Berlin-Stettiner Eisenbahn
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Die Berlin-Stettiner-Danziger Bahn, auch Berlin-Stettiner Bahn oder kurz Stettiner Bahn, ist eine Bahnstrecke von Berlin nach Pommern, die 1873 als zweigleisige Hauptstrecke ausgebaut worden war. Sie hatte ihren Ausgangspunkt in Berlin am Stettiner Bahnhof. Auf dieser Strecke verkehren heute wieder fahrplanmäßig die Züge zwischen Berlin und Stettin.
Geschichte der Gesellschaft
Die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft wurde im März 1836 von einigen Berliner Kaufleuten mit dem Ziel gegründet, eine Eisenbahn von Berlin nach Stettin zu bauen. Hierbei erhoffte man, 39.000 Personen und 20.000 Tonnen Güter jährlich transportieren zu können, was bei einer Bausumme von 2.500.000 Talern zu einer Kapitalrendite von gut fünf Prozent führen sollte. Am 10. Juli 1836 wurde die vorläufige Konzession erteilt.
Der endgültige Entwurf sah dann Kosten in Höhe von 2.724.000 Talern vor. Die Kostensteigerung beruhte im Wesentlichen auf Verbesserungen wie der Verwendung eines besseren Oberbaus oder der Verlegung des Bahnhofes in Stettin in unmittelbare Odernähe mitten in das Geschäftsviertel. Da aber nur Aktien für 1.037.000 Taler gezeichnet wurden, übernahm der altpommersche Kommunallandtag eine Zinsbürgschaft auf sechs Jahre, 500.000 Taler wurden durch Stettiner Bürger und benachbarte Gutsbesitzer aufgebracht. Die endgültige Konzession wurde am 12. Oktober 1840 erteilt.
Die Generalversammlung der Gesellschaft beschloss am 26. Mai 1842, die Bahn bis Stargard_in_Pommern fortzuführen.
Am 1. August 1842 wurde die Strecke Berlin?Eberswalde eröffnet, die Verlängerung bis Angermünde erfolgte am 15. November 1842. Die gesamte Strecke Berlin - Stettin wurde feierlich am 15. August 1843 eröffnet.
Nachdem 1851 die Ostbahn Kreuz?Schneidemühl?Bromberg eröffnet worden war, profitierte auch die Stettiner Bahn hiervon: Bis 1857, der Eröffnung der Ostbahnstrecke Kreuz?Küstrin?Frankfurt (Oder)?Berlin, wurde der gesamte Berliner Ostbahnverkehr über sie abgewickelt.
1852 begannen die Vorarbeiten für eine Zweigbahn Stralsund?Greifswald?Anklam?Pasewalk?Prenzlau, die bei Angermünde einen Übergang zur Stammbahn erhalten sollte, die landesherrliche Genehmigung hierfür erging am 16. November 1853.
Im Februar 1856 wurde die Verlängerung der Stammbahn bis Köslin beschlossen, diese wurde zusammen mit einem Abzweig nach Kolberg am 1. Juni 1859 eröffnet.
Im Januar 1867 wurde die Verlängerung der Stammbahn über Stolp nach Danzig beschlossen. Nachdem am 24. April 1867 die Konzession erteilt worden war, konnte die Strecke am 1. September 1870 eröffnet werden.
Die Berlin-Stettiner Eisenbahn wurde am 1. Februar 1880 vom Staat Preußen übernommen, wobei sie ein Streckennetz von etwa 956 Kilometer in den Bestand der Preußischen_Staatseisenbahnen einbrachte, während die ursprüngliche Streckenplanung nur 135 Kilometer vorgesehen hatte.
Strecken
Stammbahn Berlin?Stettin
Schon beim Erwerb der Grundstücke wurde ein zweigleisiger Ausbau der Strecke vorgesehen, der Unterbau und die größeren Bauwerke wurden entsprechend hergestellt.
Nachdem schon am 22. Dezember 1863 das zweite Gleis von Berlin bis Angermünde in Betrieb genommen worden war, wurde zum 1. August 1873 der 1872 begonnene zweigleisige Ausbau der Strecke Angermünde?Stettin?Stargard i.P. abgeschlossen, so dass jetzt die gesamte Stammbahn zweigleisig war.
Am 12. Dezember 1897 wurde die bisher entlang der Grüntaler Straße im heutigen Berliner Stadtteil Wedding verlaufende Trasse, die mehrere Bahnübergänge aufwies, in die Trasse der Ringbahn verschwenkt, sodass die Strecke über den neuen Umsteigebahnhof Gesundbrunnen führte. In Höhe der heutigen Bornholmer Straße zweigte die Trasse dann aus der Nordbahn nach Osten ab. Die Gütergleise waren schon am 1. Mai 1897 eröffnet worden.
