Berggorilla
|-
! Wissenschaftlicher_Name
|-
| class="taxo-name" | Gorilla gorilla beringei
|-
| class="Person" | Matschie, 1914
|}
Der Berggorilla (Gorilla gorilla beringei, auch Gorilla beringei beringei) ist die wohl bekannteste Unterart des Gorilla und mit einer Körpergröße von über 2 Metern bei den Silberrücken der größte Gorilla und Primat. Allerdings ist die Systematik des Gorillas umstritten, manchmal werden Berggorillas mit den Virungagorillas, Bwindi- und Grauergorillas zur Art Östlicher Gorilla (Gorilla beringei) zusammengefasst.
Vorkommen
Berggorillas wurden im Jahr 1902 von Robert von Beringe auf den Virunga-Vulkanen (Ruanda/Kongo/Uganda) entdecktNetzeitung: [http://www.netzeitung.de/wissenschaft/621312.html Rückkehr der Silberrücken], 20 April 2007. Eine weitere Population lebt im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda. Die Berggorillas der Virunga-Vulkane werden seit 1967 intensiv beobachtet (von Dian Fossey und ihren Nachfolgern), daher weiß man über sie wesentlich mehr als über andere Gorillas. Viele der Tiere haben Namen erhalten und ihre Lebensgeschichte ist bekannt. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen, die seit 1989 um die Vulkane geführt werden, mussten die Beobachtungen zeitweise eingestellt werden. Zählte man damals noch 624 Tiere, so ist die Zahl inzwischen wieder auf ungefähr 720 Tiere angewachsen, von denen allein 340 im Bwindi Impenetrable National Park leben.
In ihrem Lebensraum und ihrer Lebensweise sind Berggorillas einzigartig. Keine anderen Gorillas steigen so hoch in die Berge hinauf und leben in so kühlem Klima. Sie haben daher sehr lange und seidige Haare, vor allem an den Armen. Außerdem sind sie von allen Gorillas am stärksten an das Bodenleben angepasst. Ihre Füße sind den unseren deshalb sehr ähnlich. Außerdem sind Berggorilla die friedlichsten der drei Unterarten des Gorillas, und während die kleineren Flachlandgorillas etwa bis 35 Jahre alt werden, können Berg- und Grauergorillas sogar ein halbes Jahrhundert erreichen. Die Berggorillas sind wie die Grauergorillas uns viel ähnlicher im Aussehen und Verhalten als alle anderen Menschenaffen.
Neben den Berggorillas der Virunga-Vulkane gibt es noch die Berggorillas des Bwindi Impenetrable National Park: den Bwindigorilla. Dieser ist noch etwas größer als der Virungagorilla, hat ein länglicheres Gesicht und ist tiefschwarz gefärbt. Der Bwindigorilla ist der größte lebende Primat. Er unterscheidet sich kaum von den Virungagorillas im Verhalten. Von allen Gorillas sind die Bwindigorillas wohl am wenigsten von Wilderern gefährdet. Der Tourismus hat sich in Uganda als großer Vorteil für die Bevölkerung und das Land erwiesen.
Im Hügelland von Zaire (heutige Demokratische Republik Kongo) lebt der östliche Flachlandgorilla oder Grauergorilla. Er hat ein fast ebenso längliches Gesicht wie der Bwindigorilla, hat aber kürzere Haare und ist nur etwas kleiner als der Berggorilla von Bwindi. Er klettert auch selten auf Bäume, während die Berggorillas zu fast 100 % auf dem Boden sich fortbewegen. Trotz des Names "Östlicher Flachlandgorilla" lebt dieser nicht im Flachland, sondern in Tälern im Gebirge.
Im Oktober 2006 berichtete Robert Muir, Projektleiter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, dass man bei einer Zählung der so genannten Kibirizi-Gruppe sieben Individuen (Erwachsene und Jungtiere) in einer versteckten, sehr dunklen Höhle entdeckt habe. Nie zuvor seien Menschenaffen dabei beobachtet worden, sich in einer Höhle aufzuhalten.
Berggorillas gibt es in keinem Zoo.
Einzelnachweise
Weblinks
• Deutsche Site der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe mit vielen Informationen über Gorillas
• www.wissenschaft.de: Durch Touristen eingeschleppte Atemwegserkrankungen töten Berggorillas
• Nahaufnahmen eines Amerikaners von einem Berggorilla-Männchen

