Riedlingen
Riedlingen ist eine Stadt an der Bussen, der Hausberg Oberschwabens, der auch heiliger Berg Oberschwabens genannt wird (767 m).In die Donau münden auf der linken Seite die Biber bei Altheim, der Zollhauser Bach bei Riedlingen und die Zwiefalter Aach bei Zwiefaltendorf. Auf der rechten Seite fließt die Schwarzach beim Vöhringer Hof in die Donau, bei Daugendorf die Kanzach.
Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten sieben Gemeinden Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf. In jeder Teilgemeinde gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der Ortsvorsteher ist.
Raumplanung
Riedlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich Riedlingen gehören neben der Gemeinde selbst die Städte und Gemeinden des westlichen Landkreises Biberach. Im Einzelnen sind dies die Stadt Bad Buchau sowie die Gemeinden Alleshausen, Altheim, Betzenweiler, Dürmentingen, Dürnau, Ertingen, Langenenslingen, Kanzach, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch, Tiefenbach, Unlingen und Uttenweiler.
Geschichte
Historische Entwicklung
= Mittelalter und Frühe Neuzeit
=Riedlingen ist vermutlich eine alemannische Gründung. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 835. Die mittelalterliche Stadt wurde zwischen 1247 und 1255 östlich des Weilers von den Grafen von Veringen angelegt. Es war eine typische Gründerstadt in rechteckiger Form und rechtwinklig geführten Straßen, die Hauptstraße verbreiterte sich zum Marktplatz. Die Lage an der viel genutzten Donaustraße begünstigte den Standort Riedlingens als Marktstadt. Noch im ausgehenden 13. Jahrhundert kam die Stadt in den Besitz der Habsburger, welche sie aber bald wieder verpfändeten. 1314 kam die Stadt an die Grafen von Hohenberg, später an die Herren von Ellerbach und 1384 schließlich an die Truchsessen von Waldburg.Maurer, Hans-Martin: Artikel Riedlingen, in: Müller Max (Hg.): Baden-Württemberg (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands; Bd. 6). Stuttgart 1965.
Die Reformation im 16. Jahrhundert fand anfangs starken Rückhalt bei der städtischen Bevölkerung, konnte sich gegen die katholische Kirche jedoch nicht durchsetzen. Von 1654-58 wurde in Riedlingen ein Kapuzinerkloster erbaut. Im Jahr 1680 fiel die Stadt Riedlingen an Österreich zurück. Bis zum Pressburger_Frieden 1805 gehörte Riedlingen zu Vorderösterreich.
= Neuzeit bis heute
=1806 kam Riedlingen zum Königreich Württemberg und wurde Sitz des gleichnamigen Oberamtes.
1938 wurde das Oberamt Riedlingen mit dem Oberamt Saulgau zum Landkreis Saulgau mit Sitz in Saulgau vereinigt. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt - zumindest in architektonischer Hinsicht - unbeschadet. Lediglich die Donaubrücke wurde in den letzten Kriegstagen im April 1945, kurz vor dem Einmarsch französischer Truppen, von deutscher Seite aus gesprengt. Große gesellschaftliche Auswirkungen hatte der Zweite Weltkrieg dennoch für Riedlingen: Im Oktober 1949 kamen - nach einem fünfjährigen Zwischenaufenthalt in Niederbayern - Heimatvertriebene nach Riedlingen. Es waren die Nachkommen deutscher Auswanderer, die ihre Heimat in Südwestungarn 1944 aufgeben mussten. Bis Sommer 1951 entstand oberhalb des Vöhringerhofes der neue Stadtteil Eichenau.vgl. Haag, Walter: Riedlingen. Stadt an der Donau. Riedlingen 1983, S. 31-33.
Seit 1973 gehören die Stadt Riedlingen und ihr Umland zum Landkreis Biberach.
Stadtwappen
Das Riedlinger Stadtwappen zeigt auf einem in der Mitte senkrecht geteilten Schild links vom Beschauer auf rot-weiß-rotem Grund zwei schräg gekreuzte gelbe Ruder. Die rechte Seite zeigt einen auf gelbem Grund nach links aufgerichteten roten Löwen.
Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Der rot-weiß-rote Grund wird als österreichische Binde bezeichnet und stellt die Farben Österreichs dar. Sie wurde erst im 16. Jahrhundert hinzugefügt. Der rote Löwe, den auch Bad Saulgau, Mengen und Munderkingen im Stadtwappen tragen, ist das Wappen der Habsburger.
Einwohnerentwicklung
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{| class="prettytable"
! style="background:#efefef;" | Jahr
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| 2004 /'>| align="right" |10.398
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| 2004 statt. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
Städtepartnerschaften
Seit 1996 pflegt Riedlingen eine Partnerschaft mit der niederösterreichischen Kleinstadt Pöchlarn. Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu Bürgel (Thüringen).
