Beaucaire (Gard)
Beaucaire ist eine Frankreich und liegt im Département Gard, in der Region Languedoc-Roussillon. Die Einwohner nennen sich Beaucairois.
Geographie
Beaucaire liegt an der östlichen Grenze des Département Gard, am rechten Ufer der Rhône, in welche an dieser Stelle der Fluss Gardon mündet. Auf der gegenüberliegenden Uferseite befindet sich die Stadt Tarascon.
Nachbargemeinden sind:
Bellegarde
Comps
Fourques
Jonquières-Saint-Vincent
Manduel
Redessan
* Tarascon (Département Bouches-du-Rhône)
Vallabrègues
Geschichte
Beaucaire wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. als "Ugernum" gegründet, und lag nach der Eroberung Südfrankreichs durch die Römer und den Bau der Via Domitia, der Römerstraße, die Italien und Spanien verband, am Übergang dieser Straße über die Rhône. Bereits im 13. Jahrhundert wird eine Holzbrücke über die Rhône erwähnt, vermutlich bis ins 19. Jahrhundert die südlichste Brücke vor der Mündung.
Im Mittelalter wurde der Aufschwung des Ortes durch Invasionen der Burgunden, Goten und Sarazenen gebremst. Eine Stadtmauer wurde errichtet, sowie eine Burg, die damals zu den mächtigsten Zitadellen Südfrankreichs zählte. Während des Albigenserkreuzzugs wurde sie durch die Kreuzfahrer von Simon de Montfort eingenommen, später aber durch die Provenzalen unter Führung von Raimund_VII., Graf_von_Toulouse, zurückerobert. Richelieu ließ die Burg 1632 zerstören. Große Teile der Anlage, wie z.B. der Turm und eine Schlosskapelle, blieben jedoch erhalten und wurden 1845 unter Denkmalschutz gestellt.
Foire de la Madeleine
Historische Bedeutung erlangte Beaucaire durch seine alljährliche Handelsmesse, die "Foire de la Madeleine". Bereits 1168 erwähnt und durch seine strategische Lage an der Rhônemündung und den Handelswegen zwischen Italien und Spanien begünstigt, war sie jahrhundertelang eine der wichtigsten Marktplätze Europas. Historische Berichten zufolge trafen sich jedes Jahr vom 22. bis 28. Juli bis zu 300.000 Händler aus dem ganzen Land, insbesondere aber auch aus dem Mittelmeerraum und dem Orient. In tausenden von Zelten rund um Beaucaire und an der Rhone entlang wurde Ware aller Art gehandelt. Es wird geschätzt, dass in der einen Woche 20-25 Millionen Geschäfte abgeschlossen wurden, und dass das Handelsvolumen größer war, als der des Hafens von Marseille im gesamten Jahr. Der daraus resultierende Reichtum der Einwohner prägte sich bald in der immer prunkvoller werdenden Architektur aus. Erst die Ankunft der Eisenbahn und der Niedergang des Handelsverkehrs auf dem Fluss beendeten die Blütezeit des Ortes und stürzten Beaucaire zurück in die Anonymität.
Sehenswürdigkeiten
* Burg von Beaucaire (11. Jahrhundert)
* Rathaus (um 1680)
* Notre Dame des Pommiers (Stiftskirche, 1734-1744, mit einem romanischen Figurenfries auf der Ostseite, 12 Jh.)
* Saint Paul (ehemalige Kapelle eines Franziskanerklosters, 14. und 15. Jahrhundert)
* Hôtel de Clausonnette (Stadtpalais, um 1745)
* Hôtel Roys de Lédignan (Stadtpalais, 17. Jahrhundert)
* Hôtel Dulong (Bürgerhaus, Anfang 16. Jahrhundert)
Berühmte Söhne und Töchter der Stadt
François-Marie-Anatole_Kardinal_de_Rovérié_de_Cabrières (1830, ? 1921), Bischof von Montpellier
Raimund_VI._von_Toulouse (1156, ? 1222), Graf von Toulouse
Weblinks
• Office de Tourisme
• Lage Beaucaires in Frankreich

