Bedekaspel
Bedekaspel ist seit der Gemeindegebietsreform vom 1. Juli 1972 ein Ortsteil der Gemeinde Südbrookmerland im Landkreis Aurich in Ostfriesland und besteht aus den Ortschaften Bedekaspel (Dorf), Bedekaspeler Marsch und Wochenendsiedlung. Historisch sind noch Biesterfeld, Drenhusen, Mudderpot, Sande, Finkenburgshof, Hof, Sunke Marum und Warf zu nennen. Der kleine Ort hat ungefähr 400 Einwohner. Ortsvorsteher ist Rolf Pollmann (SPD).Der Ort liegt unmittelbar am Großen_Meer, etwa 10 km nordöstlich von Emden. Die "Bedekaspeler Marsch" liegt auf der dem Ort gegenüberliegenden Seite des Großen Meeres.
Geschichtliches
Bedekaspel wurde im 13. Jahrhundert noch "Lopessumwalde", in den Münsterschen Pfarrregistern des 15. Jahrhunderts aber bereits "Betekerke" genannt, was dem heutigen Bedekaspel entspricht. Be-de-Kaspel = Bei-dem-Kirchspiel.
Eine weitere Version der Namensgebung basiert auf dem Hintergrund das es früher einmal zwei Kirchen gegeben haben soll. Die Übersetzung aus dem Plattdeutschen lautet: Bede (für beide) und Kaspel (für Kirchspiel) also beide Kirchspiele.
Da das Gebiet um Bedekaspel sehr niedrig lag, wurden in Regenperioden die Wege immer wieder überschwemmt und unpassierbar. Die Bewohner Bedekaspels sahen sich aller Verbindungsmöglichkeiten beraubt, wenn es bei Überschwemmungen fror und das Eis noch nicht trug. Sie konnten weder zur Kirche zu gehen noch die Kinder in die Schule zu schicken. Sie konnten nicht zur Mühle, zum Bäcker oder zum Krämer gelangen, um Mehl, Brot und andere Lebensmittel zu kaufen. Auch war es kaum möglich, bei Bedarf ärztliche Hilfe herbeizuholen oder Tote zu bestatten.
Um 1850 erhöhten die Bedekaspeler deswegen ihre Wege, insbesondere ihren von Wiegboldsbur nach Bedekaspel und Forlitz führenden Hauptweg. Trotzdem war von einem abseits gelegenen Bedekaspeler Bauernhof aus, Mudderpott genannt, um 1860 zeitweise monatelang kein Verkehr zu Wagen oder zu Pferd bis ins Dorf und die dahinter liegenden Ortschaften Forlitz-Blaukirchen und Moorhusen möglich. Fuhrwerke kamen nicht weiter als zum Bauernhof im Mudderpott. Von hier aus in die Wolden hinein ging es nur mit Hilfe langer Wasserstiefel weiter, die der dort lebende Bauer besorgte, oder mit einem Boot, das er extra zu dem Zweck angeschafft hatte.
Bedekaspel wurde damals durch das Große Meer in zwei etwa gleich große Hälften geteilt. Im Dorf befanden sich auf einer kleinen Erhöhung und von einigen Häusern umgeben die Kirche mit Schule, Pastorei und Schullehrerwohnung. Die jenseits des Großen Meeres wohnhaften Bedekaspeler lebten in der sogenannten Bedekaspeler Marsch.
Die evangelisch-reformierte Kirche
1719 waren eingepfarrt: Babel, Biesterfeld, Groß Medels, Sunkemarum. Die ursprüngliche Kreuzkirche aus dem 13. Jahrhundert, von der heute nur noch der Turm erhalten ist, wurde bei der Sturmflut zu Weihnachten 1717 schwer beschädigt und wurde 1726 abgetragen und neu aufgebaut. Immer wieder richteten Überflutungen Schäden an, so dass die Gemeinde für die Wiederherstellung hohe Kosten tragen musste. 1768 wurde die Kirche teilweise abgebrochen und flacher aufgebaut.
Wirtschaft
Neben der Landwirtschaft ist heute der Fremdenverkehr für den Ort von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.
Literatur
* Marten Schoneboom: Die Familie der Kirchengemeinde Bedekaspel (1726-1900). Aurich 1991

