Bibernell-Rose
|-
! L.
|}
Die Bibernell-Rose (Rosa spinosissima) ist auch noch unter dem alten wissenschaftlichen Namen Rosa pimpinellifolia in der Literatur zu finden. Sie hat noch eine Reihe weiterer deutscher Namen beispielsweise Dünen-Rose, Stachelige Rose und Felsen-Rose. Sie zählt zu den ältesten Rosen, die in Europa und Asien kultiviert werden. Auch die Kultursorten haben einen ausgesprochenen Wildcharakter.
Beschreibung
Die bräunlichen Triebe der etwa 10 bis 70 cm hohen, ausdauernden Pflanzen sind dicht und etwas ungleich mit geraden Stacheln und Borsten besetzt.
Die Fiederblätter sind (5-)7-11-zählig, von matt- bis dunkelgrüner Farbe und unbehaart. Die kleinen Blättchen weisen eine fast kreisrunde bis elliptische Form auf. Sie sind einfach, drüsenlos bis mehrfach drüsig gesägt.
Die Blüten 4 cm im Durchmesser und weisen eine reinweiße bis rötlich angelaufene Färbung auf. Sie stehen einzeln an den Zweigen an einem drüsenlosen bis zerstreut stieldrüsigen Blütenstiel. Dieser ist meist länger als die kugelig zusammengedrückte oder flaschenförmige schwarze bis purpurschwarze Hagebutte. Die Kelchblätter sind ganzrandig, kurz, nach dem Abblühen aufgerichtet und lang ausdauernd. Der Griffel steht in einem sehr weiten Griffelkanal und ist durch ein breites, wolliges Narbenköpfchen verdeckt. Die Blütentriebe haben weniger und kürzere Stacheln als die Haupttriebe.
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.
Verbreitung
Die Bibernell-Rose kommt hauptsächlich auf den Nordseeinseln vor. Ihr bevorzugter Standort sind dort die Kämme der Braundünen. Sie ist auch im Binnenland auf Silikatmagerrasen zu finden, dort jedoch außerordentlich selten.
Standorte und Anpassung
Natürliche Bestände der Bibernell-Rose sind sonnige Gebüsch- und Waldsäume, Kalk-Magerrasen (besonders an den Küsten in Dünensanden) auf trockenen, basenreichen, flachgründigen, steinig-sandigen Lehmböden. Sie ist eine Lichtpflanze, die stickstoffarme Standorte anzeigt. An Felsen weist sie standortbedingt extremen Zwergwuchs auf, bei Lichtmangel ist sie schwachwüchsig und blütenlos. Pflanzensoziologisch ist sie eine Ordnungskennart der Dünenweidengebüsche (Salicetalia arenariae). Sie wird außerdem als Zierpflanze in Gärten und Parks gepflanzt.
Biologie und Ökologie
Die Bibernell-Rose tritt oft in Kolonien auf. Die Koloniebildung ist auf ihre viele Meter langen Wurzelausläufer zurückzuführen. Sie kann als ein Wurzelkriech-Pionier bezeichnet werden und trägt mit ihren verzweigten Bodenausläufern zur Bodenfestigung bei. Mit ihren Blüten, welche homogame ?Pollen-Scheibenblumen? sind, ist sie als Bienenweide von ökologischer Bedeutung. Ferner dienen die Hagebutten Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung.
Schutz
Die Dünenrose wird an ihren angestammten Standorten häufig von schneller wachsenden Wildrosenarten verdrängt. Auf einigen Inseln, z.B Amrum gibt es deshalb Initiativen, die die ökologischen Nischen der Dünenrose regelmäßig entbuschen.
Verwendung
Die Bibernell-Rose wird bei uns seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze kultiviert. Es handelt sich um eine formenreiche Art, die mit anderen Arten hybridisiert und zu Kreuzungen mit Gartenrosen herangezogen wurde. So sind viele Sorten mit weißen, rosa und gelben, aber auch mit gefüllten Blüten entstanden. In der Landschaftspflege wird sie zur Böschungsbefestigung (var. altaica) und Rekultivierung eingesetzt.
Die Hagebutten sind sehr vitaminreich und zur Gewinnung von Hagebutten-Tee, Konfitüre, Marmelade, Gelee, Saft, Sirup und Gebäckfüllungen gut geeignet. Auch die Herstellung von Wein, Schnaps und Likör ist möglich.
Sorten (Auswahl)
* 'Double Yellow', goldgelb;
* Rosa pimpinellifolia, hellgelb;
* 'Single Red', rot;
* 'Red Nelly', rot;
* 'Stanwell Perpetual', 1838, zartrosa, öfterblühend
Siehe auch
Wildrose
Rosenklassen
Literatur
* Klaus-Jürgen Strobel, Robert Markley: BdB Handbuch Rosen - "Grün ist Leben", Pinneberg 1994
* Heinrich Schultheis: Rosen: die besten Arten und Sorten für den Garten, Stuttgart: Ulmer 1996, ISBN 3-8001-6601-1
* Klaus Janke, Bruno F. Kremer: Düne, Strand und Wattenmeer, Kosmos-Naturführer, 1988 Franckhsche Verlagsbuchhandlung
* Heinz Ellenberg, H. E. Weber, R. Düll, V. Wirth, W. Werner, D. Paulißen: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18, Verlag Erich Goltze, 1992. ISBN 3-88452-518-2
Weblinks
* http://www.hblagart.bmlfuw.gv.at/de/va/2002/3961_1_rosa_pimpinellifolia.pdf
* http://www.plant-identification.co.uk/skye/rosaceae/rosa-pimpinellifolia.htm
* http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Rosa-pimpinellifolia.htm
• Rosenfoto.de
• Rosa spinosissima
hsb:Mnohoka?a?kata ró?a

