Bergbau in Ghana
Der Bergbau in Ghana spielt seit Jahrhunderten eine wesentliche Rolle in der Wirtschaftsstruktur des Landes. Ghana ist reich an Bodenschätzen. Bereits das vorkoloniale Ghana kannte eine lange Tradition des Goldbergbaus und Gold war auch der primäre Grund für das hiesige Fußfassen der Europäer im 15. Jahrhundert. Erst später dominierten Sklavenhandel und der zu Kolonialzeiten eingeführte Kakao. Der Goldbergbau besitzt heute einen Anteil von etwa 93 % an der Gesamtproduktion Ghanas an mineralischen Gütern und ist daher das wichtigste Element im Bergbau des Landes.Seit 1983 ist der Bergbausektor in Ghana weitgehend privatisiert worden, und wird heute durch ausländische Firmen dominiert, die zumeist Joint Ventures Beteiligungen ghanaischer Unternehmen vorweisen. Ein Joint Venture zwischen Südafrika und Ghana ist z.B. die Firma AngloGold Ashanti, welches heute das zweitgrößte Bergbauunternehmen der Welt [http://www.accra.diplo.de/Vertretung/accra/de/05/Bilaterale__Beziehungen/datei__rohstoffe__bergbau,property=Daten.pdf Deutsche Botschaft Accra] ist. Der ghanaische Staat hält entsprechend gesetzlicher Vorgaben einen Mindestanteil von 10% an jedem Bergbauunternehmen in Ghana.
Die ghanaische Bergbaupolitik steht in der Kritik, da sie nach Meinung unabhängiger Stellen nicht auf die Belange der Menschen und der Umwelt Rücksicht nimmt, sondern höchst einseitig die Interessen der Industrie und der Regierung an wirtschaftlichen Prozessen unterstützt [http://www.germanwatch.org/corp/ghana06.pdf Germanwatch].
Bergbausektor
Ghanas Bergbausektor ist der größte Arbeitgeber im Land nach der Regierung und an den Exporterlösen des Landes im hohen Maß (ca. ein Drittel) beteiligt. Der Goldexport spielte bereits in vorkolonialer Zeit eine bedeutende Rolle. Auch wenn Ghanas Goldexporte heute im Weltmaßstab eine eher untergeordnete Bedeutung haben, für das Land ist heute, unter dem aktuellen Präsidenten Sekondi nach Tarkwa und von hier aus weiter nach Obuasi, einschließlich eines Abzweiges Tarkwa-Prestea, führten in der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg zu einem raschen Aufschwung der Goldbergbaus. Hinzu kam ein verstärkter Zuzug von billigen Arbeitskräften aus den Nordterritorien, was eine rasche Entwicklung des Goldbergbaus im Tarkwa-Obuasi-Prestea-Gebiet zusätzlich noch förderte. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war Gold der weitaus wichtigste Exportartikel der Goldküste, der etwa die Hälfte des gesamten Exportwertes der Kolonie ausmachte.= Goldproduktion im heutigen Ghana
=Zur Zeit der Erlangung der Unabhängigkeit kann man die Lagerstätten, an denen Goldbergbau stattfand, als drei größere Goldfelder zusammenfassen:
:a) die Tarkwagruppe, die sich im Küstenhinterland des Ankobra-Fluss und etwa Sekondi erstreckt,
:b) die Ashantigruppe, welche die Lager in Adansi, der Regionen des Bosumtwe-Sees und dem Gebiet von Kumasi bis nach Gyaman hinein umfasst, sowie
:c) das akimische Goldfeld, das hauptsächlich in Akim-Abuakwa in der Region um dessen Hauptstadt Kibi gelegen ist.
Daneben gab es damals auch noch eine weitere Lagerstätte in der Region von Wa und Bole (NW-Ghana), in der Goldbergbau betrieben wurde, über die allerdings kaum etwas bekannt ist. Sie wird aber als der nördliche Ausläufer des Kumasi-Feldes beschrieben.
In den ersten Jahren der Unabhängigkeit wurden sechs Goldminen ausgebeutet, fünf davon von der State Mining Corporation (SMC) mit Hilfe staatlicher Zuschüsse.
Infolge wirtschaftlichen Missmanagements und in Verbindung mit politischer Instabilität ging die Goldproduktion jedoch in den ersten Dezennien der Unabhängigkeit immer mehr zurück. Hatte man noch Anfang der 1960er etwa 28 t/Jahr produziert, waren es Mitte der 1980er nur noch um die 9 t/Jahr.
