Bergwerk Saar
Das Bergwerk Saar (ehemals Bergwerk Ensdorf) ist ein östlich von Saarlouis gelegenes Verbundbergwerk. Es ist die letzte aktive Steinkohlegrube im Saarland.
Geschichte
Die Anfänge des Bergwerks reichen bis ins frühe 18. Jahrhundert
zurück, als im Raum Ensdorf (Saar)/Schwalbach (Saar) nach Kohle gegraben wurde. Doch erst unter
preußischer Herrschaft (1825-1920) wurden die Ensdorfer und
Schwalbacher Gruben systematisch ausgebeutet. Die Bergbauverwaltung
ließ Tagesanlagen errichten und 1826 den ersten Tiefbauschacht
abteufen. Dieser Schwalbacher Schacht war der erste Tiefschacht im
preußischen Teil des Saargebietes. Für den Abtransport der geförderten
Kohle spielte zunächst die Saarschifffahrt eine wichtige Rolle. 1842
legte man einen über 2 Kilometer langen Transportstollen zum Flussufer
hin an und in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde
die Saar systematisch für die Güterschifffahrt ausgebaut. Allerdings
nahm die Eisenbahn immer größere Bedeutung ein und ersetzte den
Abtransport per Schiff nach und nach.
Bis 1913 wurden zahlreiche weitere Schächte im Bereich
Ensdorf/Schwalbach/Griesborn gegraben, die heute zum Teil noch in
Betrieb sind. Der älteste noch aktiv genutze Schacht
aus preußischer Zeit ist der nach dem saarländisch-französischen
Marschall Michel Ney getaufte "Ney-Schacht", der bereits 1867 angelegt
wurde. Ab dem Jahr 1957 sind die zusammengelegte Schächte Duhamel
und Griesborn unter dem Namen Bergwerk Ensdorf bekannt.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs übernahm der französische Staat die
Aufsicht über die saarländischen Bergwerke und setzte verstärkt
Motorkraft in den Gruben ein, was zu einer Effizienzsteigerung führte.
Nachdem das Saargebiet 1935 zum Deutschen Reich
zurückkehrte, stieg die jährliche Fördermenge weiterhin an
und erreichte um 1942 ihren historischen Höhepunkt.
Als die US-Armee gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Gruben
Ensdorf/Schwalbach erreichte, plante die Wehrmacht, die Stollen zu
sprengen, um ein weiteres Vordringen der Amerikaner ins Saarland zu
verhindern, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sich viele hundert
Menschen in die Stollen geflüchtet hatten. Die amerikanische Armee
konnte dieses Verbrechen im letzten Augenblick verhindern, indem sie
die Stollen frühzeitig besetzte.
Mit der abnehmenden Bedeutung des Bergbaus nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden sukzessive die saarländischen Gruben geschlossen. Als letztes Verbundbergwerk blieb das aus den Förderstandorten Ensdorf und Warndt-Luisenthal gebildete Bergwerk Saar bestehen. Im Jahr 2006 wurde die Förderung am Standort Warndt-Luisenthal jedoch auch eingestellt.
Gegenwart
Das Bergwerk Saar ist die letzte aktive Steinkohlengrube im Saarrevier.
Im Auftrag der Deutschen Steinkohle AG, einer Tochterfirma der RAG, erwirtschafteten die knapp
viertausend Beschäftigten des Förderstandortes Ensdorf rund 517 Mio Euro im Jahr 2006.
Täglich werden 15.000 Tonnen Kohle gefördert, was einer
Jahresförderung von über 3,6 Mio Tonnen entspricht. (Zum Vergleich:
Die Gesamtförderung des Saarlandes lag 1942 bei 15,3 Mio Tonnen.
Allerdings waren dafür 54.000 Bergmänner im Einsatz.)
Um auch in Zukunft eine leistungsfähige Ausbeutung der Kohlevorkommen
gewährleisten zu können, bildet die Deutsche Steinkohle AG am Standort Saar trotz der
gegenwärtigen Diskussionen um einen Ausstieg aus dem Bergbau weiterhin
250 Jugendliche für die Arbeit unter Tage aus.
Schächte
* Duhamelschacht
* Neyschacht
* Nordschacht
* Südschacht
* Schrägschacht Barbara-StollenDer Nordschacht ist mit 1751m Teufe der tiefste Schacht Europas (s. Bild oben rechts).
Weblinks
• Informationen zum Bergwerk von der Deutschen Steinkohle AG

