Beichtstuhl
thumb|geschlossener_Beichstuhl_in_der_Mannheimer_katholischer Kirchen. Er ist der klassische (aber nicht der einzig mögliche) Ort für das persönliche Sündenbekenntnis der Gläubigen, dem die Lossprechung durch den Priester folgt (Bußsakrament).Die heutige Form des Beichtstuhls stammt aus der Barockzeit. Es handelt sich um ein fast geschlossenes, schrankartiges, hölzernes, oft mit kunstvollem Schnitzwerk verziertes Möbelstück, das in zwei oder (meist) drei Innenräume geteilt ist: einen für den Priester, einen (bzw. zwei) für die Beichtenden (zwei zur alternierenden - nicht gleichzeitigen - Benutzung). Der Teil des Priesters enthält einen der Tür zugewandten Sitz, der Teil des Gläubigen eine Kniebank, ausgerichtet zu der vergitterten Öffnung in der Trennwand, durch die das Bekenntnis gesprochen wird.
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Daneben gibt es halb offene Beichtstühle und solche, bei denen der Beichtende vollständig sichtbar bleibt. Diese Formen sind näher bei der historischen Ausgangsform.
Die älteste Form des Beichtstuhls, an die sein deutscher Name bis heute erinnert, ist die eines wirklichen Stuhls für den Priester, neben dem der Beichtende auf dem Fußboden kniete.
Seitdem, ausgehend von den Klöstern, die sakramentale Einzelbeichte im Hochmittelalter immer stärker auch in der Pfarrseelsorge praktiziert wurde, errichtete man für sie als eigenen liturgischen Ort einen Stuhl, meist in der Nähe des Altars. Im Stuhl (damals ein seltenes und bedeutendes Möbelstück) symbolisierte sich der hoheitlich-stellvertretende Charakter der Beicht- und Absolutionshandlung (vgl. Kathedra). Seit dem Mittelalter enthält das Schnitzwerk vieler Beichtstühle auch Rosen als Symbol der Verschwiegenheit: dem Priester wurden die Beichtgeheimnisse "Sub rosa" ("unter der Rose"), also streng vertraulich mitgeteilt.
Alle späteren Formen des Beichtstuhls kommen dem Bedürfnis entgegen, das Beichtgeheimnis gegenüber Dritten sowie eine gewisse Entpersonalisierung gegenüber dem Priester zu wahren.
In modernen katholischen Kirchbauten findet sich statt des Beichtstuhls oft ein Beichtzimmer, in dem sowohl kniend hinter einer gitterartigen Trennwand wie auch sitzend in offener Gesprächsform gebeichtet werden kann.

