Bergen (Mittelfranken)
Bergen ist eine Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen.
Geografie
Bergen liegt in der Region Westmittelfranken.
Gemeindegliederung
Bergen, Geyern, Kaltenbuch, Syburg, Thalmannsfeld
Geschichte
Das Fürstentum Ansbach und die Schenken von Geyern teilten sich die hiesigen Herrschaftsrechte. 1796 sequestrierte Preußen die Geyerschen Rechte. Bergen fiel im Vertrag von Paris (Februar 1806) mit dem preußischen Fürstentum Ansbach durch Tausch an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde Bergen. Die seit Jahrhunderten gewachsenen Bindungen führten im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1978 zum Zusammenschluss der unten aufgeführten Ortschaften (heute Gemeindeteile) zur Gemeinde Bergen.
Gemeindeteile
mit fränkischem Fachwerk, errichtet im 17. Jahrhundert]]
*Bergen
Urkundlich 1067 erstmals erwähnt, als Bischof Gundekar II. eine Georgskirche weihte. Eine Viereckschanze aus der Zeit von etwa 500. V. Chr. zeugt von einer früheren Besiedelung. Vorhanden sind Überreste der Burg Neuhaus, die vermutlich 1390 zerstört wurde. 1543 führten die Herren von Syburg die Reformation ein, 1628 wurde das Dorf für 22 Jahre wieder zum katholischen Glauben gezwungen. 1631 Einfall der Schweden, von 1634 bis 1637 wütete die Pest in der Gegend. 1663 trafen aus Österreich vertriebene evangelische Exulanten im Dorf ein. Damit begann ein steter Wiederaufbau. 1773 entstand die Kirche in der heutigen Form, der Unterteil des Turmes stammt noch aus der mittelalterlichen Ritterzeit.
*Geyern
thumb|Burg_der_Schenken_von_Geyern
Am Nordabfall des fränkischen Jura liegt hier die Stammburg des bereit 985 erwähnten Adelsgeschlechtes der Schenken von Geyern.
Ursprünglich stammen die Schenken aus Hofstetten (Landkreis Eichstätt), sie nannten sich die Herren von Hofstetten und waren Ministeriale des Bischofs von Eichstätt. Die Grafen von Hirschberg übertrugen einem des Geschlechts das Schenkenamt. 1276 wurde Heinrich von Hofstetten durch den bayerischen Herzog Ludwig dem Strengen mit der Burg Geyern belehnt.
*Syburg
Wasserschloss, 1470 erstmals erwähnt
*Thalmannsfeld
erste Erwähnung 1194 als Thalmannsfelde
*Kaltenbuch
Einwohnerentwicklung
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.056, 1987 dann 981 und im Jahr 2000 1.115 Einwohner gezählt.
Politik
Bürgermeister ist Werner Röttenbacher (Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Willy Lehmeyer sen.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 364 T?, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 38 T?.
Wappen
Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau über einem silbernen Fünfberg schwebend ein von Silber und Schwarz geteiltes Schildchen, darin der Rumpf eines rot gezungten Geiers in verwechselten Farben.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft
Von 1693 bis 1864 wurde im Tagebau Erz abgebaut, das die Bauern zur Verhüttung nach Eichstätt brachten.
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 76 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 32 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 398. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 59 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1105 ha, davon waren 874 ha Ackerfläche und 229 ha Dauergrünfläche.
Bildung
Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:
*Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 38 Kindern
Kultur
Bergen gehört zum Verbreitungsgebiet des Jurahauses. Im Gemeindegebiet sind noch verhältnismäßig viele Exemplare dieses eigentümlichen Haustypus erhalten (vgl. Abb.), einige davon sind jedoch von abrisswilligen Eigentümern dem Verfall preisgegeben.
Im mehrfach beim Kreiswettbewerb ausgezeichneten Gemeindeteil Thalmannsfeld hat im Zuge der Dorfsanierung eine Wandlung zum Erhalt der historischen Dorfsubstanz eingesetzt. Neben den Felsenkellern werden jetzt mehrere private Einzelobjekte saniert und erhalten.
Erwähnenswert ist eine neu errichtete, historisch nachempfundene Schmiede in einem um 1820/30 erbauten Wohnstallhaus.
In diesem Museum sind unter anderem generalüberholte Bohr-, Dreh-, Fräß- und Schmiedemaschinen aus den Jahren 1905 bis 1920 zu sehen. Dort gibt es auch Kursangebote in den alten Handwerkstechniken.

