Benita Ferrero-Waldner
Benita Ferrero-Waldner (5. September 1948 in Salzburg) ist eine österreichische Politikerin (ÖVP) und seit 2004 Kommissarin für Außenbeziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik in der EU-Kommission Barroso.
Leben
Sie wuchs als Tochter eines Zahnarztes in Oberndorf bei Salzburg auf, schloss 1966 das Realgymnasium ab und studierte Rechtswissenschaften in Salzburg, wo sie 1970 zum Dr. iuris promovierte.
1971 bis 1983 arbeitete sie in Deutschland. Zunächst bei der Maschinenbaufirma Paul_Kiefel_GmbH in Freilassing, dann bei dem Textilunternehmen Gerns & Gahler GmbH am gleichen Ort, wo sie zuletzt Assistentin der Geschäftsleitung war.
1984 wechselte sie in den österreichischen Diplomatischen Dienst: Ab 1984 war sie im auswärtigen Dienst in Madrid, Dakar, Paris und Stellvertretende Protokollchefin im Außenministerium. Unter UN-Generalsekretär Boutros-Ghali bekleidete sie 1994 das Amt der Ersten Protokollchefin bei den Vereinten_Nationen in New_York. Von 1995 bis 2000 war sie Staatssekretärin im Außenministerium. Am 4. Februar 2000 wurde sie von Bundespräsident Thomas Klestil, als Bundesministerin_für_auswärtige_Angelegenheiten angelobt.
Bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April 2004 trat Ferrero-Waldner als Kandidatin der ÖVP an. Sie verlor die Wahl gegen Heinz Fischer (SPÖ), der auf 52,4 Prozent der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung betrug ca. 71 %. Sie war dabei nach einem "FPÖ-Hearing" ausdrücklich von Jörg Haider unterstützt worden.
Karriere in der EU
Seit dem 18. November 2004 ist sie europäische_Kommissarin_für_Außenbeziehungen_und_europäische_Nachbarschaftspolitik. Das Amt des Außenministers gab sie am 20. Oktober an Ursula Plassnik ab.
Kritisiert wurde Benita Ferrero-Waldner wegen ihres Vorgehens anlässlich der Verhaftung eines Teils des Wiener Künstlerkollektivs Volxtheaterkarawane im Anschluss an die von massiver Polizeigewalt überschatteten Proteste gegen den G8-Gipfel, der im Juli 2001 in Genua stattfand. So hat sie vermeintlich belastendes Beweismaterial, das sich jedoch später als haltlos erwies, sowie eine polizeiliche Vormerkung an die italienischen Behörden weitergegeben. Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl entschuldigte sich Ferrero-Waldner für die Weitergabe polizeilicher Vormerkungen an die italienische Justiz und bezeichnet die Affäre als "Hänger in ihrer Karriere".
Sie ist seit 2003 in zweiter Ehe mit dem Spanier Francisco Ferrero-Campos kirchlich verheiratet. Ihre erste, ebenfalls katholisch getraute Ehe war zuvor annulliert worden.
Trivia
Am 4. Februar 2000 wurde sie von Bundespräsident Thomas Klestil,, der ihren Vornamen zuerst irrtümlich mit männlicher Endung (Benito) aussprach, als Bundesministerin_für_auswärtige_Angelegenheiten angelobt.
Weblinks
*• EU-Kommissar Ferrero-Waldner
• Materialiensammlung zu VolxTheaterKarawane und Ferrero-Waldner

