Benediktinerinnen vom Allerheiligsten Sakrament
Die Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes oder kürzer Benediktinerinnen vom Allerheiligsten Sakrament, Sigel OSBSSSacr, sind ein kontemplativer römisch-katholischer Frauenorden. Der Orden wurde von der französischen Benediktinerin Mechtild de Bar (1614-1698) 1653 in Paris gegründet.Dieser Orden ist nicht identisch mit den Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung, wenn auch die Namen oft verwechselt werden.
Geschichte
Nachdem die Bürgerkriege in Frankreich das religiöse Leben hatten fast absterben lassen, plante Anna von Österreich, die Mutter der Königin, eine Stiftung zur ewigen Anbetung Christi in der Eucharistie. Mutter Mechtild wurde damit beauftragt, eine solche Institution zu errichten. Am 25. März 1653 wurde in einer kleinen Kapelle in der Rue de Bac die Eucharistie ausgesetzt, seitdem findet dort die immerwährende_Anbetung statt. Das Institut hat sich europaweit ausgebreitet, seit 1961 auch in Afrika. 1854 wurden von Saint Omer in Frankreich aus auch Konvente in Deutschland, nämlich in Trier, Osnabrück und Bonn-Endenich, gegründet. Insgesamt gibt es heute weltweit insgesamt 50 selbständige Priorate und etwa 2000 Ordensfrauen.
Spiritualität
Die Nonnen beten das große monastische Offizium und feiern die Liturgie wie es im Benediktinerorden üblich ist. Außerdem findet in den Klöstern die Ewige Anbetung statt, dazu teilen die Ordensfrauen ihren Tagesablauf so ein, dass immer zwei Schwestern vor dem Allerheiligsten beten. Die meisten Klöster in Deutschland haben später auch apostolisch-karitative Werke übernommen, die sich mit der strengen Klausur (Kloster) vereinbaren lassen,
z.B. Altersheime, Erholungsheime und Exerzitienhäuser. Außerdem verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt durch Hostienbäckerei, religiöses Kunsthandwerk, Paramentenstickerei und Landwirtschaft. Hauptaufgabe des Ordens ist aber das Gebet.
Klöster im deutschsprachigen Raum
* Kloster Maria-Hilf in Bonn-Endenich, 1857 von Saint Omer in Frankreich aus gegründet, 2001 aufgelöst
Schloss Johannisberg (Rheingau), von Endenich aus 1907 gegründet, der Konvent befand sich zuerst in Niederlahnstein, wurde aber wegen der Hochwassergefahr 1920 verlegt. Das Schloss enthielt ein Altersheim, eine Hostienbäckerei und Paramentenstickerei, das Kloster wurde 1991 wegen Nachwuchsmangels aufgelöst.
* Kloster Maria-Hamicolt in Rorup (Westfalen), ein früheres Redemptoristenkloster, der Schwesternkonvent wurde 1891 von Osnabrück aus gegründet.
* Herz-Jesu-Kloster in Köln-Raderberg (1895 gegründet), im Zweiten Weltkrieg zerstört, danach wieder aufgebaut, enthält eine Paramentenstickerei und Hostienbäckerei, heute 25 Schwestern.
* Herz-Jesu-Kloster Kreitz bei Neuss,1899 von Endenich aus gegründet
* Kloster Osnabrück, 1854 gegründet, heute 16 Schwestern
* Kloster in Trier-Kürenz, 1854 gegründet, betreiben eine Hostienbäckerei und Paramentenstickerei sowie eine kleine Landwirtschaft, heute 14 Schwestern
* Kloster zur Mutter Gottes von Vinnenberg bei Warendorf (1893 von Hamicolt aus gegründet)
* Kloster der ewigen Anbetung in Schloss Ofterdingen bei Waldshut, 1862 gegründet, die Schwestern sind der Schweizer Benediktinerkongregation angeschlossen
Kloster Varensell bei Rietberg, 1902 gegründet
* Kloster Mariendonk bei Kempen, 1899 gegründet
Kloster Engelthal in der Wetterau, 1962 gegründet
Abtei Herstelle bei Höxter, 1899 gegründet
Weblinks
• Kloster in Osnabrück
• Kloster in Endenich
• Rezension eines Buches über den Orden
Literatur
* Marcel Albert: Frauen mit Geschichte. Die deutschsprachigen Klöster der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament. EOS Verlag, 2003. ISBN 3-8306-7171-7

