Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein Forschungsinstitut, das seine Hauptaufgabe darin sieht, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Öffentlichkeit und für den politischen_Entscheidungsprozess aufzubereiten sowie Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten. Das Institut erstellt Studien, Diskussionspapiere, betreibt ein Online-Handbuch zum Thema Demografie und Entwicklung und publiziert unregelmäßig einen Demografie-Newsletter. Leiter des Instituts ist der frühere ?Zeit?- und ?Geo?-Redakteur Dr. Reiner Klingholz.Organisationsform
Das Berlin-Institut wurde im August 2000 mit von der Falk- und Marlene-Reichenbach-Stiftung bereitgestelltem Startkapital gegründet und als gemeinnützige, wissenschaftlichen Zwecken dienende Stiftung anerkannt. Das Institut ist parteipolitisch unabhängig und konfessionell nicht gebunden. Es finanziert sich über Projektzuwendungen, Spenden und Forschungsaufträge.
Publikationen
Zu den wichtigsten Veröffentlichungen des Instituts zählen die Studie ?Deutschland 2020 ? die demografische Zukunft der Nation? (2004) und die Nachfolgestudie ?Die demografische Lage der Nation ? Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen?? (2006, Deutscher Taschenbuch Verlag München). Sie beschreiben demografische_Veränderungen_in_Deutschland und die zu erwartenden Folgen, bezogen auf die 439 Landkreise und kreisfreien_Städte der Bundesrepublik. Anhand eines Benotungsschlüssels werden Daten aus öffentlichen und privaten Statistiken für die Bereiche Demografie, Wirtschaft, Integration, Bildung, Familienfreundlichkeit und Flächennutzung ausgewertet. Daraus ergeben sich für jeden Kreis ein Profil aus 22 Einzelnoten sowie eine Gesamtnote, die die Zukunftsfähigkeit der Region ausdrücken. Wichtige Ergebnisse waren neben allgemeinen Trends wie Überalterung und Bevölkerungsschwund die Feststellung von Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands, vornehmlich in die Speckgürtel der großen Städte Berlin, München, Hamburg sowie in weitere wirtschaftsstarke Regionen.
?Das Ende der Aufklärung? (2004) beschreibt den weltweiten Umgang mit Familienplanung und stellt Widerstände gegen das von der Vereinten_Nationen auf der internationalen_Konferenz_über_Bevölkerung_und_Entwicklung in Kairo im Jahre 1994 anerkannte Recht auf reproduktive Gesundheit für alle fest. Gruppen und Initiativen aus dem Lager der Christlichen Rechten setzen sich weltweit immer mehr dafür ein, Abstinenz zu predigen, statt über Sexualität aufzuklären. Die demografischen Folgen dieser Politik in Industriestaaten und in Entwicklungsländern werden diskutiert und Zusammenhänge von Bevölkerungsentwicklung und der gesellschaftlichen Rolle der Frau aufgezeigt.
?Jugend und Kriegsgefahr? (2004) untersucht den Zusammenhang von demografischen Faktoren, insbesondere mit hohem Jugendanteil, und dem Ausbruch gewaltsamer Konflikte. Das Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern führt häufig zu einem Überhang an jungen Menschen, die keinen geeigneten Platz in der Gesellschaft und im Wirtschaftsgefüge finden. Diese Länder weisen eine überproportional hohe Wahrscheinlichkeit für die Verwicklung in bewaffnete Konflikte auf.
?Unterm Strich? (2006, oekom verlag München), analysiert die aktuellen Probleme und Chancen, ?Erbschaften und Erblasten? der deutschen Gesellschaft in den Bereichen Demografie, Siedlung, Bildung, Zuwanderung, Naturschutz, Energie, Arbeit und Einkommen und Mobilität. Es werden Zusammenhänge zwischen diesen Bereichen aufgezeigt und Lösungen diskutiert.
Die Untersuchung ?Emanzipation oder Kindergeld? (2005) analysiert den Zusammenhang zwischen den unterschiedlich hohen Kinderzahlen in westeuropäischen Ländern und der sozioökonomischen Rolle der Frauen.
Weblinks
• Homepage des Berlin-Instituts

