Lilian Benningsen
Lilian Benningsen (17. Juli 1924 in Wien) war neben Martha Mödl, Hetty Plümacher, Marga Höffgen und Hertha Töpper, um nur einige der vielen zu nennen, eine der berühmten Altistinnen der Opernwelt des 20. Jahrhunderts.Biografie und künstlerischer Werdegang
Die bayerische Kammersängerin erhielt ihre Ausbildung in Wien durch die renommierten Gesangspädagoginnen Elisabeth Rado und Anna Bahr-Mildenberg. Ihren ersten großen Erfolg hatte sie 1947, wo die 23-jährige den ersten Preis im Gesangswettbewerb der "Wiener Gesellschaft der Musikfreunde" gewann. Kaum ein Jahr später gab Lilian Benningsen ihr Debüt am Landestheater Salzburg. Es folgten Engagements am Stadtheater von Göttingen und an der Oper von Köln (1950-1952). Ihr Gastspiel an der Münchner Oper im Jahre 1951 sorgte für Furore in der Opernwelt der bayerischen Hauptstadt und darüber hinaus: Sie sang die Eboli in Don Carlos. Sofort wurde die Sängerin für die Bayerische Staatsoper verpflichtet. Drei Jahrzehnte gehörte die Künstlerin dem Münchener Opernensemble als festes Mitglied an. Neben Partien wie die Marzelline in Die Hochzeit des Figaro, die Dorabella in Così fan tutte, die Fricka im Ring-Zyklus, die Amneris in Aida waren weitere Glanzpunkte ihres Rollenrepertoires der Octavian im Der Rosenkavalier und immer wieder, in Personalunion mit Hertha Töpper, die Carmen in der gleichnamigen Oper von Georges Bizet. Treffsicher formulierte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude in seinen Glückwünschen zum 80. Geburtstag der Sängerin: "... Mit Ihrem Charme und Ihrer Ausdruckskraft haben Sie Operncharaktere aus allen Epochen zum Leben erweckt. Ihre glühende Carmen beispielsweise, Ihre hinreißende Marcelline oder Ihre betörende Octavian-Verkörperung zählen noch heute zu den unvergesslichen Ereignissen in der Geschichte des Opernhauses, die Ihnen sowohl die Ovationen Ihrer zahlreichen Verehrer als auch die Lobeshymnen der bewundernden Musikritiker einbrachten..."
Lilian Benningsen gastierte an den großen europäischen Opernbühnen, beispielsweise in Wien, Salzburg, London, Lissabon und Athen. Gleichzeitig hatte sie eine bedeutende Karriere als Lied- und Konzertsängerin und betätigte sich ferner als Gesangspädagogin. Einer ihrer bekanntesten Schüler dürfte der Bariton Jan Zinkler sein. Zahlreiche Schallplatten-Einspielungen runden die küntlerische Tätigkeit der Sängerin ab.
Literatur
* Kutsch, K. J./Riemers, L.: Großes Sängerlexikon. Erster Band: A-L, Bern 1987, Sp. 219

