Benazir Bhutto
Benazir Bhutto (21. Juni 1953 in Larkana in der Provinz Sindh in Pakistan) war von 1988 bis 1990 und von 1993 bis 1996 Regierungschefin von Pakistan. Als Tochter des früheren Staatschefs Zulfikar Ali Bhutto studierte sie in Harvard und Oxford. Sie verließ Harvard zeitweise, als 1971 Indien Truppen nach Ostpakistan schickte und ihr Vater, als Verteidigungsminister von Westpakistan zur UNO in New_York zu Verhandlungen reiste. Benazir Bhutto unterstützte ihren Vater dort als Assistentin. Das war für sie eine Erfahrung in Machtpolitik.
Während ihrer Zeit in Europa und den USA führte sie eine sehr westliche Lebensweise. U. a. gibt es Fotoaufnahmen, die sie nackt am Strand zeigen.
Nach ihrem Abschluss in Oxford kehrte sie nach Pakistan zurück. Nachdem ihr Vater inhaftiert und hingerichtet worden war, stellte man sie unter Hausarrest. Als ihr 1984 wieder erlaubt wurde, auszureisen, zog sie nach Großbritannien und wurde dort im Exil Führerin der Partei ihres Vaters. Erst mit dem Tod von Zia ul-Haq schlug ihre Stunde.
1987 heiratete sie den Zementfabrikanten Asif Ali Zardari. Dieser war wegen Korruption und Verschwörung angeklagt.
In der ersten freien Wahl nach über einem Jahrzehnt wurde sie am 16. November 1988 zur Premierministerin gewählt und am 2. Dezember als erste Regierungschefin in der islamischen Welt vereidigt. Sie wurde 1993 wiedergewählt, verlor aber drei Jahre später ihr Amt wegen verschiedener Korruptionsskandale. Sie verließ deshalb 1999 Pakistan, beteuert aber, sie wolle wieder zurückkehren. Für viele Pakistaner gelten sie und ihr Ehemann Asif Ali Zardari jedoch weiterhin als äußerst korrupt. Er sitzt zurzeit eine siebenjährige Haftstrafe ab.
Ihr wird unterstellt, dass sie hunderte Millionen Dollar an Schmiergeldern kassierte.
Während Bhuttos Regierungszeit kamen in Afghanistan 1996 die Taliban an die Macht. Ihre Regierung gewährte ihnen finanzielle und militärische Unterstützung. Pakistan war einer von drei Staaten, die das Talibanregime anerkannten. Es blieb auch nach der Absetzung Bhuttos Unterstützer der Fundamentalisten in Kabul bis zum 11. September 2001.
2002 veranlasste Präsident Pervez Musharraf einen Verfassungszusatz, wonach Premierminister höchstens zwei Amtszeiten amtieren dürfen, was offenbar gezielt auf Benazir Bhutto zugeschnitten wurde.
Sie lebt heute in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, wo sie sich um ihre Familie kümmert.
Siehe auch
Liste weiblicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs
Weblinks
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