Bieber (Rodau)
thumb|160px|Bieberbach_Höhe_Obermühle_in_Baches Rodau in Hessen.An ihren Ufern standen zahlreiche Mühlen. Im Mittelalter führte die Bieber weitaus mehr Wasser als heute, so dass Fischfang möglich war. Da die Bieber auf dem Gebiet der Biebermark floss, durften nur Märker fischen. Im 20. Jahrhundert verschlechterte sich die Wasserqualität stark, da Abwasser der an dem Bach gelegenen Orte in die Bieber geleitet wurde. Durch den Bau von Kläranlagen konnte die Wasserqualität verbessert werden. Die Bieber ist stellenweise kanalisiert und im Offenbacher Stadtteil seit 1963 verrohrt. Am 9. August 1981 kam es infolge schwerer Regenfälle, besonders im Einzugsgebiet des Bieberbaches, zu schweren Überflutungen in der Ortsmitte von Bieber. Zwischen Offenbach und Mühlheim beginnen 2007 umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen. So soll auch die durchgängige Wiesenlandschaft von Bieber bis zur Mündung wiederhergestellt werden und in Zukunft wieder durch Landwirte gepflegt werden.
Der Paterhäuser_Hof bei Heusenstamm sowie Obermühle und Käsmühle bei Offenbach-Bieber (Teil der Hessischen_Apfelwein-_und_Obstwiesenroute) sind beliebte Ausflugsziele in der Region.
Naturraum
Die Bachaue ist ein wichtiges Kaltluftenstehungsgebiet für die kreisfreie Stadt Offenbach. Zwischen dem Offenbacher Stadtwald (zwischen Heusenstamm und Bieber) und dem Mühlheimer Wald durchfließt der Bach fast nur offenes Wiesen- und Ackerland. Der Talraum wird als Landschaftsschutzgebiet geschützt und nur durch die Bebauung des gleichnamigen Ortes Bieber unterbrochen.
Die Bieber durchfließt auf etwa 600 Meter Länge das Naturschutzgebiet Erlensteg von Bieber (östlich des Bachverlaufes zum Teil im Bieberer Wald gelegen). Hier und in dem sich nördlich anschließenden Landschaftsschutzgebiet Bieberbach Süd, bis zum Ortseingang von Bieber, wird die Wasserführung des Baches durch oberflächennahes Sickerwasser und die Einmündung mehrerer Drainagegräben aus dem benachbarten Wald verbessert.
Außerdem durchfließt die Bieber im Landschaftsschutzgebiet Bieberbach Süd einen ökologisch
wertvollen Bereich mit Naß- und Feuchtwiesen. Hier werden viele teilweise gefährdete Vogelarten angetroffen. An Fischarten existieren in der Bieber: Gründling und Schmerle.
In der Nachbarschaft der Bieber befindet sich bei Heusenstamm auch das Naturschutzgebiet Nachtweide von Patershausen.
Bachverlauf
DIe Gesamtlänge der Bieber von der Quelle bis zur Mündung in die Rodau beträgt etwa 15 Kilometer. Die Bieber entspringt im Feld ("Am grünen Born") Nahe Dreieich-Götzenhain im Kreis Offenbach und fließt von dort Richtung Nord-Ost durch den Wald zur Kreisstadt Dietzenbach. Ein weiteres Quellflüssschen ist der Kirschborn. Der Bach durchfließt Dietzenbach und vereinigt sich hinter dem Patershäuser Hof mit dem Schmittgraben, einem kleineren Bach welcher südlich von Dietzenbach entspringt.Bis kurz hinter dem Dietzenbacher Rathaus ist der Bach als Bieberbach bezeichnet, trägt dann den Namen Liliengraben bis zur Vereinigung mit dem Schmittgraben.
Der weitere Lauf führt die Bieber durch den Wald und durch Heusenstamm. Hinter dem Heusenstammer_Schloss wird der Bach unter der A_3 längs der S-Bahn in Richtung des gleichnamigen Offenbacher Stadtteils Bieber geführt. Hinter der Obermühle ist die Bieber unterirdisch verrohrt und kommt erst wieder am anderen Ende Biebers ans Tageslicht. Durch die Bieberer Gemarkung an der Käsmühle nimmt der Bach seinen Weg weiter in Richtung Mühlheim. Hinter dem Mühlheimer Wohngebiet Markwald mündet die Bieber dann in die Rodau.
Zuflüsse
*Kirschborn (einer der beiden Quellbäche)
*Stirngraben
*Stiergraben (in Dietzenbach)
*Schmittgraben (bildet sich hinter dem Industriegebiet Steinberg aus Kaupenwiesengraben und Gehrengraben)
** Kaupenwiesengraben (entspringt südlich von Hexenberg und läuft östlich von Dietzenbach am Waldrand)
**Gehrengraben (entspringt westlich von Hexenberg, fließt zwischen Hexenberg und Dietzenbach)
Weblinks
• Umweltbericht der Stadt Offenbach über den Zustand der Bieber im Stadtgebiet (siehe ab Seite 41)
• Informationen auf der Website des Umweltamtes Offenbach

