Benjamin Yusupov
Benjamin Yusupov (22. November 1962 in Duschanbe, Tadschikistan) ist ein Dirigent und Komponist.Benjamin Yusupov studierte von 1981 bis 1990 am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium Klavier, Komposition, Musiktheorie und Dirigieren bei Juri Fortunatow, Juri Cholopow und Dmitri Kitajenko. 1990 emigrierte er nach Israel, wo er 2001 an der Bar-Ilan-Universität zum Dr. phil. promovierte.
1987 wurde Yusupov zum Chefdirigenten des Philharmonischen Orchesters von Duschanbe ernannt, wo er Werke aus allen musikalischen Epochen aufführte. Er unternahm zahlreiche Tourneen durch die ehemalige Sowjetunion. Nachdem Yusupov in den Westen übergesiedelt ist, hat sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den wichtigsten Israelischen Orchestern ? Israel Philharmonic, Jerusalem Symphony, Haifa Symphony, Israel Chamber Orchestra und den Tel-Aviv Soloists ? entwickelt.
Seine Werke wurden bei zahlreichen Festivals in Russland, beim Internationalen Komponistenfestival Rostrum in Paris (1990), beim Almeida Festival in London (1994), bei der Zagreber Biennale (2001), bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen (2004) und bei Festivals in Israel aufgeführt.
Yusupov wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt: So erhielt er 1989 eine Auszeichnung des sowjetischen Komponistenverbandes, 1993 den angesehenen "Clone Prize of the Israeli Composers' League", und im gleichen Jahr gewann er für seine Komposition "Gabriel" den ersten Preis in einem Wettbewerb im Rahmen der Eröffnung des Hauses Gabriel im Jordantal. 1999 wurde ihm der Preis des israelischen Ministerpräsidenten verliehen. Sein Violinkonzert bekam den ACUM-Preis für die beste Israelische Komposition der Saison 2001/2002. Der gleiche Preis wurde ihm für sein Konzert für Viola und Orchester als beste Israelische Komposition 2003/2004 zuerkannt. Die Uraufführung fand mit Maxim Vengerov und der Radiophilharmonie des NDR Hannover unter der Leitung von Eiji Oue im Mai 2005 statt.
Yusupovs Kompositionen beruhen auf westlichen wie auch östlichen Musiktraditionen, wobei er besonders auf musikalische Überlieferungen verschiedener jüdisch-ethnischer Gemeinschaften zurückgreift mit dem Ziel, einen neuen Stil israelischer Musik zu kreieren. Yusupovs Interesse an den verschiedenen musikalischen Kulturen reicht von Osteuropa im Norden bis Äthiopien im Süden und von Zentralasien im Osten bis Marokko im Westen. Sein Stil zeigt einerseits spezifische kulturelle Identitäten verschiedener ethnischer Gruppen und kombiniert andererseits die besonderen Regeln dieser Traditionen mit westlichen Kompositionsmethoden. Darüber hinaus sind für Yusupov Timbre und Klangfarbe sehr wichtige strukturelle Elemente. In seinen Kompositionen verwendet er original ethnische Instrumente, versucht aber auch, diese Klänge durch die Instrumente des westlichen Symphonieorchesters auszudrücken.
Werke (Auswahl)
*Gabriel für Symphonieorchester (1991)
*Nola Konzert für verschiedene Flöten und Streichorchester (1994)
*Quintett für Marimba (Klavier), zwei Violinen, Viola, Violoncello (1996)
*Inquities für 16 Spieler, Santur und Duduk (nach Psalm 130) (1998)
*Six Tanka für Mezzosopran, Violine (Viola), Piano (1998)
*Dasht Konzert für Posaune, ethnische Instrumente und Kammerensemble (1999)
*Go Tango für Orchester (2003)
*Postludium für Orchester (2003)
*Konzert für Viola und Orchester (2003)
*Crossroads No.1 für Altflöte, Violine und Crotales
Weblinks
[http://www.sikorski.de/de/frameloader.html?frame=http%3A//www.sikorski.de/composers/composer204.html Biographie und Werkverzeichnis]