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Riedlingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm und ist Regionalexpress-Halt. Es besteht ein Stunden-Takt nach Ulm und Sigmaringen aber nur einen Zwei-Stunden-Takt nach Donaueschingen und Neustadt_(Schwarzwald). Es gibt darüber hinaus direkte Busverbindungen in die Kreisstadt Biberach an der Riß und nach Stuttgart. Riedlingen ist in den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund eingegliedert.
Riedlingen verfügt über ein Segelfluggelände, das mit Segelflugzeugen, Motorseglern und Ultraleichtflugzeugen angeflogen werden kann.
1916 wurde die Federseebahn (Kanzachtalbahn) Schussenried - Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem Reststück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. 1960 wurde der Gesamtverkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke abgebaut.
Durch Riedlingen führen die Bundesstraßen B_312 (Reutlingen - Biberach an der Riß - Memmingen) und B_311.
Ansässige Unternehmen
Silit (Hersteller des Schnellkochtopfs Sicomatic)
* Feinguss Blank
* FORM+TEST
Gericht, Behörden und Einrichtungen
Riedlingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.
Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Riedlingen des Bistums_Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Biberach gehört.
Bildungseinrichtungen
Die Stadt ist Sitz der SRH Fernfachhochschule Riedlingen und einer staatlich anerkannten Hochschule für Wirtschaft.
Außerdem ist Riedlingen eine Schulstadt von regionaler Bedeutung. In Riedlingen gibt es allgemeinbildende Schulen aller Schularten, eine berufliche Schule und eine Jugend-Musikschule. Das Einziehungsgebiet des Riedlinger Kreisgymnasiums reicht von Bad Buchau bis weit auf die Schwäbische Alb.
In der Erwachsenenbildung sind das Kolping-Berufskolleg und die Volkshochschule Donau-Bussen e. V. tätig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Riedlingen liegt an der Oberschwäbischen_Barockstraße, der Deutschen_Fachwerkstraße und am Donauradweg.Museum
*Museum Riedlingen
**Schöne Stiege, Rösslegasse 1
**Städtische Galerie im Spital zum Heiligen Geist (Wochenmarkt 3)
Bauwerke
*Historische Altstadt
**Historischer Marktplatz mit Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert
**St. Georgskirche: Das Wahrzeichen Riedlingens ist die katholische Pfarrkirche. Die älteste Darstellung stammt aus dem Jahr 1589. Einen überregionalen Anziehungspunkt stellt die 1997 von Hartwig Späth erbaute Orgel dar.
**Schöne Stiege: Das Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1556 gehört zu den besterhaltenen und bauhistorisch wichtigsten Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts in Oberschwaben. Heute ist darin das Stadtmuseum untergebracht.
*Im Riedlinger Teilort Neufra an der Donau findet man einen Renaissancegarten, der 1569?1573 als ?Hängegarten? (also auf einer eigens errichteten Erweiterung des natürlichen Schloßberges) errichtet wurde.
Jährliche Veranstaltungen
* Riedlinger Fasnet: schwäbisch-alemannische Fastnacht mit der Hauptfigur Gole. Die Narrenzunft Gole wurde 1865 gegründet und zählt heute mehr als 1.300 Mitglieder.* Flohmarkt: Der Riedlinger Flohmarkt in der Altstadt findet alljährlich am dritten Samstag im Mai statt und ist einer der größten Flohmärkte Süddeutschlands.
* Gallusmarkt: Er findet jedes Jahr am zweiten Montag im Oktober statt und ist ein großer Jahrmarkt. Am Vorabend findet traditionellerweise am Donauaufer ein großes Feuerwerk statt.
* Fohlenmarkt: Der jeweils am letzten Donnerstag im August stattfindende Fohlenmarkt gilt als größter Warmblut-Fohlenmarkt Deutschlands und zieht Gäste aus ganz Europa an.
* Stadtlauf: Seit 1999 findet jeweils Ende April der Stadtlauf mit Start und Ziel in der Altstadt regen Anklang bei (Spitzen-)Sportlern aus der Region.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
• von Jerin] (1541-1596) Bischof von Breslau
• Joseph Christian] (1707-1777), Bildhauer
• Joseph Christian] (1739-1798), Bildhauer
• Graf] (1782-1851), Klavierbauer
• Miller] (1824-1888), Gründer der Großbrauerei Miller Brewing Company in Milwaukee
• Gröber] (1854-1919), deutscher Politiker, Fraktionsvorsitzender des Zentrums im Reichstag
• Caspar-Filser] (1878-1968), Malerin
• Burkart] (1898-1982), Künstler
• Mayer] (* 1944), Europaabgeordneter der CDU für Niedersachsen
• Schneiderhan (General)/'>Wolfgang Schneiderhan] (* 1946), seit 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr
• Abt], Leichtathletin und Olympiateilnehmerin (*1962)
• Gomez] (* 1985), Fußballprofi beim Webpräsenz der Stadt Riedlingen
• Stadtmuseum Riedlingen

