BCH-Code
BCH-Codes (Bose-Chaudhuri-Hocquenghem-Codes) sind zyklische fehlerkorrigierende Codes, welche in der digitalen Signalverarbeitung und Datenspeicherung eingesetzt werden. Der Name BCH ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Wissenschaftler, die diesen Code entwickelt haben: R.C._Bose, D. K. Ray-Chaudhuri und A. Hocquenghem. BCH-Codes korrigieren mehrere 1-Bit Fehler in einem längeren Nutzer-Datenwort.Definition
Einsatzbereiche
* Die sogenannten Reed-Solomon-Codes sind spezielle BCH-Codes und werden z.B. zur Fehlerkorrektur auf Audio-CDs eingesetzt.
* Der BCH-Code wird auch bei der Sicherung der TPS-Daten im DVB-T Standard genutzt.
Beispiel BCH(15, 7, 5)
Als Beispiel sei ein (n = 15, l = 7, dmin = 5) BCH-Code gegeben. Die Parameter n, l, dmin sind dabei wie folgt zu interpretieren. Der Code erzeugt Codewörter mit einer Länge von n = 15 Bits, wovon l = 7 Bits die kodierte Information enthalten und k = n - l Bits Redundanz zur Korrektur von Übertragungsfehlern dienen. Der Parameter dmin gibt die minimale Hammingsdistanz des Codes an.
Es gilt: Es können Übertragungsfehler von bis zu Einzelbitfehlern erkannt werden, es können Übertragungsfehler von bis zu Einzelbitfehlern korrigiert werden. Bündelfehler von bis zu Bits werden erkannt.
Ein BCH-Code wird in der Regel durch sein Generatorpolynom beschrieben. Im gegebenen Beispiel lautet das Generatorpolynom . Die Anzahl der Prüfbits k lässt sich übrigens immer aus dem Generatorpolynom ablesen. Es gilt .
Kodieren
Zum Kodieren mit BCH-Kodes können das Multiplikations- oder das Divisionsverfahren verwendet werden.
Multiplikationsverfahren
Beim Multiplikationsverfahren wird das zu kodierende Quellkodewort aus l = 7 Bits einfach mit dem Generatorpolynom des BCH-Codes multipliziert. Es gilt: . Dabei steht a(x) für das kodierte Kanalkodewort, a*(x) steht für das unkodierte Quellkodewort. Die Multiplikation kann sowohl mit Polynomen als auch mit einer binären Darstellung der Polynome durchgeführt werden.
Hier wollen wir ein Beispiel in binärer Darstellung durchrechnen:
Das gegebene Generatorpolynom lässt sich binär als die Folge darstellen (die Folge ist dabei zu interpretieren als ).
Als zu kodierendes Quellkodewort dient in unserem Beispiel bzw. .
Um das kodierte Kanalkodewort zu erhalten, müssen wir jetzt also einfach a* mit g multiplizieren:
Divisionsverfahren
Dekodieren
Die Dekodierung kann mittels Division erfolgen. Das Kanalkodewort a(x) wird einfach durch das Generatorpolynom g(x) dividiert. Ist der Rest dieser Division null, trat kein erkennbarer Übertragungsfehler auf. Bei einem Rest ungleich null ist dagegen ein erkennbarer Übertragungsfehler aufgetreten.