Das Strukturelle Anpassungsprogramm vom Internationalen_Währungsfonds der Weltbank von 1983 als wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm für Ghana beinhaltete daher auch die Förderung des Goldsektors. In Umsetzung dessen folgten radikale Reformen für den Bergbau, mit denen Privatisierungen staatlicher Minenbetreiber und eine neue Investitionsstrategie in Gang gesetzt wurden. Seitdem wurden ca. sechs Milliarden USD an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in den Bergbau investiert (Zahl von 2005), davon 95 % im Goldbergbau. Bis zur Jahrtausendwende stieg Ghanas Goldproduktion auf mehr als 62 t/Jahr an und Gold wurde zum wichtigsten Exportgut und Devisenbringer des Landes. Im Jahre 2000 gab es in Ghana mehr als 230 Unternehmen, die im Goldbergbau beschäftigt waren. Hinzu kam ein Kleinstbergbau von ca. 150.000 ?Familienunternehmen?.
Obuasi
Das Goldfeld von Obuasi Es gibt in Ghana mindestens fünf Orte mit dem Namen Obuasi. Gemeint ist Obuasi, die Hauptstadt von Adansi (frühere Schreibweise: Oboase u.ä.) bei ., ist die reichste Goldmine Ghanas und die neuntgrößte Goldmine der Welt. Die Gegend wurde einmal als ?die reichste Quadratmeile Afrikas? bezeichnet. In einer Tiefe von 1.200 - 1.500 m lagern hier geschätzte 300 t abbaubares Gold. Weitere goldführende Schichten befinden sich in ca. 3.000 m Tiefe. Die Goldproduktion in Obuasi wurde 1968 von der britischen Lonrho Ltd. übernommen und wird heute von der Ashanti Goldfields Corporation betrieben, die zu wesentlichen Teilen eine Tochtergesellschaft der Lonrho PLC ist, an der auch der Staat Ghana beteiligt ist, der im April 1994 noch 31 % der Gesellschaftsanteile besaß. Im August 1995 sank jedoch der staatliche Anteil im Zuge einer ordentlichen Kapitalerhöhung, an der sich der Staat Ghana nicht beteiligte, auf 28,8 %, wodurch das Anteilsvolumen der Lonrho PLC auf 41,4 % stieg. Als im Jahre 1996 Gerüchte über Übernahmeabsichten durch die südafrikanische Tagebau bei der Goldförderung entstand auch ein enormer Landbedarf. Wasserverschmutzung, Steinschlag nach Sprengungen, Benutzungsverbote für vormalige Wege, Bebauungsverbote für vormalige Felder und Farmen auf Konzessionsgebiet, Lärmbelästigungen, bis hin zu Beeinträchtigungen nach Giftunfällen führten in der Vergangenheit häufig zu sozialen Spannungen zwischen denen, die zur Verteidigung ihrer Rechte eintreten wollten, und denen, die sich durch kleine Geschenke lieber ruhigstellen ließen.
Die betroffenen Landbesitzer haben in Ghana praktisch keine Einflussmöglichkeit auf die Lizenzvergabepraxis. Wenn überhaupt, dann erfahren sie nur irgendwann, dass ihr Land durch einen speziellen Vertrag der Regierung an eine Bergbaufirma gegeben wurde, ohne dass sie über Details informiert werden. Die Firmen sind zwar aufgefordert, die Einwohner der betroffenen Dörfer zu entschädigen, aber diese Zahlungen sind zumeist unangemessen niedrig, aber, wie es scheint, immerhin hoch genug, dass sich viele damit ruhigstellen lassen. Manche Firmen bemühen sich allerdings um einen Ausgleich und investieren in Infrastruktur, Schulen, Wasseranschlüsse oder sonstige humanitäre Hilfe, die der gesamten lokalen Bevölkerung zugute kommt. Eine Verpflichtung hierzu besteht jedoch nicht.
