Schambeinfuge
thumb|Menschliche_Beckenhälfte_von_der_Seite._Die_Schambeinfuge_ist_angeschnitten_und_befindet_sich_links_im_Bild.Die Schambeinfuge (Symphysis pubica) ist der vordere Kontaktpunkt, an dem die rechte und linke Beckenhälfte, genauer die Schambeine beider Seiten verbunden sind. Zwischen den knöchernen Anteilen liegt eine Bandscheibe (Discus interpubicus), die die Verbindung flexibel hält. Das ist z.B. bei einer Geburt sehr wichtig. Hormonell gesteuert wird während der Schwangerschaft diese Faserknorpelverbindung besonders weich und flexibel. Bei schätzungsweise 20 % aller Schwangeren ist diese Symphysenlockerung schmerzhaft. Während der Entbindung kann die Symphyse überdehnt werden (Symphysendehiszenz) oder gar reißen (Symphysenruptur), was ebenfalls zu starken Schmerzen führt.
Bei einer symptomatischen Symphysenlockerung ist es wichtig, alles, was Schmerzen hervorruft, zu vermeiden. Welche Behandlung die effektivste ist, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Bewährt haben sich Training der beckenstabilisierenden Muskulatur, Wassergymnastik, Trochantergurt und Akupunktur. Auch Alternativmedizin wie Osteopathie, Chiropraktik und Homöopathie werden häufig angewendet.
Weil an den knöchernen Anteilen der Schambeinfuge auch die geraden Bauchmuskeln (Musculus_rectus_abdominis) ansetzen, ist die Schambeinfuge oft druckschmerzhaft, wenn man sich eine Bauchmuskelansatzreizung zugezogen hat.
Bei den vierfüßigen Säugetieren bildet die Schambeinfuge nur einen Teil der Verbindung der beiden Beckenhälften. Hier ist auch das Sitzbein in Form einer Symphysis ischiadica beteiligt. Beide Anteile zusammen werden als Beckensymphyse (Symphysis pelvina) bezeichnet.

