Max Biaggi
thumb|300px|Max_Biaggi_2005Massimiliano ?Max? Biaggi (26. Juni 1971 in Rom, Italien) ist ein italienischer Motorradrennfahrer.
Biaggi, auch bekannt als Mad Max, ist 1,70 m groß und 64 kg schwer.
Zwischen 1994 und 1997 gewann er in der 250 cm³-Klasse der Motorrad-WM vier Weltmeistertitel in folge.
In der Saison_2007 startet er für das Alstare Suzuki Corona Extra-Team auf Suzuki in der Superbike-WM. Seinen Hauptwohnsitz hat er in Monte Carlo.
Zur Person
Max Biaggi gilt als sehr selbstbewusst und teilweise auch arrogant. Daher ist sein Verhältnis zu den Medien eher schwierig. Er hat zwar viele Fans, polarisiert aber auch stark - wer ihn nicht liebt, der ?hasst? ihn.
Im Fahrerlager machte er sich in den letzten Jahren wenig Freunde, man warf ihm vor, zum Ende des Qualifikationstrainings mit Absicht langsam um die Strecke zu fahren um seine Konkurrenten aufzuhalten. Beim Grand Prix der Niederlande 2005 geriet er deshalb auf der Strecke mit Marco Melandri aneinander. Biaggis Onkel ging diesem deshalb nach dem Training an die Gurgel und wurde der Boxen verwiesen.
Rivalität mit Valentino Rossi
Sein größter Rivale ist Landsmann und Publikumsliebling Valentino Rossi, beide verbindet eine tiefe gegenseitige Abneigung. Höhepunkt dieser Rivalität war die Saison 2001. Beim Großen_Preis_von_Japan drängte Biaggi Rossi bei einem Überholmanöver bei hoher Geschwindigkeit neben die Strecke, dabei beide behakten sich mit ausgefahrenen Ellenbogen. Rossi schnitt ihn später beim Überholen und grüßte danach noch mit erhobenem Mittelfinger. Nach dem Grand_Prix_von_Katalonien im gleichen Jahr kam es vor der Siegerehrung sogar zu einem Handgemenge zwischen den beiden.
Karriere
Anfangsjahre
In seiner Jugend interessierte sich Max Biaggi zuerst nur für Fußball, er wollte unbedingt Profifußballer werden und für seinen Lieblingsklub, den AS Rom, spielen. Sein Interesse für den Motorsport wurde von seinem Freund Daniele geweckt. Dieser nahm ihn an einem Sonntag einmal mit zur Rennstrecke von Vallelunga, außerhalb von Rom, wo Max seine ersten Runden auf einer Rennpiste drehte. Von diesem Tag an war Max ein Motorsportbegeisterter. Sein Vater Pietro war jedoch darüber nicht erfreut, da ihm der Sport zu gefährlich war und gab ihm deshalb anfangs auch kein Geld für einen Helm oder einen Rennanzug. Später jedoch erkannte er, dass sein Sohn es sehr ernst meinte und unterstützte ihn, indem er als sein Mechaniker arbeitete.
Im Jahr 1989, im Alter von 18 Jahren, bestritt er in Magione auf Honda sein erstes Rennen in der italienischen 125 cm³-Sport Produktions-Meisterschaft und stürzte dabei. In der folgenden Saison gewann Max Biaggi die Meisterschaft mit sechs Siegen in sieben Rennen.
Im Jahr 1991 gewann Biaggi dann auf Anhieb die 250 cm³-Europameisterschaft auf Aprilia.
250 cm³ Weltmeisterschaft
Max Biaggi debütierte beim Grand Prix von Europa 1991 auf Aprilia in der 250 cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, kam aber nicht ins Ziel. In diesem Jahr bestritt er noch drei weitere WM-Läufe, bei denen der 12. Platz beim Rennen in San Marino sein bestes Resultat war.