Neben den erheblichen gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung im Fördergebiet ist der Entzug der wirtschaftlichen Grundlage der Bevölkerung ein wichtiger Aspekt von Menschenrechtsorganisationen. Wenn die Bevölkerung nicht direkt vertrieben, sondern geduldet wird, entzieht ihnen der extensive Tagebau häufig die Lebensgrundlage, die Subsistenzwirtschaft. Die ländliche Bevölkerung findet mangels adäquater Ausbildung keine Anstellung in der Mine. Die Bauern werden enteignet, oft seit Generationen im Eigentum der Dorfbewohner stehenden Ackerflächen müssen dem Tagebau weichen. Den Bergbauunternehmen wird teilweise vorgeworfen, ihr Konzessionsgebiet zu verschieben, ohne neue Lizenzen zu erwerben [http://www.germanwatch.org/corp/ghana06.pdf Germanwatch]. Viele Minengebiete des Goldbergbaus liegen auch in den Gebieten, in denen seit Kolonialzeiten Kakaoanbau betrieben wird. [http://www.ghanaweb.com/GhanaHomePage/features/artikel.php?ID=110307 Ghanaweb]. Für viele Klein- und Kleinstbauern ist die Produktion von Kakao häufig die einzige Einnahmequelle neben der Subsistenzwirtschaft. Für einen Kakaobaum sollen Zahlungen von 7 USD geleistet worden sein. Für diesen Betrag ist es den Betroffenen nicht möglich eine vergleichbare wirtschaftliche Grundlage zu erlangen. Allein die Ernte eines Jahres würde pro Baum etwa 35 USD einbringen. Hinzu kommt, dass ein neugepflanzter Kakaobaum erst nach mehreren Jahren wieder einen veräußerbaren Ertrag erbringt. So sollen allein im Konzessionsgebiet der US-amerikanischen Newmont Mining Corporation in der Ahafo-Region ca. 16.000 Menschen ihre Arbeit in Kakaosektor verloren haben. Im Vergleich dazu hat der gesamte Bergbausektor im Jahr 2005 etwa 15.396 Arbeiter in den Minen eingestellt[http://www.ghanaweb.com/GhanaHomePage/features/artikel.php?ID=110307 Ghanaweb].
Mit diesem Vorwurf sind teilweise auch Beschuldigungen hinsichtlich massiver Menschenrechtsverletzungen gegenüber der ghanaischen Regierung verbunden. Auch soll es vereinzelt bei Demonstrationen zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein. Die finanzstarken Bergbauunternehmen stehen in dem Verdacht eigene ?Schutztruppen? ins Leben gerufen zu haben, die bei der Durchsetzung der eigenen Interessen helfen sollen [http://www.germanwatch.org/corp/ghana06.pdf Germanwatch][http://www.ghanaweb.com/GhanaHomePage/features/artikel.php?ID=110307 Ghanaweb].
Mit der WACAM (Wassa Assoation of Communes affected by Mining, Wassa West District) hat sich in einem der Hauptbergbaugebiete des Wassa-Landes eine Nichtstaatliche Organisation (NGO) als Interessenvertretung der durch den Bergbau betroffenen Bevölkerung organisiert. Sie ist auf sozial- und umweltpolitischem Gebiet sehr aktiv und verlangt zum Beispiel eine gerechte Beteiligung der lokalen Bevölkerung bei der Verwendung der aus dem Mineral Development Fund an die Kommunen zurückfließenden Gelder. Ghana hat sich, was eine Transparenz der aus den rohstofffördernden Unternehmen an den Staat fließenden Abgaben anbelangt, als Pilotland (neben Nigeria und Aserbaidschan) zur Umsetzung von Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) zur Verfügung gestellt, einer Initiative, die auf dem Weltwirtschaftsgipfel 2003 in Evian ins Leben gerufen wurde um die Korruption in Entwicklungsländern zu bekämpfen. EITI fordert eine Transparenz der Zahlungsströme hinsichtlich der von rohstofffördernden Unternehmen als Abgaben an den Staat fließenden Gelder.
Ende Mai 2005 rief der Minister für Land, Forsten und Bergbau, Dominic Fobih, die Minengesellschaften zur Vorlage von Sozialplänen auf und beschloss in Umsetzung von EITI die Einsetzung einer weiteren Kommission zur Überwachung der Verwendung der an die Kommunen fließenden Zahlungsmittel.
= Umweltpolitische Aspekte des Goldbergbaus
=Ghanas größte Umweltbedrohung ist der Bergbau. Immer wieder gelangen hochgiftige Chemikalien, die zur Goldgewinnung verwendet werden (Cyanide, Quecksilber), in den Wasserkreislauf und verursachen lokales Fischsterben und Vergiftungserscheinungen in der Bevölkerung. Häufig werden solche Probleme durch die illegalen Galamsey Miners verursacht. Von den Umweltaktivisten Ghanas wird jedoch die Regierung der gezielten Fehlinformation und Zurückhaltung von Informationen verdächtigt, wie z.B. beim Unfall Anfang 2005, als bei der Bogoso Gold Ltd. (Wassa West District) eine größere Menge Cyanid in die Gewässer der Umgebung austrat und die Bevölkerung gar nicht oder nur ungenügend informiert wurde.
Ein weiterer ökologischer Aspekt des Goldbergbaus ist die Waldzerstörung, die mit der Einführung des Tagebaus bedrohliche Züge angenommen hat. Die Bergbaukonzerne erhielten Auflagen zur Wiederaufforstung, die in der Regel auch eingehalten werden. Problematisch sind jedoch auch die Schäden durch die vielen illegalen Gold- und Diamantensucher.
