Beresyne
Beresyne (ukrainisch , deutsch Beresina) ist eine Siedlung städtischen Typs mit 3.830 Einwohnern in der Ukraine, die deutsche Auswanderer 1816 gründeten. Sie befindet sich westlich von Odessa in der Oblast Odessa zwischen dem Schwarzen_Meer und der Grenze zu Moldawien. Der 6 km nordöstlich von Tarutyne gelegene Ort ist Teil des Rajons Tarutyne.Weitere Nachbarorte, ebenfalls durch deutsche Auswanderer gegründet, sind Borodino und Wesela Dolina (Klöstitz).
Geschichte
Beresina entstand 1816 als bessarabiendeutsche Siedlung in Bessarabien. Zar Alexander_I. rief in einem Manifest von 1813 deutsche Kolonisten ins Land, um die neu gewonnenen Steppengebiete, welche er in einem Krieg den Türken abgerungen hatte, zu kultivieren. Das Manifest stieß auf hohen Zuspruch, und so machten sich deutsche Siedler aus dem Warschauer Gebiet (vormals Preußisch-Polen), die einige Jahre zuvor dorthin ausgewandert waren, auf den Weg nach Südrußland. Wegen ihres Herkunftsgebiets wurden sie "Warschauer Kolonisten" genannt. Sie stießen auf schwäbische Auswanderer aus Württemberg und Baden, die mittels Ulmer Schachteln donauabwärts zum Schwarzen_Meer fuhren. 72 Familien aus Württemberg und 65 Familien aus Polen gründeten im Jahre 1816 die Kolonie Beresina. Sie entstand im Tal des Flusses Kogilnik (Kogälnik).
Die Ortsbezeichnung weist auf die Schlacht an der Beresina hin. Auf Weisung der russischen Ansiedlungssbehörde wurden die neu gegründeten Siedlungen nach Orten von siegreichen Schlachten gegen Napoleonm_I. benannt.
Beresina war bis 1940 eine überwiegend deutsche Siedlung. Die Bewohner hatten sich bis dahin ihre deutsche Muttersprache im schwäbischem Dialekt erhalten, auch wenn die Amts- und Schulsprachen russisch bzw. rumänisch waren. 1891 wurde das Kirchengebäude aus Kalkstein mit 750 Sitzplätzen fertig gestellt. Entscheidenden wirtschaftlichen Fortschritt brachte der Bau einer Eisenbahnlinie 1914 mit einem Bahnhof dicht am Ort. Das erleichterte den Abtransport der landwirtschaftlichen Produkte und führte zur Ansiedlung von Geschäften. Von der Siedlungsgründung 1816 bis zur Umsiedlung der Einwohner im Jahre 1940 nach Deutschland wuchs der Ort auf rund 3.000 Personen, darunter 2.653 deutschstämmige, an. Beresina gehörte wie ganz Bessarabien bis zum Jahre 1917 dem russischen Zarenreich an. Nach dem Ersten Weltkrieg war es rumänisches Staatsgebiet. Ab dem Jahre 1945 gehörte es zur Sowjetunion, und seit deren Zerfall 1991 ist es heute ukrainisches Staatsgebiet. Seit 1957 ist Beresyne eine Siedlung städtischen Typs.
Weblinks
• Statistische Daten (in russischer Sprache und kyrillischer Schrift)

