Schlacht um Dubrovnik
right|thumb|Zerstörtes_Haus_in_der_AltstadtDie Belagerung und der Beschuss von Dubrovnik durch die JNA im Jahr 1991 während des Kroatien-Kriegs begann am 19. Juni 1991 und dauerte sechs Monate.
Bevölkerungsstruktur vor dem Angriff
Der Volkszählung von 1991 zufolge lebten vor dem Angriff insgesamt 71.419 Menschen in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, davon 49.728 in der Stadt. 82,4 Prozent der Bewohner waren Kroaten, 6,8 Prozent Serben, 4 Prozent Bosniaken sowie Angehörige 20 weiterer ethnischer Gruppen.
Verlauf
Vor Beginn des Angriffes auf die Stadt hielten sich in ihr zusätzlich etwa 15.000 vertriebene Kroaten aus der südlich von Dubrovnik gelegenen Region Konavle auf.
Zwischen 7.500 bis 20.000 serbische und montenegrinische Soldaten waren an dem Angriff gegen Dubrovnik und der Besetzung des südlich der Stadt gelegenen Gebietes Konavle beteiligt. Oberkommandierende waren die Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs unter dem Kommando von Veljko Kadijevi? und Blagoje Ad?i? sowie Slobodan Milo?evi?.
Bei den Luft-, Artillerie- und Mörserangriffen wurde unter anderem der Sponzapalast, in dem sich das historische Archiv Dubrovniks befindet, das Dominikaner- und das Franziskanerkloster, eine der ältesten europäischen Synagogen, eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, der katholische Bischofssitz, die katholische Stadtkirche des Sv. Vlaho, die Stadtmauer und viele weitere historische Gebäude beschädigt. Sogar Phosphorgranaten sollen von den serbischen Streitkräften verwendet worden sein.
Am 1. Oktober 1991 wurden die Telefon-, Strom- und Wasserversorgung der Stadt gekappt. Von der Seeseite verhinderten serbische Kriegsschiffe jeglichen Zugang zur Stadt.
Die stärksten Kämpfe fanden am 6. Dezember 1991 statt. Allein an jenem Tag feuerten serbische Truppen rund 600 Granaten in die Altstadt. Die Aggressoren versuchten eine Massenflucht der Kroaten aus der Stadt zu erreichen, was jedoch nicht gelang.
Der wiederholte Versuch der serbischen Truppen, unterstützt durch Freischärler, die oberhalb der Altstadt gelegene Anhöhe der ehemaligen Seilbahnstation zu besetzen, um den Belagerungsring um die Stadt auch in Richtung Norden und Westen komplett zu umschliessen, scheiterte ebenso trotz der deutlichen zahlenmäßigen und waffentechnischen Überlegenheit, wegen des erbitterten Widerstandes einiger Dutzend dort verschanzter kroatischer Nationalgardisten.
Die Stadt wurde von den zahlen- und waffentechnisch gegenüber den serbischen Armeen weit unterlegenen Kroaten erbittert und erfolgreich verteidigt, bis 1992 die kroatische erste Brigade "Tigrovi" (Tiger) aus Zagreb die Belagerung der Stadt durch einen Durchbruch des Belagerungsringes und eine massive Gegenoffensive aufhob, die serbischen Truppen hinter die anerkannten Grenzlinien zurückdrängte und somit diese außer Reichweite von Dubrovnik gerieten.
Kriegsfolgen
Im Stadtgebiet schlugen mehrere tausend Granaten ein und laut kroatischem Roten_Kreuz kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten und 200 Soldaten ums Leben.
Der Beschuss des UNESCO Weltkulturerbes durch die Serben zog keinerlei nennenswerte internationale Konsequenzen nach sich.
33.000 kroatische Bewohner der südlich von Dubrovnik gelegenen Orte, die die Serben zu jener Zeit eroberten, wurden vertrieben und deren Ortschaften geplündert. Der nahe Cavtat gelegene Flughafen von Dubrovnik wurde ebenfalls geplündert und verwüstet.
Ausmaß der Verwüstungen
Insgesamt wurden 11.425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Der materielle Sachschaden belief sich auf 480 Millionen DM
Weblinks
• Artikel in der Rhein-Mainer Zeitung
• Bericht in heute.de
• ICTY Urteil gegen Miodrag Joki?, Engl.
• ICTY Aklageschrift, Engl.
• ICTY Anklageschrift gegen Slobodan Milo?evi?, Engl.
• Annex XI Destruction of cultural property report, Englisch
• The battle of Dubrovnik, Final report of the United Nations Commission of Experts, Englisch
Siehe auch
• Kroatiens]