Ein trauriges Kapitel ist in diesem Zusammenhang die Mine bei Esase Esase (Esaase): (Ashanti Region), wo seit 1991 eine Goldmine von der kanadischen Bonte Gold Mines Ltd. betrieben wurde. Der Konzern wurde im Juli 2004 liquidiert. Alle Operationen wurden kurzfristig eingestellt und praktisch über Nacht verließen die Konzernvertreter das Land. Man hinterließ 18 Million USD Schulden gegenüber dem Staat Ghana und da der Großteil der Ausrüstung von den Gläubigern geleast war, war der finanzielle Schaden erheblich. Im Vorfeld war es Anfang 2004 zur Konfrontation mit der ghanaischen Umweltschutzbehörde EPA gekommen, da man den Auflagen zur Wiederaufforstung nicht nachgekommen war. Löcher mit stehendem Wasser, in denen krankheitsübertragende Mücken brüten, rutschende Dämme (es kam zu tödlichen Unfällen), Schlammberge, Abfallhalden und zerstörte natürliche Teiche waren die ökologische Hinterlassenschaft des Konzerns. Die Umweltschäden werden auf 1,26 Million USD beziffert. Bislang sind nur etwa 10 % durch Liquidationserlöse kompensiert. Die örtliche Gemeinde kämpft derzeit (2005) gegen die Wiederaufnahme des Abbaus durch andere Konzerne.
In der ersten Jahreshälfte 2005 hat die Umweltschutzagentur Ghanas (Environmental Protection Agency (EPA)) mit Unterstützung der Weltbank die wichtigsten Bergbauunternehmen (Gold und Mangan) unter den Aspekten Soziale Verantwortung und Umweltschutz (Wasser, Luft, Abfallmanagement) evaluiert. Von der WACAM wurde die EPA im März 2005 aufgefordert, die Umweltstandards zu überarbeiten und ein Rohstoffabbau in Waldschutzgebieten zu verbieten. Letzterer wird zwar nach dem neuen Bergbaugesetz nicht mehr gestattet, aber noch 2005 waren Ausnahmegenehmigungen möglich.
Die Minen der AngloGoldAshanti besitzen Zertifikate südafrikanischer Sicherheitsstandards und Umweltzertifikate der Bauxit-Lager in Akim-Abuakwa, auf dem Kwahu-Plateau und in Asante. Das größte unter ihnen ist scheinbar jenes westlich von Kumasi, wo etwa geschätzte 200 Millionen Tonnen Bauxit lagern. Es hat aber den Nachteil, dass sich die Vorkommen über eine sehr große Fläche verteilen, die ungefähr nördlich der Stadt Yenahin beginnt und bis etwa an 7° N heranreicht. Ein weiteres Lager befindet sich bei Sefwi-Bekwai Bekwai (in Sefwi): . Ghanas bedeutendstes Bauxit-Lager ist jedoch der ca. 3 km von Nkawkaw Nkwakaw: entfernt liegende Ejuanema-Berg. Hier liegen nach Schätzungen aus den 1950ern zwar nur ca. 1,8 Millionen Tonnen festen Bauxits neben 2,2 Millionen Tonnen Bauxitknollen, die zum Teil auch verfestigt sind (sog. ?Trümmerbauxit?), aber das Lager konzentriert sich mehr oder weniger auf diesen einen Berg. Das hiesige Gestein ist gelblich, grau, rosa, rot bis braun, was im Wesentlichen durch den Gehalt von Eisenoxid-Verunreinigungen bestimmt ist. Die Färbung z.B. einer hiesigen dunkelroten Abart wird z.B. durch einen Gehalt von 54 % Fe2O3 verursacht. Je mehr Verunreinigungen als Gangart im Erz enthalten sind, um so höher ist der Aufwand zur Erzaufbereitung für die Elektrolyse, bei der reines Al2O3 in metallisches Aluminium überführt wird. Höherer produktiver Aufwand bedeutet aber auch höhere Kosten und lässt die Ausbeute an Aluminium pro Tonne Roherz sinken, was Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses hat.
Die Bedeutung der Aluminium-Lager stieg jedoch erst mit dem steigenden Aluminiumbedarf der Flugzeugindustrie, dem der Zweite Weltkrieg den entscheidenden Impuls verliehen hatte.
