Beim Häuten der Zwiebel
Beim Häuten der Zwiebel ist ein autobiographisches Werk von Günter Grass. Es beginnt mit dem Ende seiner Kindheit in Danzig und dem Ausbruch des Zweiten_Weltkrieges und endet in dem Jahr, in dem sein Buch Die Blechtrommel erscheint.Inhalt
Das rund 500 Seiten starke Buch handelt von seinen Erinnerungen an die Kindheit und Jugend, und der Zuneigung zu seiner Mutter, die an Krebs starb. Es erzählt von seiner Zeit in Uniform, hungernd in Kriegsgefangenschaft lebend, von dem 17jährigen, der Mitglied der Waffen-SS wird.
Günter Grass gibt Einblicke in die Welt, in die er als junger Protagonist hereinwuchs, von seiner Beziehung zur Kunst, die er zu seiner eigenen Welt ernennt und von den Umständen in Paris beim Schreiben seines Buches Die Blechtrommel und in in seine allgemeine Persönlichkeitsentwicklung.
Günter Grass legt dabei methodisch Schicht für Schicht seine Erinnerungen frei, die er an die damalige Zeit und ihre Probleme hat.
Öffentliche Diskussion
Für Aufsehen sorgte im August 2006 in der nationalen und internationalen Medienöffentlichkeit ein Abschnitt des Buches, in dem Grass über seine Zugehörigkeit in der Waffen-SS schreibt. Obwohl sein Buch bereits einige Wochen vor dem offiziellen Erscheinungstermin an viele Verlage und Redaktionen geschickt worden war, tauchten erste Reaktionen erst auf, nachdem ein Interview mit dem Autor in der Frankfurter_Allgemeinen_Zeitung_(FAZ) am 12. August 2006 erschien. Seine Mitgliedschaft bei der Waffen-SS hatte Grass bislang nicht angesprochen. Vielmehr war der breiten Öffentlichkeit bekannt gewesen, dass Günter Grass 1944 als Flakhelfer eingezogen worden sei und als Soldat gedient habe, bevor er 1945 in Gefangenschaft geriet. In seiner Autobiografie offenbart er nun, dass er in der 10. SS-Panzer-Division ?Frundsberg? gedient hatte.
In dem Interview mit der FAZ sagt Günter Grass:
?Das musste raus, endlich. Die Sache verlief damals so: Ich hatte mich freiwillig gemeldet, aber nicht zur Waffen-SS, sondern zu den U-Booten, was genauso verrückt war. Aber die nahmen niemanden mehr. Die Waffen-SS hingegen hat in diesen letzten Kriegsmonaten 1944/45 genommen, was sie kriegen konnte. Das galt für Rekruten, aber auch für Ältere, die oft von der Luftwaffe kamen, 'Hermann-Göring-Spende' nannte man das. Je weniger Flugplätze noch intakt waren, desto mehr Bodenpersonal wurde in Heereseinheiten oder in Einheiten der Waffen-SS gesteckt. Bei der Marine war's genauso. Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zuerst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte.?
Kritiken
Die Kritiker des Buches Beim Häuten der Zwiebel nehmen das aktuelle Werk sehr unterschiedlich auf. Insbesondere für seine späte Offenbarung bei der Waffen-SS wurde der Autor kritisiert.
Quellen
Günter Grass: Beim Häuten der Zwiebel. Steidl Verlag, Göttingen 2006, ISBN 3865213308
Weblinks
Phoenix-Videostream: [http://www.phoenix.de/videostreams/78905.78371.htm# Vorstellung von Günter Grass' Buch ?Beim Häuten der Zwiebel?]
* Rezension von Fritz J. Raddatz: [http://hermes.zeit.de/pdf/index.php?doc=/2006/34/L-Grass ?Ich habe mich verführen lassen? - DIE ZEIT] (PDF)
* Rezension von Gregor Dotzauer: [http://www.tagesspiegel.de/kultur/archiv/12.08.2006/2712235.asp ?Örtlich betäubt? - Tagesspiegel]
* Rezension von Ijoma Mangold: [http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/94/83011/ ?Seht, wie meine Augen tränen? - Süddeutsche Zeitung]
* Rezension von Gregor Keuschnig: [http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3365933/ Artikel in Begleitschreiben]

