Berglandmilch
Berglandmilch ist das größte österreichische Milchverarbeitungs- und vertriebsunternehmen. Es besitzt die Rechtsform einer registrierten Genossenschaft mit beschränkter Haftung (reg.Gen.m.b.H). Der Hauptsitz befindet sich in Pasching (Oberösterreich). Berglandmilch zählt heute zu den größten Lebensmittelproduzenten Österreichs und zusammen mit der bayerischen Tochterfirma Rottaler_Milchwerk_eG zu den umsatzstärksten Molkereien Mitteleuropas.Geschichte
Das Unternehmen führt seine Entstehung auf die 1900 von einigen Landwirten in Schärding gegründete Erste Österreichische Zentrale Theebutter Verkaufsgenossenschaft (kurz ?Schärdinger?) zurück. Schon wenige Jahre später waren dieser 15 Molkereigenossenschaften beigetreten. Bereits 1937 war Schärdinger mit 34 Mitgliedern die größte milchwirtschaftliche Absatzorganisation in ganz Österreich. 1940 bestand das Unternehmen aus 41 Molkerei- und 6 Käsereigenossenschaften, mit insgesamt rund 40.000 Mitgliedern.
1952 wird die Genossenschaft umfirmiert in ?Schärdinger OÖ Molkereiverband?, die Produktionsbetriebe erweitert und modernisiert und der Export forciert, so dass Mitte der 1960er Jahre ein Umsatz von einer Milliarde Schilling erreicht wurde. Das Unternehmen setzt in den nächsten Jahren den Schwerpunkt der Produktpalette auf Markenkäse und Butter. 1980 steigt der Umsatz auf 4,3 Milliarden Schilling.
In den Jahren vor dem 1995 erfolgten Beitritt Österreichs zur Europäischen_Union und der damit verbundenen Liberalisierung des österreichischen Agrarmarktes werden die ?Schärdinger? OÖ. Molkereiverband reg.Gen.m.b.H. und fünf weitere Molkereiverbände in die 1990 gegründeten Austria Milch- und Fleischvermarktung reg.Gen.m.b.H. (AMF) eingegliedert. Diese sechs Großmolkereien mit damals noch 27 Produktionsstandorten in den fünf Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und im Burgenland waren:
*Schärdinger Landmolkerei (Ried im Innkreis, Taufkirchen, Münzkirchen, Geinberg, Peuerbach, Feldkirchen)
*Linzer Molkerei (Milchhof Linz, Bad Leonfelden, Pregarten)
*Milchunion Alpenvorland (Steyr-Garsten, Baumgartenberg, Königswiesen)
*Bäuerliche Milchunion Kärnten (Klagenfurt, Wolfsberg, St. Veit an der Glan, Völkermarkt)
*Molkerei im Mostviertel (Aschbach, Erlauf)
*Milchverarbeitung Desserta (Graz, Feldbach, Fürstenfeld, Güssing, Hartberg, Leoben, Voitsberg, Weiz)
Zum Jahresbeginn 1996 kam die Milchsparte der AMF dazu, da diese nach dem EU-Beitritt Österreichs umstrukturiert wurde (die Fleisch-Sparte der AMF ging 1999 an die AMF-Tochter Vivatis_Holding_AG über). Das neue Milchindustrieunternehmen firmierte nun unter der Bezeichnung Berglandmilch.
Nach der Fusion wurde der entstandene Milchkonzern grundlegend umstrukturiert und modernisiert, 20 Standorte wurden geschlossen oder zusammengelegt.
Struktur
Die Produktionsstandorte von Berglandmilch befinden sich in Feldkirchen, Garsten, Geinberg, Klagenfurt, Aschbach, Voitsberg, sowie im deutschen Karpfham.
Zur Bergland-Gruppe gehören zahlreiche Tochtergesellschaften und Beteiligungen, z.B. die bayerische Rottaler Milchwerk eG in Rotthalmünster und eine 25%-Beteiligung an der Bayernland eG in Nürnberg, die wiederum zu 50% an der Berglandmilch beteiligt ist.
Kennzahlen
Das Unternehmen beschäftigte 2005 insgesamt 863 Mitarbeiter. Der konzernweite Jahresumsatz belief sich in diesem Jahr auf 508,2 Millionen Euro, davon entfielen auf die Berglandmilch reg. Gen.m.b.H. 471,2 Millionen Euro. Es wurden 829 Millionen Kilogramm Milch von rund 17.000 in der Genossenschaft als Miteigentümer organisierten Anlieferern verarbeitet. Etwa 35 % der Produkte gehen in den Export, hauptsächlich nach Deutschland.
Marken
Berglandmilch produziert unter den drei Dachmarken Schärdinger, Desserta, und Fidus, den Einzelproduktmarken Bergbaron, Sommerbutter und Traungold sowie diversen Handelsmarken rund 350 verschiedene Artikel aus den Bereichen Frischmilchprodukte, H-Milch, Käse, Butter, Joghurt und Topfen.
Weblinks
• Website Berglandmilch