Trotz der in Ghana reichlich vorhandenen Lagerstätten wird heute nur ein kleiner Anteil der Bauxit-Lager bei Awaso Awaso (Western Region): abgebaut. Die Ausbeutung dieser Lagerstätte, die in den 1950ern von der British Aluminium Company aufgenommen wurde, wurde nach der Erlangung der Unabhängigkeit durch die Ghana Bauxite Corporation (GBC) übernommen, welche sich anfangs zu 55 % in Regierungsbesitz befand. Im Jahre 2004 betrug der Regierungsanteil an der GBC jedoch nur noch 20 %, die übrigen 80 % waren im Besitz der kanadischen ALCAN.
Aufgrund einer vernachlässigten Instandhaltung der Eisenbahnlinie, die Awaso mit dem Hafen von Takoradi verbindet, kam es in den 1970ern und Anfang der 1980er zu einer starken Abnahme der exportierten Bauxitmengen. Wurden noch in den 1950ern etwa 300.000 t/Jahr an Bauxit exportiert, waren es Mitte der 1980er nicht mal mehr 130.000 t/Jahr. Reparaturen der Gleisanlagen bewirkten jedoch eine Erholung des Bauxitbergbaus in der zweiten Hälfte der 1980er und den 1990ern.
Wegen des hohen Energiebedarfs bei der elektrolytischen Aluminiumherstellung, hatte man nach dem Zweiten Weltkrieg das Projekt eines Großkraftwerkes in Ajena (Ajin) Ajena: am unteren Volta ins Auge gefasst, das geplante 545 MW an Energie zur Braunstein entdeckt. Die günstige Lage dieser Lagerstätte und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges begünstigten eine rasche Entwicklung des Exportes, da Mangan vor allem bei der Desoxidation von Eisen und Stahl sowie bei der Akkumulatorherstellung Anwendung findet, so dass Mangan damals kriegswichtige Bedeutung besaß.
Nach der Erlangung der Unabhängigkeit betrieb zunächst bis in die 1970er hinein die African Manganese Company die Ausbeutung der Nsuta-Mine mit jährlichen Ausfuhrraten, die zwischen 400.000 und 600.000 t schwankten. In den 1970ern ging die Gesellschaft in die staatseigene Ghana Manganese Corporation über.
Veraltete Technik und begrenzte Transport und Umschlagskapazitäten zum und im Hafen von Takoradi hielten jedoch die Produktions- und Ausfuhrmengen von Manganerzen bis in die 1990er hinein niedrig, steigerten sich aber dramatisch seit 1995. Dies war das Jahr, in welchem Ghana die bislang staatliche Ghana Manganese Corporation privatisiert hat. Ghana rangiert inzwischen auf Platz 8 in der Liste der größten Manganproduzenten der Welt. Die Nsuta-Mine ist die drittgrößte Manganmine der Welt.
Diamanten
Im Jahre 1919 wurden nordwestlich von Kibi Gemeint ist Kibi, die Hauptstadt von Akim-Abuakwa (frühere Schreibweise: Kyebi) bei . am Birim-Fluss erste Diamantvorkommen entdeckt. Bis 1924 folgten weitere Entdeckungen in der Gegend um Oda Es gibt in Ghana mindestens drei Orte mit dem Namen Oda. Gemeint ist Oda bei ., um Akwatia Akwatia: und im Bonsa-Tal, das ca. 30 km südwestlich von Tarkwa gelegen ist. Bei den ghanaischen Lagern handelt es sich, wie bei den meisten Diamanten-Lagerstätten auf der Welt, um angeschwemmte Gesteinstrümmer (sog. Kimberley-Prozess, d.h. des Kimberley Process Certification Scheme (KPCS), dessen Ziel in einer Verhinderung des Exports von Blutdiamanten besteht [http://www.kimberleyprocess.com:8080/site/?name=participants&PHPSESSID=33f04d42ae0845bf315c3af172748525 Kimberley Prozess Homepage]. Ghana stellt für den Export von Diamanten seit 1. Januar 2003 Kimberley-Zertifikate aus, die gemäß des Diamantengesetzes (Export and Import of Rough Diamants Act) vom 12. Dezember 2002 in Zusammenarbeit mit der Vertretung Kanadas in Ghana erstellt werden.
Es hat in den vergangenen Jahren einige Äußerungen gegeben, die Ghana der Einfuhr von ?Blutdiamanten? aus der Elfenbeinküste verdächtigen. Trotz der Mitgliedschaft Ghanas im Kimberly-Prozess steht Ghanas Regierung im Verdacht, Diamanten aus dem durch den Bürgerkrieg zerrissenen Nachbarland Elfenbeinküste umzudeklarieren und mit einem Kimberley-Siegel als ghanaische Ware in den Handel zu bringen. Der Verdacht wird nach einige Quellen genährt durch die Steigerung der Ausfuhr an Diamanten zwischen 2000 und 2005 um 60 Prozent, ohne dass sich im gleichen Umfang die Fördermengen erhöhte http://www.africanow.ch/presseschau.htm.
