Zerbst/Anhalt
Zerbst/Anhalt ist eine Stadt im Land Sachsen-Anhalt und Kreisstadt des Landkreises Anhalt-Zerbst.
Geografie
Zerbst liegt ca. 13 km nördlich der mittleren Elbe, etwa auf halbem Wege zwischen den Städten Magdeburg und Wittenberg. In Zerbst vereinigt sich der südliche Nuthearm mit den von Norden kommenden nördlichen und mittleren Nuthe-Zuflüssen. Das Gelände um Zerbst fällt von Osten nach Westen allmählich in Richtung Elbauen ab.
Stadtgliederung
Zu Zerbst gehören die Ortsteile
* Bias (eingemeindet am 1. Januar 2005)
* Bone
* Bonitz
* Luso (eingemeindet am 1. Januar 2005)
* Mühlsdorf
* Pulspforde
Nachbargemeinden
Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Zernitz, Straguth, Bornum, Roßlau, Dessau, Jütrichau, Steutz, Leps, Nutha, Güterglück und Moritz.
Geschichte
949 wurde erstmals urkundlich ein Gau Ciervisti erwähnt. 1307 erwarb Albrecht_I. die Stadt Zerbst von den Herren von Barby. Damit begann die askanische Herrschaft. Von 1582 bis 1798 existierte das Francisceum als Gymnasium illustre, eine bedeutende Hochschule der Zeit, welche im gesamten mitteleuropäischen philippistisch-calvinistischen Bereich eine große Ausstrahlung hatte. Von 1603 bis 1793 war Zerbst Residenz des Fürstentums_Anhalt-Zerbst, zu dessen Gebiet unter anderem auch die Herrschaft Jever gehörte. Von 1722 bis 1758 war hier der bedeutende Barockkomponist Johann Friedrich Fasch Hofkapellmeister. Ihm zu Ehren finden seit 1983 Fasch-Festtage statt. 1745 heiratete Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst den russischen Thronfolger Peter_III.. Als Katharina_II. (die Große) bestieg sie selbst 1762 den Zarenthron und regierte bis 1796 Russland. 1797 wurde Zerbst Bestandteil des Fürstentums Anhalt-Dessau.
Am 16. April 1945 Zerbst wurde durch alliierte Luftangriffe im Zweiten_Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört. Die Altstadt wurde in den folgenden Jahrzehnten unter wesentlicher Veränderung des Stadtbildes wieder aufgebaut, nur wenige historische Bauten sind erhalten geblieben.
Seit dem 1. Juli 2006 führt die Stadt den Zusatz Anhalt. Am 1. Juli 2007 wird die Stadt Zerbst zusammen mit einigen Gemeinden des bisherigen Landkreises_Anhalt-Zerbst dem neuzugründenen Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit der Kreisstadt Köthen beitreten.
Religionen
thumb|right|Trinitatiskirche
= Evangelische Kirche
=* Evangelisches Pfarramt St. Nicolai und. St. Trinitatis
* Kirchengemeinde St. Bartholomäi
* Kirchengemeinde St. Marien
= Katholische Kirche
=* Katholisches Pfarramt Jakobus der Ältere
= Freikirchen
=Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
Sehenswürdigkeiten
* Marktplatz mit Rolandstatue von 1445, Butterjungfersäule und einzelnen erhaltenen historischen Bürgerhäusern
thumb|right|Schlossruine
thumb|Nikolaikirche
Bauwerke
* Ehemaliges Residenzschloss_der_Fürsten_von_Anhalt-Zerbst, nach Kriegszerstörung 1945 und anschließendem Abriss von Corps de logis und Westflügel ist nur noch der Ostflügel von 1745 als Ruine erhalten. Um den fortschreitenden Verfall der Bausubstanz zu stoppen, wurden im Jahre 2005 Sicherungsarbeiten mit dem Ziel eines späteren Wiederaufbaus eingeleitet
* Schlossgarten mit ehemaliger fürstlicher Reitbahn, heute als Stadthalle genutzt
* Trinitatiskirche, 1683-96 im Barockstil erbaut, 1945 zerstört, 1953 wiederaufgebaut
* Nikolaikirche, gotische Hallenkirche, erbaut ab 1430, seit 1945 Ruine, Sicherungsarbeiten dauern an (u. a. unter Beteiligung der Deutschen_Stiftung_Denkmalschutz)
* St.-Bartholomäi-Kirche mit separat stehendem Glockenturm, um 1215 geweiht, 1945 zerstört, Chor und Querschiff wiederaufgebaut, Langhaus gesicherte Ruine
* Schlossfreiheit mit zwei barocken Kavaliershäusern von 1707
* Ehemaliges Franziskanerkloster von 1246, wird seit 1952 u. a. als Museum der Stadt Zerbst genutzt
* Fachwerkhäuser auf der Breite
* Stadtbefestigung, größtenteils erhalten, mit Toren und Türmen, darunter dem Heidetor
Verlorene Bauten
Bis zur Zerstörung am 16. April 1945 bot die Zerbster Altstadt ein geschlossenes historisches Stadtbild mit Gebäuden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, insbesondere viele Fachwerk- und Renaissancebauten. Vollkommen zerstört und danach abgetragen wurden u. a.:
* Rathaus und die meisten Bürgerhäuser am Markt
* Der größte Teil der Fachwerkhäuser in der Altstadt
* Haupt- und Westflügel des Schlosses
Politik
Wappen
Blasonierung: ?In Silber gezinnte rote Stadtmauer mit offenem blaubedachten Tor und aufgezogenem Fallgatter, hinter der Stadtmauer fünf ungleich große gezinnte rote Türme mit blauen Spitzdächern, darauf goldene Knäufe und Kreuze, die Stadtmauer ist belegt mit zwei Schilden: der vordere Schild ist gespalten, vorn in Silber am Spalt ein roter Adler, hinten neunmal von Schwarz und Gold geteilt, belegt mit einer grünen Raute; der hintere Schild zeigt in Silber eine schräg aufsteigende, gezinnte rote Mauer, auf deren Zinnen ein schwarzer Bär mit goldener Krone und Halsband aufsteigt.?
