Beat Fidel Zurlauben
Beat Fidel Anton Johann Dominik Zurlauben (3. August 1720, ? 13. März 1799), letzter männlicher Nachkomme der Familie Zurlauben, wurde als erstes Kind von Hauptmann Beat Ludwig Zurlauben (1692-1730) und der Maria Anna Burz von Seethal aus _Zug in der Schweiz geboren.
* Tätigkeiten:
**Militär: 1748 Brigadier, 1762 Maréchal de camp, 1780 Generalleutnant in französischen Diensten,
**Politik: Conseiller et Interprète du roi en langue germanique (1752), Zuger Grossrat.
**Akademien und Gesellschaften: Lazarusritter (1761), Kommandeur des St. Ludwigsordens (1780), Mitglied der Pariser Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (1749) sowie der Akademien von Besançon (1786) und Mannheim (1788) und der Accademia Etrusca, der Société militaire, der _Helvetischen_Gesellschaft und der _Naturforschenden_Gesellschaft_Zürich (1762), Gerichtsherr von Hembrunn, Anglikon und Nesselnbach (1770), Erbmarschall von _Muri (1777).
* Ehen: Am 26. November 1754 heiratete er Maria Barbara Helena Elisabeth Kolin. Der Ehe entsprossen fünf Kinder: Beat Jakob Johann (1755-1756), Maria Anna Elisabeth (1757-1829), Fidel Anton (*? 1760), Jakob Bernhard (1761-1767), Josepha Agatha (1765-1828), Rudolf Beat (1750-1776 ; Offizier in französischen Diensten).Beat Fidel war der letzte männliche Nachkomme der _Familie_Zurlauben. Als General der Schweizergarde stellte er sein Leben in den Dienst der französischen Krone. Er nahm an den Feldzügen des _Österreichischen_Erbfolgekriegs teil, rekrutierte neue Söldner für den französischen König und widmete sich mit grosser Leidenschaft dem Kriegshandwerk.
Hinter dem Feldherrn Beat Fidel verbarg sich aber immer auch ein fleissiger und unermüdlicher Gelehrter. Am Pariser Collège des Quatre-Nations bei Charles Rollin erlernte Beat Fidel das Handwerk des Historikers, das ihn im Verlauf seines Lebens immer mehr vereinnahmte. Zu seinen wichtigsten Werken gehören etwa die Histoire militaire des Suisses au Service de la France oder die anonym verfassten Tableaux topographiques, pittoresques, physiques, historiques, moraux, politiques, littéraires de la Suisse.
Beat Fidel Zurlaubens Bemühungen, neben seiner militärischen und wissenschaftlichen Karriere, auch in politische Ämter zu gelangen, fruchteten nicht. Während Jahren versuchte Beat Fidel vergeblich das einträgliche Amt als _Pensionenverteiler in Stadt und Amt Zug zu bekommen und in den Rat zu gelangen. Die politische Machtstellung der einst einflussreichen Familie Zurlauben in _Zug war nach dem Sturz ihres letzten politischen Vertreters Fidel Zurlauben (1675-1731) im Jahre 1729 endgültig zusammengebrochen.
Beat Fidel hinterliess nach seinem Tod einen immensen schriftlichen Nachlass, der aus gut 50`000 Manuskripten und 10`000 Druckwerken besteht und ab 1803 den Grundstock der neu gegründeten Aargauer Kantonsbibliothek in Aarau bildete. Ein wesentlicher Teil seines Nachlasses ist heute Gegenstand des Editionsprojektes Zurlaubiana.
Literatur
* Ursula Pia Jauch: Beat Fidel Zurlauben. Söldnergeneral & Büchernarr, 1720-1799. Zürich 1999.
* Kurt-Werner Meier: Die Zurlaubiana. Werden-Besitzer-Analysen. Eine Zuger Familiensammlung. Grundstock der Aargauischen Kantonsbibliothek. Aarau 1981.
* Daniel Schläppi: "In allem Übrigen werden sich die Gesandten zu verhalten wissen". Akteure in der eidgenössischen Aussenpolitik des 17. Jahrhunderts: Strukturen, Ziele und Strategien am Beispiel der Familie Zurlauben von Zug, Bern 1998.
* Sammlung Zurlauben. Regesten und Register zu den Acta Helvetica, bearb. von Urs Amacher, Kurt-Werner Meier, Josef Schenker, Rainer Stöckli. Aarau 1976ff.
Weblinks
• Zurlaubiana
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