Erdöl und Erdgas
Unter der westafrikanischen Küste wird ein gigantisches zusammenhängendes Weltbank auf Widerstand, der sich daraufhin veranlasst sah, im Januar 1999 die Regierung darauf zu drängen, die Privatisierungspläne wie geplant umzusetzen.Im Jahre 2000 vereinbarte die GNPC ein Joint-Venture mit Lushan Eternit, der ghanaischen Tochtergesellschaft der Lushan International Energy Group aus Houston/Texas, zum Zwecke der Sanierung der Produktionsanlagen.
Im Oktober 2002 gab die britische Dana Petroleum PLC die Entdeckung erdölführender Schichten im westlichen Tief-Wasser-Bereich des Tano bekannt. Ein weiterer Fund in einem nahe gelegenen Flachwasserbereich wurde einige Tage später gemacht. In beiden Fällen war man in einer Tiefe von 1.860 m auf eine etwa 23 m starke ölführende Sandsteinschicht gestoßen, die möglicherweise mehrere Hundert Millionen Barrel an Rohöl enthalten könnte. Da der Sandstein aber von schlechter Qualität und das Öl relativ dickflüssig ist, ist die Realisierung einer Förderung in der Zukunft stark abhängig davon, wie Technologien angewendet werden können, um eine Förderung effizient zu gestalten. Dies war auch der Fokus einiger Studien, die im Jahre 2003 begonnen wurden. Die ghanaische Regierung hat daraufhin Dana eine dreijährige Verlängerung ihrer Untersuchungslizenz bis Mitte 2007 angeboten.
Im Jahre 2004 wurde die Produktion von TOR gedrosselt und nur noch auf die reine Raffination von Rohöl beschränkt. Gleichzeitig wurde auch der bislang unter Staatsmonopol stehende Import von Erdölendprodukten für den Ölvertriebsgesellschaften des privaten Sektors (oil-marketing companies (OMCs)) geöffnet, allerdings nur in Submission, das heißt gegen Angebot nach Ausschreibung. Im März 2004 war der erste Submittent gefunden. Anfang 2005 begann die Regierung mit einer Treibstoffpreisderegulierung und kündigte an, dass von nun an neue Preise von den OMCs festgesetzt werden können, allerdings unter der Oberaufsicht einer unabhängigen National Petroleum Authority (NPA), deren Regulierungsbefugnisse 2005 auch gesetzlich verankert wurden. Dies führte zunächst zu einer ersten drastischen Preiserhöhung bei Vergaserkraftstoff für Otto-Motoren, Diesel und anderen Erdölendprodukten.
Am 30. Juli 2004 unterzeichnete die ghanaische Regierung einen Vertrag mit der oben erwähnten Lushan über die Erdölförderung während der nächsten 20 Jahre. Ebenso wurde am 22. Juli 2004 ein Vertrag zwischen der GNPC im Namen der Regierung und der Kosmos Energy aus Houston/Texas geschlossen, die bereits in Äquatorialguinea Ölförderung betreibt. Kosmos soll drei Jahre lang auf einem 1000 km² Areal vor dem Kap der drei Spitzen nach Öl suchen und bei Ölfund wurden Abbau und Förderrechte für 23 Jahre in Aussicht gestellt.
Der Eigenbedarf Ghanas an Öl wird derzeit (2005) mit 60.000 Barrel/Tag veranschlagt. Ghanas derzeitige Fördermenge (2005) beträgt jedoch nur etwa 500 Barrel/Tag. (zum Vergleich: Elfenbeinküste 35.000 Barrel/Tag). Derzeit wird nur aus einer von sechs erschlossenen Quellen gefördert. Weiteres Rohöl bezieht Ghana hauptsächlich aus Nigeria, Iran, Libyen und Algerien.
Eine Nutzung der Gasreserven findet bislang nicht statt, was auf die hohe Kapitalintensität eines möglichen Abbaus zurückzuführen ist. Ende Mai 2005 hat eine norwegische Firma die Entdeckung eines weiteren, kommerziell nutzbaren Gasfeldes im Westen Ghanas bekannt gegeben.