1950 wurde der Stettiner Bahnhof in Nordbahnhof umbenannt.
Die Schließung des Stettiner Bahnhofs am 18. Mai 1952 bedeutete das vorläufige Ende des Bahnbetriebs der Stettiner Bahn im Westteil Berlins.
In den 1980er Jahre wurden die Strecke Berlin-Lichtenberg?Stralsund elektrifiziert, dabei wurde auch der Abschnitt Angermünde?Passow elektrifiziert um den Güterbahnhof Stendell des PCK Schwedt mit E-Loks anfahren zu können. Der Streckenabschnitt zwischen Passow und Stettin blieb bei der Elektrifizierung unberücksichtigt, im Zuge der Aufnahme Polens in die Europäische Union ist eine Elektrifizierung dieser wichtigen Verbindung ab 2015 geplant.
Seit der Eröffnung des neuen Berliner_Hauptbahnhofes am 27. Mai 2006 können Reisende von der Stettiner Bahn aus über Gesundbrunnen ins Berliner Zentrum fahren.
Vorortbahnhof und künftige Nutzung
Nach dem schnellen Anwachsen des Straßenverkehrs kam es Anfang des Jahrhunderts an den niveaugleichen Bahnübergängen und hier insbesondere am Gartenplatz zu chaotischen Verhältnissen, sodass die Verkehrsträger getrennt werden mussten. In den Jahren 1912 bis 1916 erfolgte in mehreren Etappen die Hochlegung des Bahndamms von Berlin bis Bernau und die bauliche Trennung der Fern- und Vorortgleise. Auf dieser Strecke wurde nach ihrer Elektrifizierung am 8. August 1924 die erste Berliner_S-Bahnstrecke mit Gleichstrom und Elektrotriebwagen in Betrieb genommen.
1898 war westlich des Stettiner Fernbahnhofs ein eigenes Empfangsgebäude für den Vorortverkehr nach Bernau eröffnet worden. Das aus gelbem Sichtmauerwerk errichtete Bauwerk steht heute noch unsaniert an der Zinnowitzer Straße und harrt einer zukünftigen Nutzung. Ursprünglich befand sich der Vorort- u. Güterbahnsteig nach Bernau östlich des Fernbahnhofes an der Gartenstraße.
Der westliche Teil des Bahngeländes wurde von der Deutschen Bahn mit mehrgeschossigen Bürogebäuden überbaut, während der nordöstliche Teil des ehemaligen Vorortbahnhofs bis zum Gartenplatz hin zukünftig zu einem Erlebnis- und Stadtpark umgestaltet werden soll.
Bei der Vorbereitung dieser Planung kam es 2006 zum Konflikt zwischen dem Grünflächenamt des Bezirks_Mitte und dem Kultursenator Thomas Flierl, der auf einem Teil des Geländes das von ihm kurzfristig erstellte Konzept zur Gedenkstätte der Berliner Mauer umsetzen wollte.
Im Zuge der Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes und Ausbaus der Strecke auf 160 km/h wurden längere Abschnitte modernisiert und signaltechnisch verändert. Gleisanlagen von etlichen Bahnhöfen wurden reduziert oder zu Zugfolgestellen umgebaut. Bis Angermünde wird die Strecke zentral von der Betriebszentrale in Berlin-Pankow gesteuert.
= Kilometrierung
=Der Regional- und Fernverkehr wird heute aus dem Stadtzentrum durch den Tiergartentunnel über Gesundbrunnen auf die Stettiner Bahn geführt.Zweigbahn Angermünde?Anklam
= Kilometrierung
=Zweigbahn Angermünde?Bad Freienwalde
= Kilometrierung
={| class="prettytable"
!km
!Bahnhof
!Kürzel
!Betriebsdaten
!Bemerkung
|-
| 0,0
|| Angermünde
|| WA
||
|| Anschluss an Stammbahn
|-
| 6,2
|| Neu Künkendorf
|| WNKD
|| 1. Januar 1877 ? 27. Mai 1995
||
|-
| 10,9
|| Lüdersdorf_(Kr._Angermünde)
|| WALD ?
|| 1. Januar 1877 ? 27. Mai 1995
||
|-
| 16,5
|| Saaten-Neuendorf
|| WSND
|| 1. Januar 1877 ? 27. Mai 1995
||
|-
| 18,9
|| Oderberg (Mark)
/'>| WOD
|| 1939? ? 27. Mai 1995
||
|-
| 22,3
|| Oderberg-Bralitz
|| WOB
|| 1. Januar 1877 ? 27. Mai 1995
||
|-
| 24,4
|| Bralitz
|| WBRA
|| 1. Januar 1877 ? 27. Mai 1995
||
|-
| 30,0
|| Freienwalde (Oder)
|| WFW
|| 15. Dezember 1866
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