Bibernellen
Die Bibernellen (Pimpinella), auch Pimpernellen genannt, sind eine Pflanzen-Gattung aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit rund 150 en. Die wirtschaftlich wichtigste Art ist der Anis.
Die Bibernellen sollten nich verwechselt werden mit Sanguisorba minor.
Beschreibung
Es sind krautige Pflanzen.
Die Blüten der Bibernellen weisen einen undeutlichem Kelchrand, ausgerandete, verkehrt eirunde Blütenhüllblätter und einen Griffel mit nahezu kopfiger Narbe auf. Sie bilden eine eirunde, an der Seite zusammengezogene Spaltfrucht. Die auf der Berührungsfläche ziemlich flache Kernmasse ist höckerartig gewölbt, der freie Fruchthalter ist zweispaltig. Die Blüten sind weiß, rot und seltener gelb.
Einzelne mitteleuropäische Arten
* Die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), auch Gemeine Bibernelle, Stein-Bibernelle, Steinbrechwurz, Steinpetersilie, Bockwurz oder Bumbernell genannt, ist eine 40 bis 60 cm hohe mehrjährige krautige Pflanze, die gern auf kalkhaltigen_Böden gedeiht. Sie ist in ganz Europa auf feuchten Wiesen, trockenen Triften, an Wegen und in Obstgärten anzutreffen. Sie zeichnet sich durch stark auffallende Blüten aus.
* Mit ihr nahe verwandt ist die Schwarze Bibernelle (Pimpinella nigra).
*Eine größere Art ist die Große Bibernelle (Pimpinella major).
Anis (Pimpinella anisum)
*Pimpinella lutea
*Pimpinella peregrina
*Pimpinella siifolia
* Pimpinella tragium
Nutzung
Die Bibernelle kann als gesundes Nahrungsmittel, in der Landwirtschaft als Futterbeimischung und in der Volksmedizin als Heilpflanze verwendet werden. Das Kraut ist in diesem Falle vornehmlich als Nahrungsergänzung, Gewürz und Viehfutter verwendbar, die Wurzel als Heilmittel. Grundsätzlich jedoch enthält die ganze Pflanze alle Wirkstoffe, diese sind in der Wurzel nur stärker konzentriert.
Nahrungs- und Genussmittel und Landwirtschaft
Die fiedrigen Blätter können jung als verdauungsanregender Salat verwendet werden. Büschel des Krautes können als Würze beim Bierbrauen beigemischt werden, wodurch das Bier einen angenehmen Geschmack erhält. Säuerliche Weine können ebenso mit dem Kraut geschmacklich verbessert werden.
Zum Viehfutter ist die Bibernelle ein gesundes Additiv, welches die Milchleistung stark erhöhen kann. Landwirte streuen die Samen deshalb im Frühjahr auf ihren Weiden aus.
Medizinische Anwendung
In der Volksmedizin wird vornehmlich die Wurzel verwendet. Diese ist lang, weiß, fingerdick mit bockartigem Geruch. Beim Kauen hinterlässt sie ein scharfes, gewürzhaftes Brennen im Mund, welches aber nicht anhält. Medizinisch wirksame Inhaltsstoffe sind u.a. Ätherische_Öle, Gerbstoffe, Saponine und Cumarine. Die Bibernelle wird als schleimauflösendes, schweißtreibendes und stärkendes Mittel verwendet. Anwendungsgebiete sind hauptsächlich Lähmungen der Zunge, Blutergüsse, Brustleiden, Heiserkeit usw. Das aus der getrockneten Wurzel bereitete Gurgelwasser ist bei Lähmungen der Zunge und der Kauwerkzeuge brauchbar.
Die hauptsächliche Anwendung der Bibernellwurzel ist die Tinktur. Das Wurzelpulver findet in der Tierheilkunde wegen der verdauungsfördernden Eigenschaften Verwendung.
Wird der Absud der in Wein gesottenen Wurzel getrunken verhindert dieser den Andrang des Blutes gegen das Herz (Bluthochdruck) und nimmt das Kopfweh.
In Wunden (vor allem Kopfwunden) und Eitergeschwüre wird der Presssaft geträufelt, wonach die Heilung schnell voranschreitet. Der Saft ist auch hilfreich bei Harnbeschwerden, Verstopfungen der Milz und Leber. Vor Eintritt eines Fieberanfalls sind die Folgen des Presssaftes ebenfalls sehr günstig.
Gegen Blähungskolik nimmt man je 15 g weiße Bibernellwurzel, weiße Enzianwurzel und Bitterklee. Dieses wird pulverisiert und pro Dosis drei gute Messerspitzen voll gegeben.

