Beethoven-Denkmal
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Ein Beethoven-Denkmal gibt es in zahlreichen Städten in der ganzen Welt. Diese Denkmäler erinnern an den Komponisten Ludwig van Beethoven.
Beethoven-Denkmäler in Bonn
In Beethovens Geburtststadt Bonn gibt es drei Denkmäler, die an den berühmtesten Sohn der Stadt erinnern: das Denkmal von Ernst Hähnel und Jacob Daniel Burgschmiet auf dem Münsterplatz, die Beethoven-Sitzplastik in der Bonner_Rheinaue von Peter_Christian_Breuer und Beethon von Klaus Kammerich vor der Beethoven-Halle.
Beethoven auf dem Münsterplatz
Das weltweit bekannteste Denkmal für Beethoven steht auf dem Bonner Münsterplatz. Es wurde von Ernst Hähnel entworfen und von Jacob Daniel Burgschmiet ausgeführt. Die Enthüllungsfeierlichkeiten für Hähnels Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz in Bonn fanden am 12. August 1845 statt.
Ein Berichterstatter von damals zählt stolz auf, welche erlauchten Persönlichkeiten an der Beethoven-Feier teilnahmen und stellt dabei Friedrich_Wilhelm_IV. und dessen ?durchlauchtigste Gemahlin?, sowie Ihre Majestät, die regierende Königin_Victoria von Großbritannien und Irland und deren Gemahl, Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, heraus:
?Höhepunkt des Festes?, schreibt er, ?war ganz ohne Zweifel die Inaugurationsfeier des schönen Beethoven-Monuments auf dem Münsterplatz. Nach dem Hochamt im Münster, bei welchem auch Beethoven's Missa Nro I (in C) zu Gehör gebracht wurde, fand die Enthüllung des Denkmals statt, das nach den Entwürfen von dem Dresdner Bildhauer Hähnel und dem Gießer Burgschmiet aus Nürnberg kunstvoll verfertigt worden war. Um elf Uhr wurden Ihre Majestäten unter Glockengeläut und Jubelrufen empfangen. Sie genehmigten und unterfertigten in der mit rothem Samt und Gold reichgeschmückten Königlichen Loge huldvollst die Urkunde, die in bleierner, hermetisch verschlossener Kapsel in den Sockel des Standbildes eingesenkt und vermauert wurde. Herr Professor Breidenstein hielt die Festansprache, während welcher, an der passenden Stelle, die deckende Hülle des Monumentes wie durch einen Zauberschlag plötzlich sank, und das höchst gelungene Kunstgebilde in überraschender Vollendung und gerade von den ersten Sonnenstrahlen dieses Tages fast magisch beleuchtet, sich den erwartungsvollen Blicken zeigte.?Städtische Sparkasse Bonn: Bonner Nachrichten 1844 - 1969. 125 Jahre Städtische Sparkasse zu Bonn, Bonn 1969, S. 5
Lange Zeit war das Hähnel?sche Denkmal ein unbestrittenes Wahrzeichen der Stadt Bonn. Vor allem am hundertsten Todestage des Meisters wurde es mit Blumen und einem Bildnis van Beethovens geschmückt und zum Mittelpunkt der Feierlichkeiten gemacht. Das Protektorat über die vom 21.?31. Mai 1927 stattfindenden Beethoventage hatten der Reichspräsident Paul von Hindenburg und der österreichische Bundespräsident Michael Hainisch übernommen.
= Sockel des Beethoven-Denkmals
=Im Sockel des Denkmals gestaltete Hähnel allegorische Darstellungen der verschiedenen Arten_der_Musik, die Beethoven komponiert hat.
Das Relief der Vorderseite stellt die ?Phantasie? dar. Die tragende Figur ist eine Form des Pegasus mit Frauenkopf und -brust und Löwenleib, emporgelenkt durch eine Lyra-spielende Muse.
Die linke Tafel zeigt die ?Geistliche Musik?, verkörpert durch die Heilige Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik. Dieses Relief verweist auf Beethovens Messen (C-Dur Messe, Opus 86 und ?Missa solemnis?).
Über das rückseitige Relief heißt es in einer Quelle: ?Es symbolisiert ?Die Symphonie?, hier schlechthin die ?Eroica?. Im Mittelfeld Euterpe, die Muse der Tonkunst, lorbeerbekränzt die Lyra erhebend. Die vier sie umschwebenden Genies charakterisieren die vier Sätze der Symphonie: links oben ein Putten-Genius mit dem Schwert, Sinnbild des 1. Satzes (Allegro con brio). Es ist aber nicht das Kriegsschwert Napoleons, den Beethoven erst als Befreier verehrte, später aber als Tyrannen verachtete, sondern das Schwert des Geistes, das trennt zwischen Macht und Menschlichkeit. - Links unten der 2. Satz (Trauermarsch). Ein Knabe wendet die Lebensfackel abwärts, eine Schlange umschlingt seinen Arm mit tödlichem Biß. - Rechts oben der 3. Satz, Scherzo. Trauer überwindende Heiterkeit, der lächelnde Genius hält in der einen Hand die Kastagnetten, in der anderen schwingt er den dionysischen Thyrsos-Stab mit dem Pinienapfel, Symbol der Fruchtbarkeit und entzückten Lebensfreude. - Rechts unten der 4. Satz, Allegro molto. Der Genius schwingt einen Triangel, Sinnbild klingender Heiterkeit und gelösten Jubels.?Walther Neft: Fackelzug für das Standbild durch die geschmückte Stadt - Vor 140 Jahren wurde das Beethovendenkmal eingeweiht, in Ernst Lindenroth: Bonn im Spiegel der Jahrhunderte. Eine Sammlung heimatkundlicher Zeitungsartikel, Bonn 1992
Das rechte Sockelrelief schließlich symbolisiert in einer Frauengestalt mit einer Maske auf dem Schoß und einer auf das Haupt zurückgestülpten Larve die dramatische Musik, Erinnerung an ?Egomont? und ?Coriolan?, vor allem aber an die Oper, für die Beethoven allein vier Ouvertüren geschrieben hat: ?Fidelio?.