Sonstige abbaubare Mineralien
Wo in der Natur Gold zu finden ist, ist fast immer auch Silber vorhanden. Untersuchungen zu Kolonialzeiten zeigten, dass die Quarzriffe des Tarkwadistriktes, welche die goldführenden Hügel östlich und westlich begleiten, silberhaltig sind. Das gleiche gilt für Kupfer und Nickel, die auf dem Territorium Ghanas an verschiedenen Stellen zumeist in geringen Mengen auftreten. Kupfer hat man reichlich in Vergesellschaftung mit Silber am Birim gefunden. Angesichts der bedeutend reicheren Goldlagerstätten hatte man zu Kolonialzeiten vornehmlich erst einmal in die wirtschaftliche Ausbeutung der Goldlager investiert, während man den Abbau der anderen Lagerstätten zunächst als nicht lohnenswert erachtete. Dennoch wird heute zumindest das mit dem Gold vergesellschaftete Silber, das bei der Goldproduktion mit erhalten wird, abgeschieden und ebenfalls exportiert. Der mit der Einführung von Glasfasertechnologie und digitaler Fotografie inzwischen weltweit gesunkene Bedarf an Kupfer und Silber lässt heute die Wirtschaftlichkeit eines separaten Abbaus von Silber, Kupfer und Nickel fraglich erscheinen. Ein weiterer Bodenschatz Ghanas ist Tantal. Eine diesbezügliche Mine befindet in Oda (Akim) wird und wird heute (2005) von der Firma AFIMEX ausgebeutet, die den Abbau im Auftrag der Leo Shield Exploration Ghana Ltd. betreibt. Das Tantalmineral lagert hier in einer 176.000 m³ großen Anschwemmung mit einem durchschnittlichen Gehalt von 210 g/m³. Tantal wird hauptsächlich zur Stahlveredlung verwendet und dient unter anderem als Platinersatz in der Mikroelektronik.
Nach über 40 Jahren ruhender Produktion wurde Anfang der 2000er auch wieder begonnen, Kalkstein für die lokale Zementproduktion abzubauen. Daneben wird auch im Goldbergbau Kalk benötigt. Größere Kalklager befinden sich bei Nauli (Western Region) und Buipe (Northern Region). Bislang wurde benötigter Kalk aus Europa importiert.
Weitere abbaufähige Minerale Ghanas mit Zukunftspotential wären Niobminerale, Feldspat, Kaolin, Kieselerde, Granit, Marmor sowie Jaspis und Quarze für die Schmuckherstellung.
Daneben hat man auch Vorkommen von Arsen- und Quecksilbererzen an der Küste zwischen Winneba und Apam festgestellt, sowie mineralische Vorkommen, die sich zur Herstellung von Schwefel eignen würden. Eine inzwischen weltweit kaum mehr vorhandene Nachfrage in Verbindung mit dem Umstand, dass Arsen-, Quecksilber- und Schwefelverbindungen heutzutage eher ein Entsorgungs- als Besorgungsproblem darstellen, ist der Grund, warum man von der Erschließung dieser Lagerstätten absieht.
Auch existieren im Osten Ghanas Eisenerzvorkommen, deren Eisengehalt jedoch als zu gering eingestuft wurde, um eine industrielle Ausbeutung und Verarbeitung wirtschaftlich erscheinen zu lassen.
Institutionen in Ghanas Bergbausektor
Ministry of Land, Forestry and Mines
Das Ministerium für Land, Forsten und Bergbau ist zuständig für die nationale Bergbaupolitik. Es verhandelt, vergibt, verwirkt, setzt aus und erneuert bergbauliche Rechte. Dieses Ministerium gibt es seit Anfang 2005, davor gab es ein eigenständiges Ministerium für Bergbau.
Minerals Commission
Die Mineralienkommission wurde per Gesetz 1993 geschaffen. Sie besitzt eine Überwachungsfunktion hinsichtlich aller Aktivitäten im Bergbausektor, sie formuliert Vorschläge für die nationale Bergbaupolitik, sie kontrolliert und bewertet die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist das Verbindungsglied zwischen Regierung und Bergbauindustrie und sie ist die erste Anlaufstelle für potentielle Investoren und Auskunftsstelle für alle wesentlichen Informationen. Die Mineralienkommission besitzt eine umfangreiche Datensammlung.
Chamber of Mines
Sie existiert als Industrie- und Handelskammer für den Bergbausektor seit über 75 Jahren. Sie ist als Interessenverband der Bergbauunternehmen eine Organisation des privaten Sektors. Sie erarbeitet Vorschläge für die Gesetzgebung.
Mines Department
Das Bergbauamt ist zuständig für Gesundheits- und Sicherheitsaspekte, sowie für das Datenarchiv.