In der Saison_1992 startete er dann als Stammfahrer für das Valesi-Team auf Aprilia in der 250er-Klasse. Sein Teamkollege war Landsmann Pierfrancesco Chili. Beim fünften Saisonlauf, dem Großen_Preis_von_Italien, gelang Biaggi mit dem dritten Platz seine erste Podiumsplatzierung, nachdem er mit Teamkollege Chili kollidiert war und diesen damit zu Sturz gebracht hatte. Beim letzten Saisonlauf im südafrikanischen Kyalami konnte er sogar seinen ersten Sieg feiern. Am Saisonende belegte er mit 78 Punkten Rang fünf in der Gesamtwertung.
Zur Saison_1993 wechselte Biaggi ins Rothmans Honda-Team von Erv Kanemoto. Er erreichte einen Sieg beim Großen_Preis_von_Europa, zwei zweite zwei dritte Plätze und beendete die Saison mit 142 Punkten auf Rang vier der WM-Wertung.
In der Saison_1994 ging Max Biaggi zurück zu Aprilia und startete für das Chesterfield-Team mit einer komplett schwarz lackierten Maschine. Er gewann fünf Rennen, errang insgesamt 10 Podiumsplatzierungen und wurde mit 234 Punkten schließlich Weltmeister in der 250 cm³-Klasse.
In den folgenden Jahren dominierte Biaggi die 250er-WM. Er gewann auf Aprilia 1995 mit acht Siegen bei 13 Rennen überlegen den Titel. In der Saison_1996 setzte er mit nur sechs Punkten Vorsprung gegen den Deutschen Honda-Piloten Ralf Waldmann durch.
Zur Saison_1997 startete Biaggi wieder für Kanemoto-Honda, nachdem er von Aprilia weggeschickt worden war. Er gewann mit nur zwei Punkten Vorsprung den Weltmeistertitel, wiederum gegen Waldmann, der in diesem Jahr sein Teamkollege war. Die Titelentscheidung fiel erst beim letzten Saisonlauf im australischen Phillip_Island, den Waldmann gewann, während Biaggi sich mit dem zweiten Platz aber den Titel sicherte.
Die zwischen 1994 und 1997 gewonnenen Weltmeisterschaften stellten einen neuen Rekord dar, noch nie zuvor hatte es ein Pilot geschafft, vier WM-Titel in Folge in der 250 cm³-Klasse zu gewinnen.
500 cm³ Klasse und MotoGP
Zur Saison_1998 wechselte Max Biaggi mit dem Kanemoto-Team in die 500 cm³-Klasse. In seinem ersten Rennen überhaupt in dieser Klasse, dem Großen Preis von Japan in Suzuka, gelang ihm die Sensation, er holte sich die Pole Position, die schnellste Rennrunde und den Rennsieg, ein Kunststück, das vor ihm zuletzt Jarno Saarinen im Jahr 1973 gelungen war. Im tschechischen Brünn gelang ihm später ein weiterer Sieg. Nach diesem fabrizierte er unfreiwillig auf der Zielgeraden eine unglaubliches Wheelie, bei dem die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt schienen und das nur mit sehr viel Glück nicht in einem Sturz endete. Nach seiner Disqualifikation beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona, wo er eine stop and go-Strafe ignoriert hatte, musste er sich jedoch aus dem Titelrennen verabschieden und wurde schließlich Vizeweltmeister hinter dem Australier Michael Doohan.
Zur Saison_1999 wechselte Max Biaggi zu Yamaha und startete für das Marlboro Yamaha-Werksteam. Mit einem Sieg und sieben Podien belegte er den vierten WM-Rang.
In den folgenden beiden Jahren kämpfte er gegen die meist überlegenen Hondas, in der Saison_2000 wurde er WM-Dritter und sicherte Yamaha den Konstrukteurstitel, 2001 hinter Valentino Rossi Vizeweltmeister.
Als zur Saison_2002 die 500 cm³- zur MotoGP-Klasse wurde und damit die bis dahin üblichen Zweitakter durch 990 cm³-Viertakter abgelöst wurden, pilotierte Biaggi im Yamaha-Werksteam die neue YZR-M1, die jedoch vor allem am Saisonanfang dem neuen Honda-Viertakter RC211 nicht ebenbürtig war. Trotzdem errang Biaggi zwei Siege und acht Podien und wurde wiederum Vizeweltmeister hinter Rossi.
