Ben Johnson (Athlet)
Ben Johnson (30. Dezember 1961 als Benjamin Sinclair Johnson in Falmouth (Jamaika)) ist ein ehemaliger kanadischer Leichtathlet.
Der Afro-Kanadier emigrierte zusammen mit seiner Mutter 1976 aus Jamaika. Er war bekannt für seinen kraftvollen, überwiegend beidbeinigen Startsprung, mit dem er sich meist schon auf den ersten Metern einen Vorsprung sicherte, den er dann bis ins Ziel hielt. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1987 in Rom stellte er im 100-Meter-Finale mit einer Zeit von 9,83 Sekunden einen neuen Weltrekord, der zuvor von Calvin Smith gehalten worden war, auf. Bei den Olympischen_Spielen_1988 in Seoul sorgte er jedoch für einen der größten Skandale der Olympia-Geschichte: Als Weltmeister und Weltrekordhalter gewann er am 24. September das 100-Meter-Finale mit neuem Weltrekord in 9,79 Sekunden vor Carl Lewis aus den USA mit 9,92 Sekunden. Die obligatorische Urinprobe führte aber zwei Tage später zu einem positiven Dopingbefund. Aufgrund der enormen Muskelpartien Johnsons auf der Brust, rund um die Schultern und vor allem auf den Oberarmen hatten böswillige Kritiker schon seit längerem den Verdacht äußern lassen, dass der Kanadier ein Konsument muskelbildender Steroide sei. Die Goldmedaille wurde ihm daraufhin aberkannt und Carl Lewis zugesprochen. In der Urinprobe konnten deutliche Spuren von Stanolozol, einem synthetischen anabolen Steroid, nachgewiesen werden. Ohne Dopingnachweis wurden ihm auch der Titel von 1987 sowie beide Weltrekorde aberkannt, zudem verhängte man eine Startsperre von vier Jahren.
Nach seinem Comeback und einem erneutem Dopingbefund bei einem Rennen 1993 in Montreal wurde Johnson schließlich lebenslang gesperrt. Als Konsequenz versuchte sich Johnson später u. a. als Wide Receiver im American Football, hatte jedoch nur mäßigen Erfolg.
2003 machte er in Italien als Konditionstrainer des Fußballvereins AC Perugia erneut auf sich aufmerksam. Im Dezember 2006 macht Ben Johnson mit Vermutungen auf sich aufmerksam, sein damaliger Konkurrent Sprinter und Weitspringer Carl Lewis habe etwas mit seinem Dopingvergehen zu tun. Sport1.at zitiert Johnson mit "Ich will nicht zu viel sagen, aber: Er hatte damit zu tun".
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