Bede
Die Bede (oder Bete, mittelhochdeutsch = "Bitte" bzw. Gebot oder Abgabe, lateinisch petitio, precaria, tallia u.a.) gilt als die älteste direkte Steuer im deutschen Sprachraum, die auch unter anderen Bezeichnungen erhoben wurde: Schatz bzw. Schatzung oder Schoß.Die Landesherren in allen deutschen Territorien erhoben ("erbaten") sie seit ungefähr dem 12. Jahrhundert meist nur auf den Grundbesitz und Gebäude der Bauern und Bürger. Lediglich der landsässige Adel und zum Teil die Geistlichkeit waren davon befreit.
Ursprünglich war sie eine Naturalsteuer, seit dem 13. Jahrhundert wurde sie in Geld entrichtet. Den Städten wurde eine gewisse Bevorzugung eingeräumt. In manchen Gebieten, insbesondere im Osten, ging die Bete den Landesherren schon frühzeitig verloren, während sie in anderen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts erhalten blieb.
In Böhmen und Mähren hieß die Bede auf Tschechisch Berna.
Literatur
*Theodor Mayer, Geschichte der Finanzwirtschaft vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
*A. Waas, Vogtei und Bede als Grundlagen des deutschen Territorialstaates, Berlin 1923
*Karl Bosl: Schutz und Schirm, Rat und Hilfe als Voraussetzung von Steuer, Abgabe und Dienst im Mittelalter, in: Steuern, Abgaben und Dienste vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Referate d. 15. Arbeitstagung d. Gesellschaft f. Sozial- und Wirtschaftsgesch. v. 14.-17. April 1993 in Bamberg, hg. v. Eckart Schremmer, Stuttgart 1994 (VSWG Beih. 114), S. 43-52.
Weblinks
• Die Bede bei mittelalterlichen Dorfkirchen im Teltow