Zur Saison_2003 wechselte Max Biaggi dann zu Honda ins Camel Pramac Pons-Team von Sito Pons, wo er jedoch keine offizielle Werksmaschine erhielt. Mit zwei Siegen und konstant guten Leistungen fuhr er in diesem Jahr auf den dritten Rang im Gesamtklassement.
Auch 2004 fuhr Biaggi im Pons-Team, nach einer starken ersten Saisonhälfte, ließen seine Resultate zum Saisonende nach. Er belegte wiederum den dritten WM-Rang, doch da die offiziellen Werksfahrer Alex Barros und Nicky Hayden Valentino Rossi, der zu Yamaha gewechselt war, nicht besiegen konnten und der Vizeweltmeister Sete Gibernau durch seine Verbindung mit dem spanischen Telefónica-Konzern im Honda-Team von Fausto Gresini bleiben musste, wurde Max Biaggi für 2005 ins Repsol-Werksteam gehievt.
Dort konnte er in der Saison_2005 die Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Am Saisonanfang war Biaggi von einer Verletzung am linken Sprunggelenk gehandicapt, die er sich beim Supermoto-Training zugezogen hatte. Ihm gelangen nur vier Podestplätze und kein einziger Sieg, damit belegte er nur den fünften WM-Rang. Schon während der Saison war er bei Honda in Ungnade gefallen, weil er immer wieder am Motorrad herummäkelte, was die stolzen japanischen Motorradbauer verärgerte. Sein Vertrag wurde zum Saisonende nicht verlängert und man weigerte sich auch, ihm ein Motorrad in einem Kundenteam ein Motorrad zur Verfügung zu stellen.
Obwohl er Günstling des RJR-Konzerns war und die Sponsoren-Millionen der Zigarettenmarke Camel mitgebracht hätte, winkten auch alle anderen MotoGP-Teams ab. Daraufhin bemühte sich Biaggi, für 2006 einen Platz in der Superbike-WM zu bekommen. Das Alstare Corona Suzuki-Team war zwar nicht abgeneigt, hatte aber mit Troy Corser und Yukio Kagayama schon zwei Fahrer unter Vertrag und keine feien Kapazitäten für ein drittes Werksmotorrad. Deshalb entschied sich Biaggi, ein Jahr Pause zu machen und 2007 für Suzuki in der Superbike-WM an den Start zu gehen.
Superbike WM
Im Jahr 2006 hielt er sich mit Supermoto-Training fit. Schon im Dezember 2006 begann Biaggi die Suzuki GSX-R 1000-Rennmaschine zu testen. Er legte dabei einen Trainigsfleiß an den Tag, den ihm manche Kritiker wohl nicht zugetraut hätten. Biaggi betonte, dass die Charakteristik der Superbikes nicht mit der der Grand Prix-Maschinen zu vergleichen sei und er deshalb seinen Fahrstil komplett umstellen musste.
Der Start in die Saison_2007 verlief für Biaggi optimal, beim ersten Termin in Losail gewann er bei seinem allerersten Superbike-WM-Lauf überhaupt sofort Rennen eins, beim zweiten Lauf an diesem Tag belegte er Rang zwei.
Formel 1-Ausflüge
Bereits im Jahr 1999 testete Max Biaggi in Fiorano einen Ferrari_F399-Formel-1-Monoposto und kam damals ziemlich nah an die Zeiten der etatmäßigen Fahrer heran.
Im Januar 2006 testete er in Silverstone drei Tage lang einen Midland-Toyota, einige Zeitungen sahen ihn schon als Testfahrer im Team, der Ausflug blieb jedoch ein PR-Gag.
Erfolge
*1990 - Italienischer 125 cm³ Sport-Produktions-Meister
*1991 - 250 cm³-Europameister
• 1994/'>1994] - 250 cm³-Weltmeister
• 1995|1995] - 250 cm³-Weltmeister
• 1996|1996] - 250 cm³-Weltmeister
• 1997|1997] - 250 cm³-Weltmeister
Statistik
In der Motorrad-WM
(Stand: 05. November 2006)
In der Superbike-WM
(Stand: 13. Mai 2007)
Weblinks
• Offizielle Webseite

