Bergpartei
Die Bergpartei (französisch La Montagne), deren Mitglieder Montagnards genannt wurden, war während der Französischen_Revolution eine politische Gruppierung im Nationalkonvent. Der Begriff wurde zwar zuerst während der Sitzungen der Gesetzgebenden Versammlung für die Abgeordneten auf den höchsten Sitzreihen benutzt, kam aber erst 1793 allgemein in Gebrauch. Die Montagnards waren aus dem 1789 gegründeten Jakobinerklub hervorgegangen, wie auch die Girondisten, die sich aber bereits von den Jakobinern losgelöst hatten.
Bei der Eröffnung des Konvents umfasste die Gruppe der Montagnards Männer mit sehr verschiedenen Ansichten, und der Zusammenhalt, der sich in der Folge ergab, lag eher an der Opposition ihrer Führer gegen die Führer der Girondisten als an einer tiefergehenden politischen Einigkeit der beiden Gruppen. Der Hauptunterschied war, dass die Girondisten hauptsächlich Theoretiker und Denker umfassten, während die Bergpartei fast ausschließlich aus Männern der Tat bestand. Die Abgeordneten der Gironde vertraten zudem eine eher gemäßigte, bürgerlich-republikanische Politik, die ihre Ziele - wie beispielsweise die gesetzliche Gleichheit aller Bürger - bereits erreicht hatten. In der Bergpartei dagegen waren deutlich radikalere Ansichten und Ziele vertreten, in deren Interesse es war, die Revolution weiter voran zu treiben. Ziel war beispielsweise eine soziale und politische Gleichheit, die weit über die in der ersten Verfassung gegebene Zugeständnisse an den 'vierten Stand' hinausging.
Während ihrer Auseinandersetzung mit den Girondisten gewannen die Montagnards im Jakobinerclub die Oberhand, und für eine Zeit waren Jakobiner und Montagnard synonyme Begriffe. Die Bergpartei stand nacheinander unter dem Einfluss solcher Männer wie Marat, Danton und Robespierre.
Bei der Einberufung des Nationalkonvents im Jahr 1793 war die Bergpartei allerdings bereits im Zerfall begriffen; 1790 hatten sich schon die radikalen Cordeliers unter der Führung von Marats, Dantons und Desmoulins als eine Unterfraktion herausgebildet, 1793 spalteten diese sich weiter auf in die ultralinken 'enragés', aus denen später die Hébertisten hervorgingen, und die 'indulgents', die unter Danton und Desmoulins zunehmend zu Mäßigung und Beendigung des terreurs aufriefen. Nach der politischen Ausschaltung der Girondisten und der Hinrichtung zahlreicher ihrer Führer brach die fragile Einheit der Bergpartei endgültig auseinander. Mit Dantons Unterstützung brachte Robespierre die ultralinken Hébertisten im März 1794 aufs Schafott, nur wenige Tage darauf wandte er sich gegen die gemäßigteren Dantonisten und ließ Danton und seine engsten Vertrauten am 30. März '94 verhaften und am 5. April des gleichen Jahres hinrichten.
Lange führte aber auch Robespierre die Bergpartei nicht mehr, sie verschwand schließlich nach Robespierres Tod (28. Juli 1794), dem Erfolg der französischen Armeen und dem in Kraft treten der Direktorialverfassung.

