Tatzelwurm (Fabeltier)
Der Tatzelwurm oder Tatzlwurm ist ein alpenländisches Fabeltier, auch bekannt als Dazzelwurm, Praatzelwurm, Springwurm, Stollenwurm oder Bergstutzen, in der Gegend der französischen Alpen als Arassas.Er gilt als kleiner Verwandter von Drache und Lindwurm und soll vor allem im Alpenraum und im Alpenvorland vorkommen, seine Existenz ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen.
Der Name setzt sich zusammen aus Tatze, was je nach Zusammenhang Bein, Pfote oder Klaue bedeuten kann, und Wurm, was darauf hindeutet, dass es sich beim Tatzelwurm um einen ?Halbdrachen? mit einem schlangenartigen Unterleib und zwei prankenbesetzten Vorderbeinen handelt.
Der Sage nach werden die Wesen zwischen 80 bis 150 Zentimeter lang und leben in Stollen und Höhlen, die sie sich selbst in den Felsen graben. Obwohl im allgemeinen als relativ scheu beschrieben gelten Tatzelwürmer auch als gefährlich und aggressiv und sollen Menschen und Tiere angefallen haben. Es heißt auch, wenn ein Tatzelwurm durch Sand kröche, würde letzterer zu Glas, was auf eine starke Hitzeentwicklung des Lebewesens schließen lässt.
Angeblich vermehren sich Tatzelwürmer nicht auf einem der gängigeren biologischen Wege, sondern entstehen wie folgt: Ein Hahn legt ein schwarzes Ei in einen See, wo es von der Sonnenwärme ausgebrütet wird. Aus dem Ei schlüpft ein Tatzelwurm, der möglicherweise zu einem Lindwurm heran wächst.
Im Haus der Natur in Salzburg war lange Zeit ein Platz für einen Tatzelwurm reserviert, es fand sich jedoch keiner.
Einige Kryptozoologen versuchen bis heute die Existenz des Tatzelwurms zu beweisen, es konnten aber bisher keine eindeutigen Beweise vorgelegt werden.
Im April 1934 veröffentlichte die Berliner Illustrierte Zeitung den folgenden Beitrag:
?Rätselhafte Begegnung im Schweizer Hochgebirge: Der Tatzelwurm, das geheimnisvolle Fabeltier der Alpenwelt zum ersten Male fotografiert? Razzia auf den Tatzelwurm.?
:Im Text heißt es, dass [...] ein Fotograf namens Balkin versicherte, ohne es zu wollen ein Foto des mysteriösen Wesens aufgenommen zu haben. Als er in der Umgebung von Meiringen spazierenging in der Absicht, schöne Landschaftsaufnahmen zu machen, erblickte er etwas, das wie ein malerisches Stück eines Baumstrunks aussah. Das gäbe ein schönes Bild, sagte er sich. Er nahm das Objekt ins Visier, doch in dem Moment, als er den Auslöser betätigte, begann sich der Baumstrunk in einer beunruhigenden Art zu bewegen und erwies sich als grosse lebendige Echse mit offensichtlich üblen Absichten. Der Fotograf nahm Reissaus, und stellte fest, nachdem er den Film entwickelt hatte, dass es ihm gelungen war, in freier Wildbahn ein absolut unbekanntes Tier aufzunehmen. Auf der Fotografie sieht man klar und deutlich den Kopf einer Art von dickem «Fisch» mit ziemlich mürrischem Aussehen. Doch die Fische, das wissen wir alle, gehen gewöhnlich nicht bergsteigen.
Die Zeitung druckte die Fotografie in der Folge nicht nur ab, sondern finanzierte auch zwei ?Razzien? in der Region, in welcher sich der fotografierte Tatzelwurm herumtreiben sollte. Angeblich aufgrund schlechten Wetters nahmen die Nachforschungen jedoch ein rasches Ende und das Interesse der Öffentlichkeit erlahmte. [http://www.markuskappeler.ch/taz/frataz.html Markus Kappeler]
Ernstzunehmendere Vermutungen gehen in die Richtung, dass es sich beim Tatzelwurm um eine Art Walzenskink oder Scheltopusik gehandelt haben könnte.
Quellen
Siehe auch
Drache (Mythologie)
Liste der Fabelwesen
Weblinks
• Markus Kappeler: Der Tatzelwurm - Fabeltier oder Alpenwildtier?

