Zweihänder
Als Bidenhänder, Bihänder oder auch Zweihänder bem Mittelalter mit langem Gehilz von ca. 20-30 cm, die ein zweihändiges Greifen dessen erlaubten. Eine andere Bezeichnung dafür ist auch Langes Schwert.
Die Dimensionen wie auch das Gewicht variierten stark, eine klare Typisierung ist mitunter kaum möglich.
Ursprünglich entstanden diese Schwerttypen im 14. Jahrhundert als Reaktion auf die sich verstärkende Rüstung, und erlebten im späten Mittelalter eine wahre Blüte, bis schließlich in der Renaissance der allgemein als solcher bekannte Bidenhänder in Verwendung kam.
Sie wurden vorwiegend von Landsknechten unter _Maximilian_I. eingesetzt. Vermutlich war gegen Pikeniere, Lanzenträger und berittene Gegner die hohe Reichweite eines Bidenhänders vorteilhaft. Im ausgehenden 16. Jahrhundert entwickelten sich die Bidenhänder zu Zierwaffen für Leibgardisten.
Bekannte und häufig mit dem Begriff verbundene Bidenhänder-Varianten waren unter anderem das schottische Claymore, die Flamberge und das Richtschwert. Für die teils etwas kürzer ausfallenden Schwerter mit langem Gehilz ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts, die wahlweise ein- oder zweihändig geführt werden konnten, wurden Anderthalbhänder genannt.
Landsknechte, die im Kampf mit dem Bidenhänder geschult waren, erhielten im mittelalterlichen Deutschland den "Meisterbrief vom langen Schwert", bekamen den doppelten Sold und wurden daher oft als Doppelsöldner bezeichnet.
Einige Bidenhänder besaßen eine sogenannte Fehlschärfe (einen ungeschliffenen, stumpfen Bereich) am unteren Ende der Klinge, die mit Leder umwickelt wurde. Dadurch konnte die zweite Hand vor die Parierstange greifen und die Stoßkraft der Waffe verstärken, was vermutlich auf Halbschwerttechniken im Harnischkampf zurückgeht. Vor der Fehlschärfe war die Klinge mit sog. "Parierhaken" (auch "Parierdornen" genannt) versehen, um die Hand an der Fehlschärfe zu schützen.
Bild: Battle_of_Kappel_detail.jpg/'>Einsatz von Zweihändern in der Flamberge

