Beatrix Karl
Beatrix Karl (10. Dezember 1967 in Graz) ist eine österreichische Rechtswissenschafterin und Nationalratsabgeordnete der ÖVP.
Leben
Beatrix Karl wuchs als erstes von drei Kindern im oststeirischen Bad Gleichenberg auf, wo sie auch die Volksschule (1974-1978) und Hauptschule (1978-1982) besuchte. 1986 maturierte sie mit Auszeichnung am Bundesoberstufenrealgymnasium Feldbach. Von 1986 bis 1991 studierte sie Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz, 1991 wurde sie Universitätsassistentin am Institut für Arbeits- und Sozialrecht in Graz. Ihr Doktoratsstudium schloss sie 1995 mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Für ihre Dissertation wurde sie mit dem Wissenschaftspreis der Arbeiterkammer Oberösterreich ausgezeichnet. Von 1999 bis 2002 war sie APART-Stipendiatin der Österreichischen_Akademie_der_Wissenschaften am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht in München.
2001 wurde Karl zur Assistenzprofessorin bestellt, 2003 erlangte sie die Venia für Arbeitsrecht, Sozialrecht und Europarecht und wurde außerordentliche Universitätsprofessorin in Graz. Für ihre Habilitationsschrift erhielt sie den Leopold Kunschak-Preis 2004.
Beatrix Karl lebt in Graz.
Funktionen
Seit 1. Jänner 2005 ist Beatrix Karl Mitglied des Europäischen Ausschusses für soziale Rechte des Europarats in Straßburg, seit 1. April 2006 außerdem Mitglied des Hochschulrats der neugeschaffenen Pädagogischen_Hochschule Steiermark.
Beatrix Karl ist fachkundige Laienrichterin in arbeits- und sozialgerichtlichen Verfahren am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz und Lehrbeauftragte an der Medizinischen_Universität_Graz im Rahmen des Universitätslehrgangs Public Health.
Sie ist unter anderem Mitglied des European Institute of Social Security in Löwen (Belgien), der Gesellschaft für Europäische Sozialpolitik in Bonn, der Grazer Juristischen Gesellschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht.
Sie ist außerdem Obmannstellvertreterin des Dr.-Karl-Kummer-Instituts für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik in Graz.
Wissenschaftliche Arbeit
Beatrix Karl hat bisher rund 100 Arbeiten zu zahlreichen Fragen des österreichischen, deutschen und europäischen Arbeits- und Sozialrechts veröffentlicht, unter anderem zum Verhältnis von Sozialversicherungs- und europäischem Wettbewerbsrecht, zur Zukunft der Sozialunion im Rahmen der EU und zum Kündigungsrecht.
Politische Karriere
2005 kandidierte Beatrix Karl für die ÖVP bei den steirischen Landtagswahlen, verfehlte wegen des überraschend schlechten Wahlergebnisses aber den Einzug.
Bei der Nationalratswahl_2006 zog sie über die Bundesliste als ?Quereinsteigerin? für die ÖVP in den Nationalrat ein. Die Entscheidung des ÖVP-Obmannes Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, sie auf Platz 7 des Bundeswahlvorschlags zu platzieren, soll auf den steirischen Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer zurückgehen und war besonders als Signal an jüngere, urbane Wähler und Frauen gedacht.
*Siehe auch: ÖVP-Abgeordnete_zum_Österreichischen_Nationalrat_(23._Legislaturperiode)

