim, um Bischof_von_Worms werden zu können. Sein Nachfolger erwarb den Besitz aber wieder zurück. Ende des 11. Jahrhunderts wurde Rumpenheim den Herren von Dornberg als Lehen gegeben. Bis 1232 übernahm der Mainzer_Erzbischof_und_Kurfürst alle Rechte und Besitzungen des Klosters Lorsch, sodass Rumpenheim Teil des Kurfürstentums Mainz wurde. Die Herren von Dornberg starben 1259 mit Konrad von Dornberg aus. 1261 wurde Rumpenheim dann an die Herren_von_Hanau als Lehen gegeben.
Vom Mittelalter bis 1819 gehörte Rumpenheim der Biebermark an.
Herrschaft und Grafschaft Hanau
Die Herren von Rumpenheim bekamen das Dorf seit dem Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren von Hanau als Afterlehen. 1401 verzichtete Günter von Rumpenheim auf das Lehen, und neuer Hanauer Vasall wurde ab 1409 Frank von Kronberg. Bis 1617 blieben die Kronberger Lehnsherren in Rumpenheim mit einer kurzen Unterbrechung zwischen 1426 und 1449. Ab 1617 waren die Grafen_von_Hanau ohne Afterlehen direkt Herren in Rumpenheim.
1621 wurde Rumpenheim durch Truppen des spanischen Generals Spinoza im Dreißigjährigen_Krieg ausgeplündert und in Brand gesteckt. Auch die kaiserlichen Truppen des Generals Lamboy verlangten den Bewohnern der Gegend während der Belagerung Hanaus schwere Opfer ab. Die Einwohnerzahl sank in diesen Jahren stark, so dass 1637 nur noch 57 Personen hier lebten.
1674 belehnte Graf Friedrich_Casimir von Hanau den Chef seiner Regierung, Georg Seifert von Edelsheim, mit Rumpenheim. Er errichtete Ende des 17. Jahrhunderts ein Herrenhaus, Grundstock des heutigen Rumpenheimer_Schlosses. Mit dem Tod des letzten Grafen_von_Hanau, Johann_Reinhard_III. 1736, fiel Rumpenheim, als Teil der Grafschaft Hanau-Münzenberg, an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, das spätere Kurhessen.
Hessen
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts war das Schloss Rumpenheim im Besitz des Landgrafen Friedrich von Hessen-Rumpenheim, der die jüngere Linie des Hauses Hessen, Hessen-Rumpenheim gründete und diente ihm und seiner Familie als Residenz. Schritt um Schritt wurde das bestehende Herrenhaus zu einem dreiflügeligen Schloss ausgebaut.
Mit dem Untergang des kurhessischen Staates im Deutsch-Österreichischen_Krieg 1866 wurde Rumpenheim von der preußischen Besatzungsmacht in einem Gebietstausch an das Großherzogtum_Hessen-Darmstadt gegeben.
1911 wurde der Ortsteil Waldheim als Landhauskolonie der Rumpenheimer gegründet.
20. Jahrhundert
Nach dem Ersten_Weltkrieg wurde das Schloss in die Kurhessische Hausstiftung (heute: Hessische Hausstiftung) eingebracht.1942 verlor Rumpenheim ebenso wie schon Bürgel im Jahr 1908 und Bieber im Jahr 1938 seine Selbständigkeit und wurde nach Offenbach eingemeindet.
Nach einem Fliegerangriff am 20. Dezember 1943 brannte der Dachstuhl des Schlosses aus. Da in der Folgezeit Reparaturen unterlassen wurden, verfiel das Schloss, zunächst noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt, zusehends. Brandstiftung trat hinzu, den Verfall zu beschleunigen.
Biebernsee wurde bis auf Ausnahmen nach 1945 als Wohnsiedlung mit landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen (heute reine Wohnhäuser) ohne Geschäfte am östlichen Stadtrand von Offenbach erbaut. Der Name der Siedlung begründet sich auf einen nahe gelegenen Weiher, der ebenfalls den Namen ?Biebernsee? trägt.
1965 erwarb die Stadt Offenbach Schloss und Park Rumpenheim. 1973 kam es zu einem Architekturwettbewerb, der zum Ziel hatte, die Ruine abzureißen und durch eine Hochhauszeile zu ersetzen. Dies wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert. In den 1980er Jahren kam es zu ersten Sicherungsmaßnahmen, aber es dauerte noch bis 2002, bis das äußere Erscheinungsbild wiederhergestellt war. Im Innern allerdings wurde die vormalige Ruine mit Eigentumswohnungen des gehobenen Standards gefüllt.
Der ehemalige Offenbacher Stadtteil Lohwald, der sich auf Rumpenheimer Gemarkung befand, wurde abgerissen. An seiner Stelle ist das Wohngebiet Waldheim-Süd geplant.
In den letzten Jahren wurde Rumpenheim durch Neubaugebiete beträchtlich erweitert.
Religion
Da die Grafschaft Hanau-Münzenberg mit der Reformation evangelisch wurde, folgte dem auch das Dorf Rumpenheim. Der Rumpenheimer Pfarrer Demuth heiratete 1532. Die evangelische Schlosskirchengemeinde ist heute Teil des Dekanates Offenbach der Evangelischen_Kirche_in_Hessen_und_Nassau.
Die katholische Pfarrei Heilig Geist und die Waldheimer Pfarrei Heilig Kreuz gehören als Teil des Dekanates Offenbach zum Bistum Mainz.
Söhne und Töchter des Ortes
• Cäsar von Leonhard] (1779-1862), deutscher Mineraloge
Trivia
Die Hessischen_Apfelwein-_und_Obstwiesenroute führt durch Rumpenheim.
Literatur
*Offenbacher Geschichtsverein: Zur Geschichte der Offenbacher Vororte - Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 20. Offenbach am Main, 1970
*Helmut Hill, Rumpenheim und Waldheim, Hanau 2006. ISBN 978-3-937774-25-1
Weblinks
• Private Website zum Stadtteil Rumpenheim

