Belchentunnel
Der Belchentunnel ist ein 3180 Meter langer, zweiröhriger Strassentunnel der Autobahn_A2 in der Schweiz. Er verbindet Eptingen im Kanton Basel-Landschaft mit Hägendorf im Kanton Solothurn und gehört zur wichtigen Nord-Süd-Verbindung von Deutschland-Basel nach Luzern-Italien bzw. Bern.Vorgeschichte
Bis vor dem Bau der Nationalstrasse A2 und des Tunnels führte der Verkehr von der Nordwestschweiz und Deutschland über Landstrassen und den Oberen- oder Unteren_Hauenstein-Pass ins Mittelland. Als der Strassenverkehr immer mehr zunahm und sich an Spitzentagen bis zu 3500 Autos durch das Stadttor von Liestal zwängten, begann jahrelanges Planen und sorgfältige Untersuchungen der Geologen für eine Nationalstrasse durchs Arisdorfer- und Diegtertal und einen Tunnel unter dem Belchen hindurch. Im Februar 1960 wurde den Bauten schliesslich grünes Licht erteilt.
Bau
Zwischen 1963 und 1966 frassen sich die Bohrmaschinen in den Jurafels. Sie gruben zwei Röhren von 40 Meter Abstand durch das Gebirge. Sieben Querstollen verbinden die beiden Fahrbahnen, von welchen drei Lüftungskamine an die Erdoberfläche führen. Das nördlich Portal ist auf , das südliche auf und der Kulminationspunkt auf Der erste Durchschlag erfolgte am Sohlstollenvortrieb
:Vortrieb: ca. 60 Meter pro Monat
Die urbane Legende von der «weissen Frau»
Im Januar 1981 kursierte die moderne Sage von der «weissen Frau» vom
Bölchentunnel («Bölchen» ist lokalmundartlich für «Belchen»), ein
paranormales Ereignis und Rätsel, das bis heute ungelöst ist: Eine
Geistererscheinung tauchte aus dem Nichts auf und spricht manchmal sogar ? als solche noch unerkannt ? ganz gewöhnlich zu den Autofahrern.
Die ersten schriftlichen Zeugnisse (Juni 1980) handeln von einem mitgenommenen Autostopper, der dann trotz hoher Geschwindigkeit plötzlich nicht mehr auf dem Rücksitz sitzt. Gegen Ende des Jahres tauchte dann die «weisse Frau» in oder vor dem Tunnel auf, z.T. ebenfalls autostoppend. Als der «Blick» dann am 6. Januar über die Erscheinungen berichtete, nahmen sich auch die anderen Medien der Geschichte an. Bezüglich des Phänomens gingen bei der Baselbieter Polizei viele Anrufe ein, dutzende mussten protokolliert werden. Das «Bölchengespenst» wurde an der Fasnacht 1981 zu einem beliebten Motiv. Auch die «Oberbaselbieter Ländlerkapelle» wie auch die Folklore-Choreographin Annelies Aenis verarbeiteten den Stoff. Danach flaute die Diskussion ? Bis 1983 im Buch «Baselbieter Sagen» über eine weitere befremdende Sichtung der weissen Frau berichtet wurde: Zwei Juristinnen liessen in Eptingen eine unauffällig gekleidete, unbeholfen und bleich wirkende Frau mittleren Alters zu sich einsteigen. Mitten im Tunnel habe die unbekannte Frau auf die Frage, ob es ihr besser gehe, geantwortet: «Nei, leider nid. Es goht gar nid guet. Es passiert öppis
Schrecklichs, öppis ganz Furchtbars!» Als die beiden Frauen nach dieser Antwort nach hinten sehen, ist die Frau weg.
Eine psychologische Deutung, weshalb die Erscheinung so sehr beeindruckend ist: Der krasse Gegensatz zwischen dem kühlen beengenden Tunnel und der hilfsbedürftigen, verletzlichen Frau. Solche Erscheinungen sind jedoch nicht auf Tunnel beschränkt: In der überarbeiteten Ausgabe der «Baselbieter Sagen» werden ähnliche Basler Fälle mit anderem Handlungsort genannt: «Das Burgfräulein auf der Heidegg», «Die Jungfrau auf dem Ziegenbock» oder «die graue Frau» (Zunzgen). In Läufelfingen gibt es eine Frau in grünem Lodenmantel, im Kanton Bern ein Mädchen in kurzem Lederjäckchen. Statt der weissen, grünen oder grauen Frau ist es anderswo im Kanton Basel-Landschaft (Und in einem Einzelfall in Tenniken) auch ein schwarz gekleideter Mann: Dieser weissagt vor dem Verschwinden einen harten bevorstehenden Winter und ein Erdbeben. Die mysteriösen Anhalter/innen können sogar dann verschwinden, wenn das Auto nur vorne Türen hat.
In einer 1981 erschienenen Publikation in der Zeitschrift «Schweizer Volkskunde» wurden ähnlich lautende Phänomene beschrieben. Demnach sind solche «modernen Strassengeister» noch in anderen Schweizer Orten und anderen Tunneln gesichtet worden, so im Luzernerland und im Toggenburg.
Weblink
• Belchentunnel
• Über die «Weisse Frau»