Städtepartnerschaften
Jever in Niedersachsen
Nürtingen in Baden-Württemberg
Puschkin in Russland
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftsstruktur
* Diverse mittelständische Unternehmen in den Bereichen Handwerk und Dienstleistungsgewerbe
* Standort für Unternehmen im Metallbau, Werkzeugmaschinenbau, Spezialglasverarbeitung, Fleisch- und Wurstwarenherstellung, Feinkostherstellung, Krankenhauswäscherei, Kühl- und Lagerwirtschaft
Verkehrsanbindung
* Zerbst ist Halt für Regionalexpress- und Regionalbahnzüge der Eisenbahnstrecke Magdeburg - Dessau
* Die Stadt liegt an den Bundesstraßen 184 (Leipzig - Magdeburg) und 187_a (Köthen - Coswig).
* Die nächstgelegene Autobahn-Anschlussstelle befindet sich etwa 25 km südöstlich (Dessau-Ost an der A_9 München - Berlin), (Coswig an der A_9 München - Berlin), (Burg-Ost an der A_2 Berlin - Dortmund).
* Der nächstgelegene Binnenhafen befindet sich in Roßlau (Elbe), an der Elbe.
* Der Flughafen Leipzig/Halle liegt ca. 86 km von Zerbst entfernt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Oberst von Kracht
1925: Hermann Wäschke, Historiker, Archivrat in Zerbst, Autor und Mundartdichter
Töchter und Söhne der Stadt
thumb|right|Rolandstatue_und_Butterjungfer-Denkmal_am_Markt
Abraham Theopold (• ?Gottfried_von_Jena_(•_
Gottfried von Jena (• ?Johann_Christoph_Bekmann_(
Johann Christoph Bekmann (1641, ? [[1712), Historiker
Karl_Wilhelm_von_Anhalt-Zerbst/'>Karl Wilhelm (Anhalt-Zerbst)/'>Karl Wilhelm von Anhalt-Zerbst (• ?_(•_
Johann_August_von_Anhalt-Zerbst (• ?Johann_Christian_Koch_(•_
Johann Christian Koch (• ?1742]), Hof[[medailleur
Friedrich_Joachim_Michael_Stengel/'>Friedrich-Joachim Stengel/'>Friedrich Joachim Michael Stengel (• ?, Zarin von Rußland
Johann Major, evangelischer Theologe, Humanist und Poet
Urban Pierius, evangelischer Theologe
Albert Voit, Pädagoge und Literaturwissenschaftler
Franz Woltreck (1800-1847), Bildhauer
Zerbster Institutionen
Heimatmuseum Zerbst
* Förderverein Zerbster Schloss
Francisceum, Gymnasium, frühere Universität
Küchmeister- und Lietzo'sches Familienstipendium in Zerbst
Literatur
*Dirk Herrmann: Schloss Zerbst in Anhalt. Geschichte und Beschreibung einer vernichteten Residenz. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1776-7
*Michael Malliaris, Archäologische Entdeckungen in Zerbst, Kleine Hefte zur Archäologie in Sachsen-Anhalt, Heft 4, Halle (Saale) 2005
*Film: Der Stammbaum des Dr. Pistorius (1939). (DVD erhältlich; zeigt Zerbst in seiner Vorkriegsschönheit)
Weblinks
• Archäologische Ausstellung in Zerbst
• Museum