Bild:BEETDK4.jpg/'>Ansicht von vorne
Bild:BEETDK1.jpg|links
Bild:BEETDK2.jpg|hinten
Bild:BEETDK3.jpg|rechts
Beethoven in der Rheinaue
Nicht ganz so einfach wie Hähnels Beethoven ist das zweite Bonner Denkmal zu finden. Es befindet sich seit ein paar Jahren in der Granit aus. Erst nach Breuers Tod wurde diese Plastik im Jahr 1938 am ?Alten Zoll? in Bonn aufgestellt. 1949 trug man sie jedoch wieder ab, und erst 1977 entschied man sich erneut zu einer öffentlichen Präsentation der Figur.
Im digitalen Archiv des Beethoven-Hauses heißt es zur Geschichte des Denkmals:
?Schon 1916, als Breuer in Berlin seine ersten Modelle für ein Beethoven-Denkmal ausstellte, waren die Reaktionen in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich. Einerseits stieß Breuers Figur auf heftige Ablehnung, vor allem da man sie mit der Plastik Max Klingers verglich. Dabei wurde der Entwurf Breuers oft als zweitklassige Nachahmung eingestuft, obwohl sich die beiden Denkmäler in ihrem Ansatz wie auch in ihrem Stil grundlegend voneinander unterscheiden.
Auf der anderen Seite wurde Breuers Konzept im Kreis der Kunstkritiker und der Beethoven-Verehrer aber auch überschwenglich gelobt und bewundert. In den 1920er Jahren erlebte diese Bewunderung einen besonderen Höhepunkt. Die Anhänger des Breuer'schen Entwurfs fanden sich in dieser Zeit in einem Kreis von Förderern zusammen, der zu Spenden aufrief und sich aktiv um die Finanzierung des Denkmalsprojektes bemühte. Nachdem sich das Berliner Projekt zerschlagen hatte, konzentrierten sich die Aktivitäten dieser Gruppe auf eine Aufstellung der Plastik in Bonn. Es sollte jedoch noch Jahre dauern, ehe ihre Bemühungen schließlich von Erfolg gekrönt waren. Da man sich zur Beschaffung der notwendigen Mittel zunächst an den Reichspropaganda-Minister und später direkt an Adolf Hitler wandte, wurde das Projekt zur ?Reichssache? erklärt. Für die Bevölkerung war aus Breuers ?Ewigkeits-Denkmal? nun ein ?nationales Monument? geworden.?
(s._Weblinks)
Weitere Beethoven-Denkmäler
Büste in der Walhalla; noch zu Lebzeiten Ludwigs_I. (Erbauer der Walhalla) aufgestellt
* Beethoven-Denkmal von Georg Kolbe in Frankfurt am Main
* Beethoven-Denkmal von Caspar von Zumbusch in Wien
* Beethoven-Denkmal im Wiener Konzerthaus
* Beethoven-Denkmal von Anton Dominik Fernkorn in Wien-Heiligenstadt
* Beethoven-Denkmal von Fritz Hänlein und Robert Oerley in Wien-Heiligenstadt
Beethoven-Fries von Gustav Klimt in der Sezession in Wien
* Beethoven-Großplastik (1885?1902) von Max Klinger in Leipzig
* Beethoven von Hans Uhlmann vor der Beethoven-Halle Bonn
* Beethon (1986) von Klaus Kammerich vor der Beethoven-Halle Bonn
Bild:BEETHON.jpg|Klaus Kammerich: Beethon (1986) ? Beethoven-Halle Bonn
Bild:Beethoven-Denkmal, Frankfurt.jpg|Beethoven in Frankfurt am Main
Bild:Beethovenruhe.jpg|Beethoven-Denkmal von Fernkorn in Wien-Heiligenstadt
Bild:BeethovendenkmalHeiligenstaedterPark.jpg|Beethoven-Denkmal von Hänlein in Wien-Heiligenstadt
Quellen
Literatur
Helmut Hellberg: Das unzeitgemäße Denkmal - Zur Geschichte des Beethoven-Denkmals in der Rheinaue, in: Bonner Geschichtsblätter, Band 36
Weblinks
• Beethoven-Haus Bonn: Erhaben, kurios oder modern - Beethoven-Denkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts
• Beethon - Ein Symbol der Beethovenstadt Bonn

