Bergfeste Dilsberg
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Die Bergfeste Dilsberg ist eine Bergfeste bei Neckargemünd, östlich von Heidelberg, im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.
Lage
Die Feste liegt über dem Neckartal und dem Kraichgau. Sie war Bestandteil der Wehranlagen der Kurpfalz und wurde nie erobert.
Geschichte
Die Bergfeste wurde zwischen 1150 und 1200 angelegt. Um 1300 ging sie in das Eigentum der Kurpfalz über.
Burgherren waren 1208 die Grafen von Lauffen als Eigentümer aus. Nach dem Aussterben dieses Geschlechts gelangten die Grafen von Dürn an die Herrschaft, die sich seit 1252 Grafen_von_Dilsberg nannten.
Im Dreißigjährigen_Krieg zählte sie zu einer der am meisten umkämpften Festungsanlagen. 1622 wurde die Festung vom Feldherrn Tilly nach langer Belagerung besetzt. 1633 eroberten die Schweden die Festung zurück. Trotz der Belagerung und Umkämpfung wurde die Feste selbst nicht militärisch erobert und auch nicht zerstört.
1803 fiel die Bergfeste Dilsberg gemeinsam mit dem Ort mit dem Ende der Kurpfalz an das Land Baden und diente als Staatsgefängnis. 1822 wurde sie zum Abriss freigegeben.
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Bergfeste Dilsberg allmählich zu einem Ziel für Touristen. Die kleine Festung wurde dafür umfangreich saniert und rekonstruiert. Der unterirdische rund 80 Meter lange Brunnenstollen, der 1896 von Fritz von Briesen wieder entdeckt und 1926 freigelegt worden war, ist eine der Besonderheiten der Feste.
Heutige Nutzung
Kulturelle Höhepunkte bilden die regelmäßigen Veranstaltungen, wie der Dilsberger Kunsthandwerkermarkt, die Dilsberger Burgkonzerte sowie die Freilichtbühnen-Aufführungen der ?Rose vom Dilsberg? im Frühsommer.
Anlage
Die Burganlage ist in Vor- und Hauptburg untergliedert. Zur Vorburg gehörte die Invalidenkaserne (heute eine Gartenanlage), die Zehntscheuer, der Marstall mit dem Fruchtspeicher und das Kommandantenhaus.
Äußere Verteidigungslinie ist die als Bergkrone ausgeformte Stadtmauer von Dilsberg.
Um in die Hauptburg zu gelangen, mussten zwei Flankierungstürme passiert werden. Im Hof der Hauptburg lag der Palas, von dem nur noch ein Kellergewölbe erhalten ist und ein sechseckiger Treppenturm. Die 16 Meter hohe Ringmauer umgab früher die ganze Hauptburg, bevor der östliche und südliche Teil abgerissen wurde.
1842 wollten die Dilsberger auch noch das Stadttor schleifen, um sich die Unterhaltungskosten zu sparen. Dies wurde ihnen aber von der Heidelberger Baubehörde des Landes Baden untersagt, die der Ansicht war "daß der Abriß des Stadttors dem "Gesamteindruck" des Dilsbergs abträglich wäre; außerdem sei zu befürchten, daß im Falle des Abbaus des Stadttors das Läuten der von dort in die kath. Kirche umzusiedelnden Bürgerglocke in der Feldflur nicht mehr zu hören sei."
Literatur
* Christoph Bühler: Burgen der Kurpfalz. Bergstraße und Neckartal. Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1990. S. 121 ff. ISBN 3-89426-012-2
* B.H. Hottenroth: Die Rose von Dilsberg - Sage und Schauspiel aus dem Neckartal-Eine dramatische Sage aus dem 12. Jahrh. Eine Broschüre mit Bild und Text seit der ersten Aufführung 1910 in der romantischen Burganlage Dilsberg. 72 Seiten, Eigenverlag Frans Herrmans, 2000.
* Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Dr. Wolfgang Wiese: Burgfeste Dilsberg. Führer. ISBN 3-926318-80-5. 2000. Edition Braus im Wachter Verlag, Heidelberg.
Rhein-Neckar-Zeitung vom 13. Jan. 2006, Seite 10: Das Kommandantenhaus
* Wolfgang Seidenspinner: Dilsberg, Stadt Neckargemünd. In: Heidelberg, Mannheim und der Rhein-Neckar-Raum. Reihe "Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland". S. 117 ff. Stuttgart: Theiss, 1999. ISBN 3-8062-1407-7.
* Stefan Wiltschko: Bergfeste Dilsberg. Führer durch die Burganlage. Braus, Heidelberg 2000. ISBN 3-926318-80-5
Siehe auch
Liste der Burgen und Schlösser in Baden-Württemberg

