Beaulieu-sur-Dordogne
Beaulieu-sur-Dordogne [] ist eine Gemeinde im Limousin in Frankreich. Die ehemalige Abteikirche St. Pierre im Ort gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Baukunst im Südwesten Frankreichs.
Geografische Lage
Beaulieu liegt am westlichen Ufer des Flüsschens Dordogne. Beaulieu heißt auf Deutsch: Schöner Ort. Durch seine idyllische, klimatisch begünstigte Lage im Tal, zwischen Wald und Wiesen am Ufer des Flusses, trägt der Ort zu Recht diesen Namen.
Die nächstgelegenen etwas größeren Städte sind Brive-la-Gaillarde im Nordwesten, in rund 30 km Entfernung über Landstraße erreichbar, und Aurillac, rund 40 km über Landstraße im Osten entfernt. 21 km flussaufwärts liegt im Norden das malerische ehemalige Fischerstädtchen Argentat, 7 km flussabwärts, an der Einmündung der Cère in die Dordogne, der Ort Biars-sur-Cère.
Geschichte
855 besuchte der Erzbischof von Bourges den Ort. Er war von dessen Lage so begeistert, dass er ihn bellus locus (schöner Ort) nannte und an dieser Stelle eine Benediktinerabtei gründete. Die Grafen von Turenne und Castelnau lieferten sich in den folgenden Jahrhunderten blutige Kämpfe um die Herrschaft über das Kloster. In diesem Spannungsfeld gelang es dem Kloster und den Bürgern des Städtchens dennoch, zu Reichtum und fast vollständiger Unabhängigkeit zu gelangen und sich ein Privilieg nach dem anderen zu sichern. Im 12. Jahrhundert wurde das Kloster der Oberhoheit der Klosters Cluny unterstellt. Kurz vor dieser Zeit begann auch der Bau der bis heute erhaltenen Klosterkirche St. Pierre.
Im 16. Jahrhundert, nach den Religionskriegen, hatten sich die klösterlichen Sitten gelockert, und das Kloster war auch in wirtschaftlicher Hinsicht verwahrlost. Die Abtei wurde von den Benediktinern des Klosters St. Maur übernommen. Diese reformierten sie gemäß der Ordensregel von Gebet und Arbeit und stellten die teilweise zerstörten Gebäude und Einrichtungen wieder her.
Im Zuge der französischen_Revolution wurden die Ordensleute vertrieben und das Kloster aufgelöst.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Église St. Pierre
Der Bau der Abteikirche begann kurz nach 1100 und dauerte fast 200 Jahre. Es handelt sich um eine typische, geräumige benediktinische Wallfahrtskirche der damaligen Zeit, mit einem dreischiffigen Langhaus, einer geräumigen Apsis mit Chorumgang und einem beidseitig symmetrischen Querhaus. Bemerkenswert sind das Südportal von 1125 mit szenischen Skulpturen, geschaffen von Künstlern aus dem gesamten südwestlichen Frankreich.
Das riesige Tympanon mit dem Thema des Jüngsten Gerichts wird in der Mitte von einem Trumeaupfeiler gestützt. An dieser Stelle hätte auch ein Bestiarienpfeiler stehen können, wie in Souillac.
Solche großen Portalanlagen stehen meistens in Städten mit regem Pilgerverkehr, die den Besucherstrom vor der Kirche regeln mussten und dazu eine Vorhalle brauchten. In Vézelay in Burgund hat man zu diesem Zweck eine ganze Vorkirche gebaut. Der Vorteil einer solchen aufwändigen Anlage, die natürlich sehr teuer war, liegt darin, dass die Plastiken sehr gut gegen Witterungseinflüsse geschützt werden und so jahrhundertelang unbeschädigt überdauern können.
Im Tympanon ist Christus mit ausgebreiteten Armen in einem deutlichen Segnungsgestus dargestellt. Vor ihm blasen Engel die Fanfaren zur Auferweckung der Toten, die weiter unten ihren Grüften entsteigen. Die gekreuzten Beine der kleinen Männergestalten rechts unten sind ein Charakterisitkum der Toulousaner Bildhauerschule des 12. Jhs. Der Türsturz ist in zwei Streifen geteilt, im oberen erscheinen vier Fabeltiere, die den Verdammten höllische Qualen zufügen, im unteren entrollen sich aus einem Rosettenfries weitere Monstren, unter denen ein siebenköpfiges Ungeheuer aus der Apokalypse herzuleiten ist.
Das Gewände ist stark verwittert. Es zeigt links ?Daniel in der Löwengrube?, rechts die ?Versuchung Christi?.
Der für eine romanische Kirche recht helle Innenraum mit seinen hohen Tonnengewölben ist eher schlicht gestaltet.
Der Glockenturm an der Südwestecke wurde erst im 14. Jahrhundert angefügt, 1556 erhöht, und diente in der Zeit danach als Wehrturm.
Chapelle des Pénitents
Die Büßerkapelle am Ufer der Dordogne, mit ihrem Glockengiebel aus dem 12. Jahrhundert, dient heute als Heimatmuseum.
Altstadt
In den malerischen Gassen der Altstadt sind eine ganze Reihe von alten Gebäuden bis zurück in die Webseite der Gemeinde

