Bebenhausen
Bebenhausen ist mit 347 Einwohnern der kleinste Stadtteil der Prämonstratenser verließen jedoch den Ort bald wieder.
Um 1189/90 wurden Zisterzienser aus Schönau herangezogen, um die Klostergründung fortzuführen. Sie richteten sich in den von den Prämonstratensern begonnenen Gebäuden ein und bauten das Kloster zügig aus. Die strengen Regeln der Ordens wurden allerdings übertreten, da der Ort nicht in der nötigen Abgeschiedenheit lag und Pfalzgraf Rudolf weiterhin in seiner Gründung bestattet werden wollte. Hier hatten aber die Mönche aus Schönau, das Grablege der Heidelberger_Pfalzgrafen war, schon einschlägige Erfahrungen.
Am Ende des 13. Jahrhunderts umfasste der Konvent bereits über 60 Mönche, dazu 130 Konversen. Seine Wirtschaftskraft stieg durch zahlreiche Zuwendungen, so dass es 1301 Stadt und Burg Tübingen kaufen und für kurze Zeit innehaben konnte. Im Lauf des 14. Jahrhunderts kam die Vogtei über das Kloster an das Reich, mit dem Verkauf der Herrschaft Tübingen durch den Tübinger Pfalzgrafen 1342 gingen jedoch landesherrliche Rechte über das Kloster von Tübingen an Württemberg über, das diese Rechte Zug um Zug erweiterte und die alte Reichsfreiheit schließlich beseitigte. Seit 1498 hatte der Abt einen Sitz im württembergischen Landtag.
Nach der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Christoph_von_Württemberg blieb der letzte Abt nach einem Vergleich bis 1560 im Amt, dann richtete Württemberg im Kloster eine evangelische Klosterschule unter Leitung eines evangelischen Abts ein. Das Kloster blieb als selbständiger Wirtschaftsbereich bis 1807 bestehen, als Schule und Klosterverwaltung aufgelöst wurden. Die Wirtschaftsgebäude nahmen das Oberforstamt Tübingen auf, die Konventsgebäude dienten als königliches Jagdschloss. Hier wohnten nach seiner Abdankung als König Herzog Wilhelm von Württemberg und seine Frau.
1946 ? 1952 tagte im Kloster der Landtag des Bundeslandes Württemberg-Hohenzollern.
Geschichte des Schlosses
1823 wurde Bebenhausen eine selbständige Kommune. Um 1850 war das ehemalige Kloster dem Zerfall nahe. Das Königreich Württemberg kaufte Teile des Klosterbezirks, ließ die Gebäude umfassend restaurieren und zum Jagdschloss umbauen. Danach diente Bebenhausen als Ausgangspunkt für das Jagdvergnügen der Könige von Württemberg und deren Gäste.
König Wilhelm_II._von_Württemberg verfasste 1918 in Bebenhausen seinen Thronverzicht und lebte dort bis zu seinem Tode 1921. Auch seine Gemahlin, Herzogin_Charlotte blieb in Bebenhausen bis zu ihrem Tode 1946.
Von 1947 bis zur Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 war Bebenhausen Sitz des Landtags von Württemberg-Hohenzollern.
Nach Sanierung und Restaurierung durch das Staatliche Hochbauamt Reutlingen wurden 1986 die wiedereingerichteten ehemaligen königlichen Repräsentations- und Wohnräume als Museum wieder eröffnet.
Literatur
* Köhler, Mathias, Y, Rainer, Fandrey, Carla: Kloster und Schloss Bebenhausen. [Graue Führer der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten] München: Dt. Kunstverlag, 2005
Weblinks
*
• www.bebenhausen.de
• Präsentation von Landeskunde online (m. zahlr. Bildern)
• Kloster und Schloss Bebenhausen bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg

