BBS Kraftfahrzeugtechnik
.]]Das Unternehmen BBS Kraftfahrzeugtechnik AG mit Hauptsitz in Schiltach ist ein Hersteller von hochwertigen Leichtmetallrädern. Verwendet werden BBS-Räder hauptsächlich beim Tuning von Straßenfahrzeugen und im Motorsport, unter anderem bei der Formel 1, außerdem gewann der Erstausrüsteranteil in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. BBS beschäftigt insgesamt etwa 1.200 Mitarbeiter (davon rund 750 in Deutschland an den Standorten Schiltach-Hinterlehengericht und Herbolzheim). Der Konzernumsatz lag 2005 bei 189,8 Millionen Euro bei einem Verlust von 1,7 Millionen Euro. Am 2. Februar 2007 stellte das Unternehmen wegen akutem Liquiditätsmangel einen Insolvenzantrag, teilte dies aber erst am 6. Februar der Öffentlichkeit mit.
Geschichte
1970 wurde von Heinrich Baumgartner und Klaus Brand BBS (Kurzform für Baumgartner Brand Schiltach) als Hersteller von Karrosserieteilen aus Kunststoff gegründet. Zwei Jahre später produzierte BBS die ersten dreiteiligen Rennfelgen. Im Jahr 1976 entstand die erste Auslandstochtergesellschaft in Frankreich, später kamen weitere in Japan, USA, Italien, Niederlande, Spanien und ein Joint Venture in China hinzu. Die erste Serienfahrzeugfelge 1983 fand großen Absatz. 1987 folgte der Börsengang des stark wachsenden Unternehmens und eine weitere Internationalisierung. Vor allem im Rennsportbereich gab es viele Neuentwicklungen.
Im August 2006 erklärte die Unternehmensleitung, man müsse wegen des stark gestiegenen Aluminiumpreises einen großen Gewinnrückgang verkraften. Einer Gewinnwarnung vom 17. Januar 2007 zufolge, war 2006 trotz eines auf etwa 200 Millionen Euro gestiegenen Umsatzes der Fehlbetrag ?über den einstelligen Millionenbetrag? des Jahres 2005 hinausgegangen. Kurz darauf wurde ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates angekündigt: Der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP) sollte Hans-Peter Hirner ablösen. Am 6. Februar 2007 gab das Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit bekannt. Nach Unternehmensangaben war noch in der vorangegangenen Nacht vergeblich versucht worden, eine ?Auffanglösung? mit Hilfe von Großkunden und Banken zu finden. Bereits in der Vorwoche hatte sich die US-Investmentbank Morgan Stanley, die Kreditforderungen an BBS von der Volksbank Kinzigtal aufgekauft hatte, aus der Rettungsaktion zurückgezogen. Weil - so eine Unternehmensmitteilung - ?die Gesellschaft in ernsthafte Liquiditätsschwierigkeiten geraten war und das Ende der Antragsfrist nach Paragraf 92 des Aktiengesetzes vor dem Ablauf stand?, sei schon am 2. Februar 2007 ein Insolvenzantrag gestellt worden.
Am 7. Februar 2007 wurde die Heidelberger Kanzlei von Jobst Wellensiek vom Amtsgericht Rottweil mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragt. Die Produktion lief unterdessen weiter; nach Angaben des Insolvenzverwalters sei die Liquidität noch in derselben Woche wiederhergestellt worden. Am 8. Februar 2007 teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn mit, dass sie wegen der erst nach vier Tagen erfolgten Veröffentlichung des Insolvenzantrages überprüfe, ob das Unternehmen gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht des Aktienrechts verstoßen hat. Außerdem werde routinemäßig überprüft, ob es vor der offiziellen Meldung Insidergeschäfte gegeben hat.
Im März 2007 teilte Insolvenzverwalter Wellensiek mit, dass es bereits mehr als 30 Kaufinteressenten für die Firma gebe. Anfang April erklärte er, dass mit den wichtigsten Auftraggebern Vereinbarungen über einen Fortbestand der Geschäftsbeziehungen erzielt worden seien und die Produktion in vollem Umfang weiterlaufe..
Weblinks
• Website der BBS Kraftfahrzeugtechnik AG