Precious Minerals Marketing Corporation (PMMC)
Die 1989 gegründete PMMC ist der einzige, in Ghana zugelassene Aufkäufer und Alleinexporteur für Gold, Diamanten, Silber und sonstige Edelsteine und Halbedelsteine. Eine Ausfuhr dieser Güter ist nur über die PMMC mit präzisen Vorschriften und exakter Kontrolle möglich. Darüber hinaus unterstützt die PMMC auch die Bemühungen von Goldschmieden, Designern und Juwelieren Gold und Diamanten aus Ghana zu Schmuck zu verarbeiten und im Ausland zu vermarkten. Die Gesellschaft stellt selbst im großen Umfang Schmuck her.
Environmental Protection Agency (EPA)
Die EPA ist Ghanas staatliche Umweltschutzbehörde und unter anderem auch zuständig für Umweltschutzaspekte im Bergbau.
Forestry Commission
Die Forstkommission ist zuständig für alle Belange, welche Ghanas Wälder betreffen. Sie kontrolliert die Umsetzung der Wiederaufforstungsvorgaben für die Bergbaugesellschaften, hat aber wenig Möglichkeiten, sich gegen die mächtige Bergbauindustrie durchzusetzen.
Lands Commission
Die Landkommission ist zuständig für die Landverwaltung und Landpolitik in Ghana. Sie sammelt für die Bergbauindustrie juristisches Material, Urkunden usw. Sie ist es, welche Pachtverträge an die Inhaber von Erforschungs-, Ausbeutungs- und Bergbaulizenzen vergibt, welche die Mineralienkommission erteilt hat.
Wichtige Bergbaukonzerne
Gold
* AngloGold Ashanti Corp., Jointventure Ghana und Südafrika, weltweit zweitgrößter Goldbergbaukonzern, Minen: Obuasi, Teberebie, Iduapriem, Ayanfuri, Bibiani, Asikam
* Goldfields Ghana Ltd. (Goldfields Ltd. Südafrika), weltweit viertgrößter Goldproduzent, Konzession in Tarkwa und Abosso, Mine u.a.: Tarkwa (Tagebau)
* Bogoso Goldfields / Prestea Sankofa Gold Ltd. (Golden Star Resources, USA). Der Mitterkonzern Golden Star Resources ist der drittgrößte Bergbaukonzern der Welt. Minen: Bogosu (Wassa District), Bondaye (Golden Star)
* Newmont Minig Corp. (USA), weltweit größter Goldproduzent aus Denver, Colorado
* Red Back Mining (USA). Mine: Chirano
* Naworo Ltd. (Deutschland), Sitz in Berlin, Unterlizenz der Newmont Konzession, noch im Aufbau
* Obenemase Gold Mines (Australien), Mine: Konongo (ist inzwischen aufgegeben)
* Golderae Mining Co., Mine: Kwabeng (seit 1990)
* Wexford Goldfields Ltd., Tochtergesellschaft von Bogoso Goldfields, Mine: Akyempim
* Resolute Amansie Ltd. (Australien)
Andere Mineralien
* Diamanten: Ghana Consolidated Diamonds, besitzt einen staatlichen Direktor, Mine: Akwatia
* Bauxit: Ghana Bauxite Company, 80 % Beteiligung durch Alcan (Kanada), Mine: Awaso
* Mangan, Ghana Manganese Company, Mine: Nsuta
* Tantal: Afimex /LeoGoldshield, Mine: Akim-Oda
Fußnoten
Die Zahlenangaben zu den Exporten variieren je nach Quelle erheblich. Die gegebenen Währungsgrößen verstehen sich entsprechend der INCOTERMS-Klausel FOB (Frei an Bord).
Quellen
* Deutsche Botschaft, Accra
* Jim Silver, The failure of European mining companies in the nineteenth-century Gold Coast, Journal of African History, 22 (4) (1981) 511-529
* Walter Victor Oertly, Wirtschaftliche Zentralprobleme Ghanas seit der Unabhängigkeit ? Entwicklung der Primärproduktion und aussenswirtschaftliche Verschuldung, Bern und Frankfurt/M. 1971
* Gustav Gast, Die britische Kolonie Goldküste ? Eine physisch-geographische Studie, Sonderdruck aus den Mitteilungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Leipzig 1919-1922, Leipzig 1922
Weblinks
* Minerals Commission: [http://www.mincomgh.org/ www.mincomgh.org]
* Precious Minerals Marketing Corporation: [http://www.pmmcghana.com/ www.pmmcghana.org]
• Ghana Rohstoffe und Bergbauundustrie, Deutsche Botschaft Accra
• Ghanaweb
*die Website der Firma [http://www.anglogold.com/default.htm AngloGold Ashanti Corp.]
*die Website der Bürgerinitiative [http://www.wacam.org/ WACAM]

